Dienstag13. Januar 2026

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Verbraucher sind sture Optimisten

Verbraucher sind sture Optimisten
(dpa-Archiv)

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Die Arbeitslosigkeit steigt. Der Bankensektor baut Stellen ab. Die Produktion kommt nicht von der Stelle. Trotzdem steigt das Vertrauen der Verbraucher in die Wirtschaft.

Die Statistikbehörde Statec hatte sich mehr erhofft. Die Wirtschaft in der Eurozone schaffte es – ersten Berechnungen zufolge – in den Frühjahrsmonaten gerade einmal um 0,2 Prozent zu wachsen. In den ersten Monaten des Jahres sind es noch 0,8 Prozent gewesen. Eine Verbesserung erwartet Statec nicht. Die Turbulenzen an den Börsen belasten jetzt schon die Zahlen des dritten Trimesters.

Auch in Luxemburg finden die Statistiker viel Negatives. Zum einen steigt die Arbeitslosigkeit. Lag die Arbeitslosenquote im März noch bei 5,7 Prozent, so befand sie sich im Juni bei 6,0 Prozent. Die Zahl der offenen Stellen sinkt zusätzlich kontinuierlich. Besonders der Bankensektor baut Stellen ab. Über das zweite Trimester hinweg waren es 65. Seit dem Höhepunkt Mitte 2008 seien in dieser Branche 1.100 Stellen gestrichen worden, so Statec.

Einen Lichtblick finden die Statistiker doch. In den anderen Bereichen des Finanzsektors steigt die Beschäftigung seit Anfang des Jahres.
Auch der Produktion fehlt es an Schwung. Das Volumen, mit dem dieser Sektor aufwartet, so Statec, hat sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert.

Flaute bei der Produktion

Zwar sei es dem Sektor gelungen, durch höhere Preise die Verteuerung der Rohstoffe aufzufangen – gar die Profitabilität zu steigern – doch ohne eine Erhöhung der Produktion, so Statec, könne die Beschäftigung nicht steigen.

Den Bausektor hebt Statec positiv hervor. Während des strengen Winters sei viel Arbeit liegen geblieben, die im Januar und Februar nachgeholt werde musste. Danach ließ der Sektor wieder nach. «Mehr eine Rückkehr zur Normalität als eine Rückkehr zu einem Negativtrend», schreibt die Statistikbehörde.

Auch positiv zu werten ist der Rückgang der Inflation auf 2,5 Prozent. Im April hatte der Wertverlust des Geldes noch 3,2 Prozent betragen, schreibt Statec. Von der Europäischen Union gewünscht ist eine Inflationsrate von zwei Prozent.
Trotz dieses gemischten Bildes der Wirtschaft sind die Verbraucher zuversichtlich. Sie lassen sich von den negativen Anzeichen nicht beeindrucken.

Der Indikator, mit dem Statec den Optimismus oder den Pessimismus der Haushalte misst, stieg im Juli von sechs auf sieben Punkte. Gründe hierfür finden die Analysten im gestiegenen Sparzins und dem Ausgang der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst. Den Staatsbeamten wurde eine Prämie von 0,9 Prozent zugesichert. Darüber hinaus wurde beschlossen, die erst vor ein paar Monaten eingeführte Krisensteuer von 0,8 Prozent des Bruttolohnes ab Anfang 2012 für alle Arbeitnehmer wieder abzuschaffen.
Die Analysten von Statec lassen sich von diesem Optimismus aber nicht anstecken. Die schlechten Arbeitsmarktdaten und die schwächelnde Wirtschaft in Juli und August würden die Stimmung der Verbraucher bald wieder sinken lassen, vermutet die Behörde.