Als letzte Familiengesellschafter hätten die Brüder Conrado und Claudio Dornier ihre zuletzt winzigen Anteile verkauft und damit die Einigung ermöglicht, berichtete die «Financial Times Deutschland» (Donnerstag). Ein EADS-Sprecher bestätigte den Ausstieg. Damit endet ein langjähriger Konflikt um Mitspracherechte der Familie bei der Friedrichshafener Traditionsfirma Dornier, die in den EADS-Konzern integriert ist.
Demnach wurden auch alle offenen Verfahren zurückgezogen. In der Vergangenheit hatte es zahlreiche Auseinandersetzungen mit der Dornier-Familie über Eingriffsrechte gegeben. Zwar hatten die Erben zuletzt nur noch Minianteile, bei der Dornier GmbH muss bei wichtigen Entscheidungen aber 100 Prozent Zustimmung vorliegen.
Seit 2004 integriert
Zwar sind seit 2004 die Dornier-Aktivitäten komplett in den EADS-Konzern integriert, dahinter stand aber ein Netzwerk von EADS- und Daimler-Zwischenholdings. Nach der Einigung mit den Dornier-Erben kaufte EADS nun für 110 Millionen Euro von Daimler den Restanteil von 25 Prozent an der Daimler-Dornier-Dachgesellschaft DADC.
Die Verträge für die Dornier-Familie hatte die Wirtschaftsjuristin und Dornier-Testamentsvollstreckerin Martine Dornier-Tiefenthaler 1985 beim Einstieg von Daimler und 1988 bei Nachverhandlungen mit dem damaligen Chef Edzard Reuter vereinbart. Neben umgerechnet rund 500 Millionen Euro für den Dornier-Clan gab es einen Bestandsschutz für die Dornier GmbH und eine Garantiedividende. Diese stieg mit der Inflationsrate.
Zu Demaart
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