Shell machte im letzten Jahr viel weniger Gewinn als 2012. Der Gewinn sank demnach von 26,7 Milliarden Dollar 2012 auf 16,4 Milliarden Dollar (rund zwölf Milliarden Euro) 2013. Besonders heftig war der Einbruch im vierten Quartal, in den drei Monaten ging der Gewinn um 73 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar zurück.
«Das war nicht das, was ich von Shell erwartet habe», erklärte Konzernchef Ben van Beurden, der sein Amt erst am 1. Januar angetreten hatte. Als Gründe nannte das Unternehmen hohe Förderkosten, Druck auf die Ölindustrie allgemein und die ständigen Unterbrechungen der Ölförderung in Nigeria, wo Öllecks an der Tagesordnung sind – nach Angaben von Shell wegen Diebstahl, nach Angaben von Amnesty International auch wegen der verrotteten Infrastruktur.
Der Kurs der Shell-Aktie in London brach am Morgen ein, erholte sich dann aber wieder und notierte am späten Vormittag mit 2,25 Prozent im Minus.
Zu viele Investitionen?
Van Beurden versicherte, er werde sich nun auf die Verbesserung der finanziellen Ergebnisse konzentrieren.
Analysten machten die vielen Investitionen des Konzerns mitverantwortlich für den Gewinneinbruch. Shell habe auf Feldern investiert, die nicht gerade gut liefen, erklärte Rebecca O’Keeffe vom Online-Händler Interactive Investor. Der neue Chef könne aber «tiefgreifende Änderungen» angehen. Der Ölmarkt sei sehr stabil, Shell könne die Umkehr schaffen.
Der Ölkonzern hatte 2013 insgesamt 45 Milliarden Dollar investiert – der ehemalige Shell-Chef Peter Voser kündigte aber im Oktober an, die Investitionen würden 2014 zurückgefahren. Im Dezember etwa strich Shell den Neubau einer 20-Milliarden-Dollar-Anlage im US-Bundesstaat Louisiana, wo Öl zu Kraftstoff für Dieselmotoren umgewandelt werden sollte. Laut «Financial Times» wird der Konzern auch einige Ölquellen in der Nordsee verkaufen.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können