Die BES hat im ersten Halbjahr einen Verlust von 3,57 Milliarden Euro gemacht. Der hohe Fehlbetrag – laut Medien der höchste in der Geschichte der portugiesischen Finanzwirtschaft – sei auf «außerordentliche Faktoren» zurückzuführen, hieß es. Allein die Wertminderungen und die Rückstellungen für Schadensmöglichkeiten hätten mit 4,25 Milliarden Euro zu Buche geschlagen.
Eine für Donnerstag anberaumte außerordentliche Generalversammlung der BES war erst am Dienstag inmitten von Gerüchten über Rekordverluste kurzfristig abgesagt worden. Als Grund wurde unter anderem angegeben, dass ein Antrag des Hauptaktionärs der wichtigsten Privatbank Portugals, der Espírito Santo Financial Group (ESFG), auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens vom Handelsgericht in Luxemburg angenommen worden sei.
Töchterfirmen sind pleite
Zwei weitere Töchter der Gruppe Espírito Santo, die Investmentgesellschaft RioForte und die Espírito Santo International (ESI), hatten ebenfalls Insolvenz angemeldet.
Der BSE-Aktienkurs, der in den vergangenen Wochen im Zuge der Probleme bereits um mehr als 60 Prozent nachgegeben hatte, brach unterdessen am Mittwoch um weitere 10,5 Prozent auf den historischen Tiefststand von 0,35 Euro ein.
Auf der Aktionärs-Generalversammlung der BES sollte die neue Führung abgesegnet werden. Auf Druck der Zentralbank, die das Institut von den Problemen der Gruppe Espírito Santo abschirmen wollte, war der Ökonom Vítor Bento zum Nachfolger von Ricardo Espírito Santo Salgado ernannt worden. Dieser hatte 22 Jahre an der BES-Spitze gestanden.
Zu Demaart
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