Sonntag1. Februar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Mehr Gewinn mit weniger Modellen

Mehr Gewinn mit weniger Modellen

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Weniger ist mehr? Der neue Peugeot-Chef Tavares will die Modellpalette des zweitgrößten europäischen Autobauers drastisch schrumpfen. In zwei Jahren sollte der angeschlagene Konzern aus den roten Zahlen gefahren sein.

Im Zuge der Sanierung des französischen Autobauers PSA Peugeot Citroën soll das Modellangebot drastisch zurückgefahren werden. Zu Beginn des nächsten Jahrzehnts sollen nur noch 26 statt derzeit 45 verschiedene Modelle bei den Händlern stehen, wie der neue Konzernchef Carlos Tavares am Montag in Paris mitteilte. Damit will Tavares die Überschneidungen zwischen den Schwestermarken Peugeot und Citroën reduzieren, die sich derzeit mit vielen Modellen gegenseitig Konkurrenz machen. Außerdem soll der Citroën-Ableger DS zur eigenständigen Oberklasse-Marke ausgebaut werden.

Mit der Modell-Schrumpfkur will Tavares den Grundstein für die Rückkehr der Franzosen in die schwarzen Zahlen legen. In den vergangenen beiden Jahren hatte das Unternehmen insgesamt mehr als sieben Milliarden Euro Verluste eingefahren. 2016 soll PSA kein Geld mehr verbrennen, sondern aus dem Kerngeschäft wieder Gewinn erwirtschaften. Zwei Jahre später peilt Europas zweitgrößter Hersteller dann zwei Prozent Rendite in seiner Autosparte an. Bis dahin sollen die Produktionskosten um 500 Millionen Euro gedrückt werden.

China-Geschäft

Neben dem engeren Modell-Fokus soll ein stärkeres China-Geschäft das Traditionsunternehmen zurück in die Gewinnzone führen. Der Einstieg des chinesischen Autokonzerns Dongfeng bei PSA ist seit Ende März offiziell besiegelt. Die Vereinbarung sieht vor, dass Dongfeng im Zuge einer Kapitalerhöhung um drei Milliarden Euro für 800 Millionen Euro einen 14-Prozent-Anteil an PSA übernimmt.

Gleichzeitig steigt der französische Staat im selben Umfang ein, um zu verhindern, dass die Chinesen die Kontrolle über das französische Traditionsunternehmen erlangen. Die Peugeot-Familie verliert dadurch die Kontrolle über den Konzern.

Mit dem neuen Partner auf dem weltgrößten Automarkt will Tavares in Forschung und Entwicklung kooperieren. Der frühere Renault-Manager kann sich dabei auch vorstellen, in China gefertigte Autos in andere aufstrebende Märkte zu verschiffen. Allein im vergangenen Jahr hatte PSA einen Verlust in Höhe von 2,3 Milliarden Euro verbucht. Der Konzern hat vor allem Probleme, weil er sich zu lange auf den europäischen Markt konzentrierte.