Während die Wirtschaft in Luxemburg im vergangenen Jahr kräftig boomte, konnten die Arbeitnehmer von der guten wirtschaftlichen Lage des Landes kaum profitieren. Der durchschnittliche Stundenlohn stieg im dritten Quartal 2015 gerade mal um 0,4 Prozent. Auf die ersten neun Monate des Jahres gesehen stiegen die Gehälter gerade einmal um 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das geht aus den neuesten Zahlen der Statistikbehörde Statec hervor.
Während in den Jahren 2013 und 2014 die Arbeitnehmer in Luxemburg noch am wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben konnten, war das im vergangenen Jahr kaum der Fall. Im Jahr 2013 stiegen die Gehälter um 3,6 Prozent, 2014 um 2,9 Prozent, und lagen damit im Einklang mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Luxemburgs. Durch steigende Preise verlieren die Arbeitnehmer zudem an Kaufkraft. Dieser Kaufkraftverlust wurde seit Ende 2013 nicht mehr ausgeglichen.
Mögliche Kehrtwende beim Erdölpreis
Zwar wird dieser durch die nächste Indextranche teilweise ausgeglichen, aber eben nur teilweise. Wegen der gegenwärtig niedrigen Inflationsrate schätzt Statec, dass die nächste Indextranche möglicherweise erst Ende 2016 erfallen könnte.
Um das Wachstum in Luxemburg weiter auf dem gegenwärtig hohem Niveau zu halten, wäre es dringend geboten, die Reallöhne zu erhöhen, um damit die Kaufkraft der Arbeitnehmer zu stärken. Rückenwind bekommt die Luxemburger Wirtschaft, wie auch die Volkswirtschaften in der EU insgesamt, von den gegenwärtig sehr niedrigen Energiepreisen.
Diese entlasten Unternehmen wie Privathaushalte gleichermaßen. Das ist wie ein kleines Konjunkturprogramm, da durch die Einsparungen bei der Energie Gelder freiwerden, die Haushalte und Unternehmen anderweitig für Konsum bzw. Investitionen nutzen können. Die Energie dürfte auch noch eine ganze Weile so billig bleiben. Allerdings könnten die Preise in der zweiten Jahreshälfte auch wieder steigen.
Optimismus im Bausektor
Erst am Donnerstag erklärte Russland, dass es mit den OPEC-Partnern über eine Drosselung der Produktion sprechen möchte, um so den Preisverfall beim Erdöl zu stoppen und eine Kehrtwende beim Preis einzureichen. Dass die Talsohle beim Erdölpreis bald erreicht sein könnte, deutete sich bereits im Dezember an. Wegen des weitaus schwächeren Rückgangs beim Erdölpreis als in den Vormonaten stieg die Inflationsrate in Luxemburg im Dezember auf 1,1 Prozent.
Einer der Hauptgründe für die gegenwärtig niedrige Inflation in Europa ist der fallende Erdölpreis.
Der Luxemburger Bausektor strotzt hingegen vor Optimismus. Seit dem Jahr 2000 war die Zuversicht in den Chefetagen der Baubranche im Großherzogtum nicht mehr so groß wie im dritten Quartal 2015.
Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Bauaktivitäten angezogen haben und die Auftragsbücher wieder voller wurden.
Zu Demaart
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