In Zukunft werde die Weltwirtschaft mit zwei großen Trends zu kämpfen haben, so die US-amerikanische Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P). Der erste Trend sei das Altern der Weltbevölkerung. Dieser Trend sei relativ gut erforscht und vorhersehbar.
Der zweite sei der Klimawandel. Hier sei die Wissenschaft, die dahinter stehe, wesentlich komplexer. Die Ergebnisse seien nicht so eindeutig. Die hohe Anzahl der möglichen Konsequenzen verwirre Politiker und Wähler gleichermaßen. Außerdem sei eine Lösung für das Problem nur länderübergreifend möglich. Das mache den Klimawandel zu einer größeren Herausforderung, schreibt S&P in dem am Freitag veröffentlichten Arbeitspapier.
Extreme Wetterphänomene
Die Bonitätswächter lassen die Daten über den Klimawandel bislang nicht in ihre Bewertungen mit einfließen. Obwohl die immer häufiger auftretenden extremen Wetterphänomene Menschenleben kosteten und schwere Verwüstungen anrichteten, seien die Konsequenzen derzeit noch nicht schlimm genug, um ein Länderrating zu beeinflussen. Es sei allerdings eine Überlegung wert, wie der Klimawandel sich auf die Noten auswirken könnte, heißt es in dem Arbeitspapier.
Die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels und damit die ärgsten Konsequenzen für die Bonitätsnote, so vermutet S&P, kommen auf die ärmsten Länder mit der bereits niedrigsten Note zu. Sie seien oft von der Landwirtschaft abhängig und somit dem Wetter ausgeliefert. Außerdem könnten sie schwerer mit den finanziellen Kosten umgehen, die durch den Klimawandel verursacht werden. In einem grob geschätzten Rating der Agentur belegen Äthiopien, Albanien und Kenia die Plätze eins bis drei. Luxemburg hat derweil von allen 105 untersuchten Ländern die wenigsten Konsequenzen zu befürchten.
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