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Indien bestellt 36 Rafale-Kampfjets

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Nach jahrelangem Tauziehen hat Indien am Freitag 36 Rafale-Kampfflugzeuge in Frankreich bestellt. Genaue Lieferbedingungen müssen noch festgelegt werden.

Nach jahrelangem Tauziehen hat Indien am Freitag 36 Rafale-Kampfflugzeuge in Frankreich bestellt. Indien wolle sich «flugbereite Modelle» liefern lassen, sagte der indische Premierminister Narendra Modi nach einem Gespräch mit Frankreichs Präsident François Hollande in Paris. Frankreich ist die erste Station der Europareise von Modi, der ab Sonntag auch in Deutschland erwartet wird.

Die genauen Bedingungen für die Lieferung der 36 Rafale-Kampfjets sollen laut Modi erst noch festgelegt werden, der von «ausgezeichneten Beziehungen» zu Frankreich sprach. Das Volumen eines solchen Vertrages könnte sich auf fast vier Milliarden Euro belaufen, da der Preis eines Kampfflugzeugs beim Export auf 110 Millionen Euro ohne Waffen geschätzt wird. Auch Hollande hob bei der gemeinsamen Pressekonferenz die enge Partnerschaft beider Länder in allen Bereichen hervor.

126 Rafale-Kampfjets

Die indische Regierung verhandelt seit Januar 2012 exklusiv mit dem französischen Flugzeugbauer Dassault über den Kauf von 126 Rafale-Kampfjets, von denen 108 in Indien produziert werden sollten. Das Volumen wurde damals auf 20 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 18,4 Milliarden Euro) geschätzt. Indien und Frankreich kamen nun überein, die Verhandlungen über die Produktion von Rafale-Kampfjets in Indien fortzusetzen, wie aus dem Verteidigungsministerium in Paris verlautete. Kurz vor dem Besuch Modis in Paris hatte es in der indischen Presse geheißen, Modi strebe rasch einen direkten Kauf von einigen Dutzend Rafale von Frankreich an, um die veraltete Flugzeug-Flotte der indischen Streitkräfte zu modernisieren.

Modi machte nun deutlich, dass die 36 Rafale wegen eines «wesentlichen operationellen Bedürfnisses» der indischen Armee sobald wie möglich geliefert werden sollten. Bei Modis Gesprächen ging es auch um den Atomsektor. Kleine Fortschritte gab es für die französische Seite beim angestrebten Verkauf von sechs neuen Atomreaktoren vom Typ EPR an Indien. Dazu unterzeichnete der französische Atomkonzern Areva zwei Abkommen, nachdem er im Februar 2009 ein Protokoll für zwei dieser Europäischen Druckwasserreaktoren (EPR) unterzeichnet hatte.

Modi, der am Samstag zum europäischen Raum- und Luftfahrtkonzern Airbus im südfranzösischen Toulouse reisen wollte, war am Freitagmorgen zunächst am Sitz des französischen Arbeitgeberverbands Medef empfangen worden. Auf seiner Facebook-Seite schrieb Modi, er wolle das französische Engagement im indischen Programm «Make in India» stärken. Sein Werben für europäische Produktionen in seinem Land wird Modi danach in Deutschland fortsetzen.