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Gewinn bricht ein – Dividende fällt aus

Gewinn bricht ein – Dividende fällt aus

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Der französische Alstom Konzern weist für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Gewinn-Rückgang um 28 Prozent auf 556 Millionen Euro aus. Das Unternehmen lässt die Dividende ausfallen.

Die Beurteilung der Bilanz des Jahres 2013 des französischen Alstom Konzerns hängt vom Blickwinkel ab. Das Unternehmen stellt nicht nur seinen Einbruch beim Gewinn vor. Die Energiesparte leidet unter schwachen Bestellungen bei Turbinen im Kraftwerksbereich. Im Bereich der Windmühlen muss Alstom seine Aufträge immer weiter rund um den Globus suchen. Brasilien hat hier das Geschäft im vergangenen Jahr gerettet. Das Geschäft zog in dieser Sparte erst im zweiten Halbjahr 2013 an. Im Bereich der Turbinen der Wasserkraftwerke wurde das Geschäft gehalten dank Projekten in Albanien, in der Türkei, in Kanada, Indien und Israel. Genau diese Sparte, die schwächelt, will der Vorstandsvorsitzende des Konzerns, Patrick Kron abstoßen.

Der Verwaltungsrat hat sich für General Electric als Käufer entschieden, ist aber offen für weitere Angebote. General Electric hat für diese Sparte 12,35 Milliarden Euro angeboten. Kron musste bei der Vorstellung der Bilanz zugeben, dass die Energieparte geschwächt ist. Der Konzern brenne nicht, aber es sei seine Aufgabe, das Unternehmen langfristig zu sichern. Die Energiesparte, hatte Kron bereits früher deutlich gemacht, brauche langfristig einen Partner.

Siemens hält sich bedeckt

Der Vorstandsvorsitzende der Siemens AG, der zur selben Zeit in Deutschland die Unternehmensergebnisse vorstellte, hielt sich für ein mögliches Angebot bedeckt. Joe Kaeser sagte zu Alstom: „Wir haben zunächst einmal vier Wochen die Möglichkeit, uns die wirtschaftliche Situation anzuschauen. Danach werden wir genau prüfen, ob wir ein Angebot für die Energiersparte abgeben.“ Das klingt derzeit nicht so, als ob die französische Regierung mit Siemens als „weißen Ritter“ für Alstom, rechnen könnte. Zumal sie gerade die Gasturbinensparte der britischen Rolls Royce Gruppe hinzukauft.

Die Alstom Zahlen kommen möglicherweise zum falschen Zeitpunkt für die französische Regierung. Sie hatte am Dienstag noch erklärt, dass zwölf Milliarden Euro für die Energiesparte nicht genug seien. Mit einer schwächelnden Energiesparte gibt es wohl kaum Möglichkeiten, den Preis noch in die Höhe zu schaukeln. Vielmehr wird deutlich, dass es dem Unternehmen so gut nicht geht, wie in den vergangenen Wochen vorgestellt.

Dynamischer Transportbereich

Insgesamt weist Alstom einen Auftragsbestand für die kommenden 30 Monate aus. Das geht eher auf die Transportsparte zurück, die im zweiten Halbjahr 2013 eine dynamische Entwicklung aufweist. In Saudi Arabien baut Alstom schlüsselfertig eine Metro, in Frankreich gehen neue Bestellungen für Regionalzüge ein, in Chile schließlich gibt es einen Auftrag für eine Metro-Modernisierung. Der Auftragsbestand in der Transportsparte liegt bei 22,3 Milliarden Euro und sichert vier Jahre Arbeit. Der Vergleich der beiden Sparten zeigt, warum Kron meint, dass der Transportbereich alleine gut ein internationaler Player sein kann, der Energiebereich mit Turbinen und Netzwerken hingegen abgestoßen werden soll.

Kron äußerte sich dezidiert zum zukünftigen Aussehen der Gruppe. Der Verwaltungsrat habe sich zunächst für Gespräche mit General Electric für den Verkauf der Energiesparte ausgesprochen. Das bedeute, dass sich Alstom nicht um weitere Bewerber bemühen werde. Allerdings bestünde für andere Bewerber um die Energiesparte die Möglichkeit, sich aus Eigeninitiative noch zu bewerben. Eingehende Vorschläge würden geprüft werden. Bei allem Druck, den die französische Regierung in Richtung Siemens ausübt, klingt das nicht so, als ob ein Angebot aus München noch viel Sinn machen würde.