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Erneut Kartellverdacht in der Stahlbranche

Erneut Kartellverdacht in der Stahlbranche

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Deutschlands Stahlbranche steht unter enormem Druck aus Fernost. Da ist die Verlockung groß, mit Absprachen zu Lasten der Kundschaft die Preise künstlich hochzutreiben. Mehrere Verfahren laufen schon, nun sind die Wettbewerbshüter erneut aktiv geworden.

Das Bundeskartellamt hat deshalb Ende August an drei Tagen hintereinander insgesamt sieben Stahlunternehmen sowie drei Privatwohnungen durchsuchen lassen, bestätigte ein Kartellamtssprecher am Montag. Es gehe um mögliche Preisabsprachen im Bereich Flachstahl. Zuvor hatten die Rheinische Post und das Manager Magazin über die Durchsuchungen berichtet.

ArcelorMittal bestätigt Durchsuchungen

Das Bundeskartellamt nennt bis zum Abschluss der Verfahren selbst keine Firmennamen. Die Stahlkonzerne Salzgitter und ArcelorMittal bestätigten aber für ihre Unternehmen die Durchsuchungen. Man habe alle gewünschten Unterlagen zur Verfügung gestellt, erklärte Salzgitter am Montag. Bei ArcelorMittal hieß es: «Es gab auch bei uns Hausdurchsuchungen. Wir arbeiten vollumfänglich mit den Behörden zusammen.» An welchen Orten die Durchsuchungen stattgefunden haben, wollte ein Sprecher auf Anfrage nicht sagen.

Ermittelt wird nach unbestätigten Angaben auch gegen Deutschlands größten Stahlkonzern Thyssenkrupp. Dort soll es aber keine Durchsuchungen gegeben haben. Ein Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. «Wir nehmen die Vorgänge sehr ernst und unterstützen die Ermittlungen der Behörde, können aufgrund der laufenden Verfahren derzeit jedoch keine weiteren Angaben machen», hieß es.

Massiver Wettbewerbsdruck 

Deutschlands Stahlunternehmen stehen seit Jahren unter massivem Wettbewerbsdruck durch Überkapazitäten vor allem aus China. Immer wieder geht das Bundeskartellamt vor diesem Hintergrund dem Verdacht illegaler Preisabsprachen nach.

So läuft bereits seit Ende November 2015 ein Verfahren zu möglichen Absprachen bei Edelstahlprodukten. In einem weiteren Verfahren durchsuchten die Kartellwächter Mitte Juni 2016 sechs Unternehmen. Hier ging es um den Stahleinkauf für die Automobil- und Automobilzulieferindustrie. Ermittelt wird außerdem seit Juni dieses Jahres gegen drei Schmiedeunternehmen, die die Preise für Antriebs- und Getriebeteile für die Autoindustrie abgesprochen haben sollen.

Laut Manager Magazin ermittelt die Behörde aktuell auch gegen die Interessenvertretung der Branche, die Wirtschaftsvereinigung Stahl. Von der Wirtschaftsvereinigung war dazu zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Raphael Rippinger
4. September 2017 - 16.09

"Stahlunternehmen stehen seit Jahren unter massivem Wettbewerbsdruck durch Überkapazitäten vor allem aus China." O ja? Wirklich? Wer hat dankend das Geld des Chinesischen Staates angenommen? Wer hat den Chinesen das Know-How denn verkauft? Nach wie langer Zeit waren denn die Chinesen in der Lage "Überkapazitäten" zu produzieren? Was wird wohl der nächste Schritt der Chinesischen Planwirtschaft sein? Richtig! Die noch bestehenden Stahlunternehmen wirtschaften lassen; mit Hilfe der Kartellämte bitte... schließlich haben wir haben ja Globalisierung! Wenn die dann gar nicht mehr konkurrenzfähig produzieren können was dann? Ja dann kommt erneut der Geldregen der Chinesischen Planwirtschaft und die Unternehmen gehören dem Chinesischen Staat. Wetten? :-)