Der 2009 durch den Zusammenschluss von Cegedel, SaarFerngas und Soteg gegründete Energiekonzern konnte letztes Jahr sein Geschäftsvolumen weiter ausweiten. Der Umsatz stieg um 11,7 Prozent auf 2,95 Milliarden Euro. Bereits im Jahr zuvor war der Umsatz um 6,3 Prozent gewachsen.
Die starken Umsatz-Zuwächse seien vor allem auf neue industrielle Kunden in Deutschland und Frankreich zurückzuführen, berichtet Enovos. „Die Verkäufe in den Ländern rund um Luxemburg entwickeln sich sehr gut“, so Geschäftsführer Jean Lucius auf der gestrigen Jahrespressekonferenz. In Luxemburg seien die Verkäufe „stabil“ geblieben.
Das Resultat: Der Energiekonzern ist mittlerweile aus Luxemburg herausgewachsen. Mit über 60 Prozent des Umsatzes war Deutschland letztes Jahr der wichtigste Markt für den Konzern.
Mehr Mitarbeiter
Mit dem Umsatz ist auch die Zahl der Mitarbeiter gestiegen. Insgesamt beschäftigt Enovos heute 1.394 Personen – davon 1.032 in Luxemburg. Und 2014 wird weiter eingestellt, so das Unternehmen.
Deutlich zugelegt hat mit 20 Prozent auch das operative Ergebnis des Konzerns. Der Nettojahresgewinn hingegen ist mit 96,7 Millionen Euro leicht rückläufig. Rechne man aber die außerordentlichen Einnahmen aus dem Vorjahr (Verkauf einer Beteiligung) heraus, dann sei der gewinn um 19 Millionen gestiegen, so Guy Weicherding, Finanzchef von Enovos.
«Kein einfaches Jahr»
Es sei aber kein einfaches Jahr gewesen, so Marco Hoffmann, Präsident des Verwaltungsrates. Das Umfeld sei schwierig, die Wirtschaft wachse nur langsam, die Konkurrenz sei hart, die Preise unterliegen Schwankungen, und eine schwerwiegende Regulierung mache langfristige Investitionen kompliziert.
Daneben stellten der billige Preis für Kohle und CO2-Zertifikate eine Gefahr für die Rentabilität von Gaskraftwerken dar, so der Konzern. Enovos spielt daher mit Überlegungen, das Twinerg-Kraftwerk in Esch/Alzette entweder in Belgien oder in Deutschland als Spitzenlastkraftwerk mit einzubringen.
Trotz aller Schwierigkeiten hat Enovos, mit 270,4 Millionen Euro (davon 169 Millionen in Luxemburg), auch im vergangenen Jahr viel investiert. Etwa die Hälfte der Summe ist in die Infrastruktur, die Netze, geflossen. Rund ein Drittel der Summe wurde im Bereich der erneuerbaren Energien investiert.
169 Millionen in Luxemburg investiert
Die getätigten Investitionen machen sich im Resultat des Unternehmens bemerkbar: So hat der Netzbetrieb letztes Jahr insgesamt 67 Prozent zum operativen Gewinn beigetragen – die Summe ist von 111,4 Millionen (2012) auf 130 Millionen (2013) angestiegen. Der Bereich erneuerbare Energien hat, nach 10,2 Millionen in 2012, letztes Jahr insgesamt 14,9 Millionen zum operativen Gewinn von Enovos beigetragen.
Mit den getätigten Investitionen ist aber auch die Verschuldung des Konzerns von 297,1 auf 452,7 Millionen Euro angestiegen. Dennoch hat Enovos eine „starke und gesunde Bilanz“, so Weicherding. Das Eigenkapital stehe für 47 Prozent der Bilanzsumme. Über die künftige Aktionärsstruktur von Enovos war gestern nur wenig neuer zu erfahren. Dass Aktionäre wie RWE und E.ON verkaufen wollen, war bekannt. Aber betreffend Verhandlungen „stehen wir noch ganz am Anfang“, so Marco Hoffmann. Bis zum Ende dieses Jahres will man mehr wissen. Was die Elektrizitätspreise für die Luxemburger Haushalte angeht, so Jean Lucius, sei man der Überzeugung, dass sie in Zukunft wohl fallen werden. „Die Tendenz zeigt nach unten“, unterstreicht er. Beim Gaspreis hingegen sehe die künftige Preisentwicklung für die Luxemburger Haushalte „eher stabil“ aus.
In diesem Jahr wird auch das neue Verwaltungsgebäude in Esch/Alzette fertiggestellt. Etwa 350 Mitarbeiter werden von Strassen in die Industriezone Schlassgoart umziehen.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können