Mit einer Feier gab die chinesische Großbank ICBC am Donnerstagabend in Luxemburg den Startschuss für das Renminbi-Clearing in Luxemburg. Im Klartext: Ab jetzt können Banken aus Luxemburg oder aus anderen Ländern über ein Konto, das sie bei der ICBC in Luxemburg einrichten, Transaktionen in der chinesischen Währung Renminbi, auch RMB oder Yuan genannt, abwickeln. Die ICBC in Luxemburg ist zugleich der Europasitz der Bank. ICBC feierte am Donnerstagabend auch ihr 15-jähriges Jubiläum am Standort Luxemburg. Europasitz wurde sie allerdings erst kürzlich.
Die ICBC gilt mit ihren fast 428.000 Mitarbeitern als die größte Bank der Welt.
RMB-Clearingplattformen
Transaktionen mit der chinesischen Währung außerhalb Chinas sind durch die Regierung noch immer stark begrenzt. Peking unternimmt allerdings in den letzten Monaten und Jahren Anstrengungen, diese Hemmnisse zu lockern. Dazu errichtet China in einigen Finanzzentren der Welt RMB-Clearingplattformen. Die chinesische Zentralbank, die Peoples Bank of China, hatte dazu mit der Luxemburger Zentralbank und der Luxemburger Regierung verhandelt.
«Dies ist wahrlich ein großes Ereignis für die ICBC, aber es ist auch wahrlich ein großer Ereignis für unseren internationalen Finanzplatz und es ist wahrlich ein wichtiges Ereignis für Luxemburg», sagte Finanzminister Gramegna.
Er sprach über die immer enger werdenden wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Luxemburg und China und verwies auf die gewichtige Rolle, die China mittlerweile für den Luxemburger Flughafen spielt.
Wichtige Rolle
Der Minister unterstrich aber auch die Rolle, die der Renminbi bereits in Luxemburg spielt: «In den letzten zwei Jahren haben wir dafür gesorgt, dass wir in diesem Bereich mitspielen können.» Und weiter: «Wenn es um Einlagen in Renminbi geht, wenn es um Kredite in Renminbi geht und definitiv, wenn es um Fonds in Renminbi geht, sind wir die Nummer eins.»
«Wir haben das Privileg, dass von den rund 150 Banken in Luxemburg sechs aus China stammen. Wir sehen Sie als Kunden, unsere Freunde. Als Regierung werden wir unser Bestes tun, damit wir einen gesetzlichen Rahmen haben, der Ihrem Geschäft zuträglich ist. Wenn wir irgendetwas falsch machen, dann lassen Sie es uns wissen. Wenn wir etwas richtig machen dann lassen Sie es uns auch wissen», sagte der Minister.
Zu Demaart
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