Die Partie in Vilnius begann gleich mit zwei Überraschungen. Der leicht angeschlagene Gerson Rodrigues musste auf der Bank Platz nehmen. Für den Stürmer von Eyüpspor stand Edvin Muratovic auf dem Platz. Auch der neue Gladbacher Profi Yvandro Borges bekam seine Chance in der Anfangself. Nationaltrainer Luc Holtz musste komplett auf den verletzten Kapitän Laurent Jans verzichten, der auf der rechten Abwehrseite durch Marvin Martins ersetzt wurde. Auch Olivier Thill fehlte wegen seines Kreuzbandrisses. Das zentrale Mittelfeld wurde von Ersatzkapitän Christopher Martins und Leandro Barreiro gebildet. Luxemburg lief in einem 4-2-3-1-System auf, während Litauens Trainer Valdas Ivanauskas mit einer 4-5-1-Taktik spielen ließ und zunächst auf Sturm-Routinier Fedor Cernych (Jagiellonia/POL) verzichtete.
Die Litauer begannen wie erwartet und gingen sofort mit voller Wucht in die Duelle. Holtz hatte vor dem Spiel eindringlich vor diesem Szenario gewarnt. Obwohl seine Mannschaft darauf vorbereitet war, hatte Luxemburg Probleme mit dieser forschen Herangehensweise. In der Anfangsphase hatten die Gäste trotzdem zwei kleinere Chancen durch Sinani (7. und 17.). Die Heimelf hatte ihre stärkste Phase zwischen der 20. und 30. Minute. Glück hatte Moris bei einem Eckball, als Utkus völlig frei war, der FLF-Torwart jedoch richtig stand, um den Rückstand zu verhindern (22.). Fünf Minuten später ging ein Dropkick von Megelaitis knapp neben das Tor.
Einen Elfmeter forderten die Luxemburg nach genau einer halben Stunde Spielzeit. Nach einer schönen Kombination über mehrere Stationen landete der Ball bei Sinani. Der legte sich das Spielgerät im Strafraum zurecht, sein Schuss wurde jedoch vom litauischen Verteidiger Barauskas abgeblockt. War es ein Handspiel? Der israelische Schiedsrichter Fuxman sagte Nein. Nach dieser Aktion lief es jedoch besser für die „Roten Löwen“. Sie hatten den Gegner nun besser unter Kontrolle. In der 40. Minute bekam Borges den Ball von V. Thill im Strafraum serviert, zielte jedoch zu hoch.
Kurz vor der Pause ging Luxemburg dann in Führung. Nach einem Doppelpass mit Borges war Sinani im halblinken Strafraum frei und überwand den litauischen Torwart Setkus mit einem strammen Schuss ins rechte Torwarteck.
In der Halbzeitpause entschied Holtz sich dann doch dazu, Rodrigues zu bringen. Der Stürmer wurde für V. Thill eingewechselt. Die Anfangsphase der zweiten 45 Minuten war sehr zerfahren. Luxemburg kam nicht mehr in den Rhythmus und Litauen versuchte mit allen körperlichen Mitteln, dagegenzuhalten. Eine Direktabnahme von Baravykas (52.) ging neben das Tor, Borges blockte einen Schuss von Barauskis ab (56.) und Golubickas verfehlte mit seinem Versuch den Kasten (60.). Kurz davor war ein Kopfball von M. Martins knapp über das Tor geflogen (51.).
Auswahltrainer Holtz reagierte und nahm Flügelspieler Borges vom Platz. Seine Position nahm Mittelfeldspieler Olesen ein. Dies hatte zur Folge, dass die FLF-Elf nun etwas defensiver eingestellt war und dadurch versuchte, wieder mehr Kontrolle über das Geschehen zu bekommen. Das gelang eigentlich fast sofort und das Spiel der Litauer wurde im Keim erstickt.
Eine gute Chance hatte Rodrigues in der 70. Minute, doch seinen Weitschuss aus vollem Lauf fing Setkus ohne Probleme ab.
Die Gefahr war noch nicht gebannt, aber die „Roten Löwen“ machten das einzig Richtige und führten die Vorentscheidung in der 79. Minute herbei. Bei einem Gegenstoß gab C. Martins den Ball weiter auf Olesen, dieser behielt im Strafraum die Übersicht und bediente Sinani, der Luxemburg mit seinem zweiten Treffer mit 2:0 in Front brachte. Das dritte Tor des Abends hatte Olesen auf dem Fuß, aber seine Bogenlampe ging knapp über den Kasten.
Es blieb beim 2:0 und dem ersten Sieg der Nations League 2022. Am Sonntag reiste die FLF-Auswahl weiter auf die Färöer Inseln, wo am Dienstag das Duell mit den Insulanern ausgetragen wird.
Statistik
Litauen: Setkus – Baravykas, Utkus, Satkus, Barauskas – Megelaitis, Slivka – Novikovas, Lasickas, Golubickas (63. Petkevicius) – A. Klimavicius (63. Krucikas)
Luxemburg: Moris – M. Martins, Chanot, Carlson, Pinto – C. Martins, Barreiro – Borges (60. Olesen), Sinani (89. S. Thill), V. Thill (46. Rodrigues) – Muratovic (69. Bohnert)
Schiedsrichter: Fuxman – Yakobov, Barbiro (alle Israel)
Gelbe Karten: Lasickas, Slivka, Petkevicius, Dolznikov – Chanot
Torfolge: 0:1 Sinani (45.), 0:2 Sinani (82.)
Beste Spieler: C. Martins, Sinani, Olesen – Novikovas
Zuschauer: 3.800 zahlende
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können