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Wilmots: nächste Brandrede

Wilmots: nächste Brandrede

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Nach dem müden Auftakt ist Belgien den Status als Geheimfavorit los. Trainer Marc Wilmots ist sauer – der nächste verbale „Fußtritt“ war fällig.

Beim mühsamen Auftakt verhinderte seine Brandrede eine Blamage, und auch vor dem zweiten Auftritt Belgiens heizte Marc Wilmots seinen Spielern mächtig ein. „Ihr rennt hier herum und schießt wie die Idioten!“ („cons, d.Red.), herrschte der Nationalcoach seine „Diables rouges“ in der Vorbereitung auf das Duell mit Russland beim Training an.

Wilmots störte sich daran, dass sich seine Kicker vor ihren Schussübungen nicht richtig aufgewärmt hatten – für den Disziplinverfechter ein Unding. Zumal Belgien bereits gegen die Russen die Chance hat, einen weiteren großen Schritt in Richtung des angepeilten Gruppensieges zu machen. „Was soll das?“, schimpfte Wilmots also, „ist das etwa richtig? Nachher heult ihr, dass ihr verletzt seid. Aber dann ist es zu spät.“

Attacke angekommen

Es ist davon auszugehen, dass die Attacke des früheren Profis angekommen ist. Schon beim 2:1 (0:1) gegen Algerien hatte er sie – mit Hilfe von Abwehrchef Daniel van Buyten – nach schwachem Beginn wachgerüttelt. Vor allem Stürmerstar Romelu Lukaku hatte da geschwächelt – und gelobte nun nach Wilmots Meckerei Besserung. „Ich weiß, dass ich es besser kann. Gegen Russland muss ich mich mehr bewegen, mich beweisen.“

Beim jüngsten Duell mit den Russen im November 2010 war Lukaku Doppeltorschütze zum 2:0-Sieg. Ob er am Sonntag erneut ran darf, ließ Wilmots offen. Nach den starken Auftritten seiner Joker gegen Algerien habe er „die Qual der Wahl“, ließ er wissen. Von den Russen überraschen lassen will er sich auf dem Weg zur vorzeitigen Qualifikation fürs Achtelfinale nicht.

Kompany einsatzbereit

„Wir wissen fast alles über sie“, sagte er am Freitag. Gebessert haben dürfte Wilmots Laune eine Nachricht von der medizinischen Abteilung: Kapitän Vincent Kompany hat seine Probleme an der Leiste überwunden und ist einsatzbereit. Kompany verkörpert die Tugenden, die das frühere Schalker „Kampfschwein“ von seinen Spielern einfordert: Nimmermüden Einsatz, unbedingten Willen, hundertprozentige Professionalität.

Diese Eigenschaften haben auch den ehemaligen Co-Trainer Wilmots weit gebracht. Nach anfänglicher Skepsis schlägt ihm in der Heimat inzwischen uneingeschränkte Zuneigung entgegen. Der Verband stattete ihn mit einem Vertrag bis 2018 aus und bezahlt ihm mehr als je einem Nationaltrainer zuvor.

Nationaltrainer unter Druck – alle beide

Von Wilmots wird nicht weniger erwartet als die stärkste Generation des belgischen Fußballs seit der um Jean-Marie Pfaff, die 1980 EM-Zweiter und 1986 WM-Vierter wurde, in die Weltspitze zu führen. Ein Rückschlag gegen Russland ist keine Option.

Wilmots Gegenüber Fabio Capello wird auch gerne mal laut, Disziplin und Taktik sind auch seine Steckenpferde. Nur die Anforderungen an den Italiener sind sogar noch höher: Der WM-Titel soll es sein, spätestens 2018 bei der Heim-WM. Schließlich haben auch die Russen „sehr interessante, junge Spieler“ (Capello).