Die 27-jährige Innenverteidigerin hat angekündigt, ihre Karriere bei der Nationalmannschaft aus beruflichen Gründen vorzeitig ausklingen zu lassen. „Die Entscheidung ist während der letzten Saison gereift.“ Neben einem Vollzeitjob standen wöchentlich noch vier Trainingseinheiten auf dem Programm sowie an den Wochenenden die Liga-Spieltage mit der Entente Wormeldingen. „Wer mich kennt, weiß, dass ich bei jedem Training dabei sein will und immer mein Bestes geben will. Ich habe während zwei Jahren viele Erfahrungen sammeln können und sehr viel gespielt. Trotzdem habe ich gemerkt, dass es zu viel für mich wird.“ An ein richtiges Privatleben war kaum zu denken.
In ihrer Kindheit begann Havé mit dem Kunstturnen. Mit Zweikämpfen hatte die 27-Jährige demnach im jungen Alter nicht viel zu tun, obschon sie immer mal wieder mit Familienangehörigen im heimischen Garten kickte. Ihre erste Lizenz in einem Verein unterschrieb sie aber erst im Alter von 14 Jahren, als in ihrem Wohnort Canach eine Damenmannschaft gebildet wurde. „Wir wurden damals sofort auf das Spielfeld gestellt und mussten versuchen, das Spielgerät in die richtige Richtung laufen zu lassen. Technikübungen wurden damals, im Gegensatz zu heute, nicht trainiert. Obwohl ich die Brasilianerin Marta kannte, hatte ich auch keine Vorbilder.“ Vor allem der Mannschaftsport und der Teamgeist hatten es ihr damals angetan, was sie schließlich auch motivierte, beim Fußball zu bleiben. „Das Zusammensein, auch nach den Trainingseinheiten, und das gegenseitige Motivieren haben mir von Anfang an beim Fußball sehr gefallen“.
Die Positive
Die Popularität („von 0 auf 100“) des Damenfußballs, die während der WM-Qualifikation aufgekommen ist, spürt man in der Nationalmannschaft enorm: „Natürlich haben wir auch gute Ergebnisse erzielt und somit unseren Teil dazu beigetragen. Wären die Resultate nicht so gut gewesen, weiß ich nicht, ob unsere Popularität so in die Lüfte gestiegen wäre.“
Vor dem Spiel ihres Lebens gegen die Europameisterinnen England im Stoke City Stadium ist die volle Konzentration auf Nordirland gerichtet. „Zuerst haben wir unser Heimspiel gegen Nordirland auf dem Programm. Zurzeit überwiegt die Vorfreude über das Spiel gegen England, allerdings denke ich noch nicht darüber nach, was mich dort erwarten wird. Der Fokus liegt eindeutig auf Nordirland. Mal schauen, ob Nervosität und Aufregung aufkommen, wenn ich zum ersten Mal dort im Stadion stehen werde.“
In der letzten Saison ist sie die Spielerin, die sich am meisten entwickelt hat. Sie war über die gesamte Spielzeit in bestechender Form.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wird Catherine Havé die Nationalmannschaft danach verlassen. Sie selbst beschreibt sich „als Teamplayerin, die zuerst nach den Mitspielerinnen schaut und dann erst sich selbst. Ich versuche auch immer, das Positive zu sehen und übernehme auch gerne Verantwortung. Zudem interessiert mich die Taktik beim Fußballspiel sehr.“
Damen-Nationaltrainer Dan Santos kann nur Positives über die scheidende Innenverteidigerin berichten. „Catherine Havé ist eine sehr intelligente Spielerin, die extrem schnell lernt. Zu Beginn meiner Amtszeit stand sie zwar im 23-köpfigen Aufgebot, war meistens aber nur Ersatzspielerin. Mit der Zeit hat sie sich aber herangekämpft, durchgebissen und im Training die Sachen umgesetzt, die das Trainerteam von ihr erwartet hat. In der letzten Saison war sie die Spielerin, die sich am meisten entwickelt hat. Sie war über die gesamte Spielzeit in bestechender Form.“ Trotzdem ist Santos nicht bange, denn der Nachwuchs wird nachrücken und seine Chance erhalten. Mit Ashley Delgado und Mariana Lourenço stehen zwei junge Kandidatinnen in den Startlöchern, dazu viel Erfahrung in der Person von Sadine Correia.
Das Programm
WM-Qualifikation:
Am Freitag, 2. September um 18.30 Uhr im Stade Émile Mayrisch: Luxemburg – Nordirland
Am Dienstag, 6. September um 20.30 Uhr im Stoke City Stadium: England – Luxemburg
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