Der Brite nahm Stellung zu brandaktuellen Themen wie dem möglichen Lizenzentzug von Astana, dem CIRC-Report, seinen umstrittenen Vorgängern Hein Verbruggen und Pat McQuaid. Aber auch die bevorstehenden Herausforderungen im Kampf gegen Doping und die Cyclocross-WM 2017 in Beles wurden angesprochen.
Herr Cookson, Sie haben im September 2013 einen nicht gerade einfachen Job übernommen. Was waren Ihre Beweggründe?
Brian Cooskon: «Oh nein, einfach ist er mit Sicherheit nicht. Ich war zuvor während 16 Jahren Präsident des britischen Radsportverbandes sowie Mitglied des UCI-Vorstandes. Ich habe gesehen, dass der Ruf des Sports zerstört war und es keine Anzeichen dafür gab, dass sich daran irgendetwas ändern würde, obwohl die Möglichkeiten vorhanden waren. Also war es klar, dass es einen Wechsel an der Spitze geben musste um etwas zu bewirken. Da sich kein anderer bereit erklärte die Herausforderung anzunehmen, habe ich sie nach einigen Gesprächen mit Kollegen angenommen.»
Die UCI hat seit Ihrem Amtsantritt vieles unternommen um transparenter zu werden. Dennoch wird der Radsport oft in einem schlechten Licht dargestellt. Wie frustrierend ist das für Sie?
«Wir versuchen jedenfalls so transparent wie möglich zu sein. Aber es wird immer Leute geben, die hinter allem gleich eine Verschwörung wittern. Man muss aber dazu sagen, dass wir in der Vergangenheit jede Menge Probleme hatten, wie u.a. der CIRC-Bericht aufdeckte. Und diese Probleme – ob Doping oder anderer Natur – wurden sehr schlecht gemanagt. Vielleicht verdienen wir aufgrund unserer Vergangenheit diesen schlechten Ruf. Wir setzen jedenfalls alles daran, dies zu ändern und wir sind uns bewusst, dass dies nicht über Nacht passieren wird. Es liegt an uns, mit der nötigen Transparenz und den richtigen Entscheidungen dafür zu sorgen, dass die Leute das Vertrauen in den Sport zurückgewinnen.»
Nach dem CIRC-Bericht haben ihre Vorgänger Pat McQuaid und Hein Verbruggen gesagt, dass sie nun entlastet seien. Was sagen Sie dazu?
(lacht) «Nun ich war etwas überrascht über ihre Interpretation des Berichts und es ist sicherlich nicht die meinige. Der Report kritisiert das Verhalten der beiden ehemaligen Präsidenten sehr heftig. Deshalb habe ich Herr Verbruggen auch einen Brief geschrieben, dass er seine Position als Ehrenpräsident überdenken soll. Noch warte ich auf eine Antwort. Außerdem wird sich unsere Ethik-Kommission wohl auch mit einigen Anschuldigungen aus dem Report befassen.»
Das komplette Interview lesen Sie in der Mittwochsausgabe des Tageblatt sowie als e-paper.
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