Der 22-Jährigen schlugen zwar wenig Herzen von den Rängen entgegen, was die Zuschauer aber nicht davon abhielt, ihr Weltklassetennis zu bewundern und zu applaudieren.
Resultate
Einzel, Halbfinale:
Victoria Azarenka (BLR, 3/Nr. 1) – Julia Görges (D, 21/Nr. 6) 6:3, 6:3, Monica Niculescu (ROM, 34) – Anne Keothavong (GB, 90) 7:5, 4:6, 6:3Finale:
Azarenka – Niculescu 6:2, 6:2Doppel, Halbfinale:
Hradecka/Makarova (CZE/RUS/Nr. 2) – Medina Garrigues/Pavlyuchenkova (E/RUS) 6:2, 3:6, 13:11;Finale:
Benesova/Zahlavova (CZE/Nr. 1) – Hradecka/Makarova 7:5, 6:3
Victoria Azarenka gab auf Kockelscheuer keinen einzigen Satz ab und trug sich als verdiente Gewinnerin in die Siegerliste des luxemburgischen Damenturniers ein. Als solche kam Victoria Azarenka aber richtig gut rüber.
Von sich selbst behauptete die Nummer 3 der Weltrangliste (seit 12. September), dass sie im Moment nicht ihr bestes Tennis spiele. Für die Luxemburger Open hat es allemal gereicht. Wenn sie es jetzt noch schafft, an ihrem Sympathiepegel zu feilen, dann kann Azarenka eine ganz Große werden. Am Samstag im Halbfinale konnte sich Julia Görges, immerhin Finalistin im letzten Jahr und die Nummer 21 in der Welt, ein Bild von der Stärke der Weißrussin machen. Nachdem Azarenka zuletzt dreimal in Folge im Halbfinale scheiterte (ihr Viertelfinalerfolg in Luxemburg war der 50. Sieg 2011), stand Azarenka am Samstag nach nur 1.15′ im Finale der offenen luxemburgischen Meisterschaften. Und die gleichaltrige Deutsche erkannte deren Überlegenheit neidlos an: „Gegen eine solche Spielerin musst du immer 100% geben, nach der langen Saison war das bei mir heute nicht der Fall und deshalb hat es in beiden Sätzen nur zu drei Spielen gereicht.“ Unzufrieden war Görges aber mit ihrer Saison nicht: „Wenn man sich von Platz 40 in die Top-20 nach vorne arbeitet, ist das ein tolles Gefühl. Ich muss aber weiterhin an mir arbeiten, auch wenn die Schritte jetzt kleiner und schwieriger werden.“
Dramatisch
Ganz anders war der Verlauf des zweiten Halbfinales, das dem Azarenka-Spiel vorangegangen war. Das Match zwischen Monica Niculescu und Anne Keothavong hatte zwar nicht die gleiche Klasse zu bieten, lebte aber von einer unglaublichen Dramaturgie, die die Zuschauer begeisterte. Auch hier lagen die Sympathien auf Seiten der Verliererin, denn während die letzte verbliebene Qualifikantin – Keothavong stand schon 2010 im Halbfinale – das Spiel machte, spielte die 24-jährige Rumänin sehr defensiv und erntete mit ihren „Mondbällen“ wenig Anerkennung. Niculescu (34) spielte allerdings die Rückhand und die Slices perfekt und stieß nach über drei Stunden (3.02′) zum ersten Mal in ihrer Karriere und bei ihrem ersten Auftritt auf Kockelscheuer ins Finale vor. Dort wäre die Britin (93) auch gerne gelandet: „Die Chance war da, aber es wurde das erwartet schwere Spiel. Gegen diese ‚Mondbälle‘ fand ich einfach nicht das richtige Rezept. Zudem ist Monica sehr flink, so dass es schwer war, das Spiel schnell zu machen.“
So kam es am Sonntag zu der Finalpaarung, die sich die Zuschauer am wenigsten gewünscht hatten. Victoria Azarenka lieferte aber erneut eine Galavorstellung ab und mit ihrem Können wurde das Publikum mehr als entschädigt. Auch wenn die Ex-Juniorenweltmeisterin (2005), wie fast sämtliche Spielerinnen, etwas Probleme mit der defensiven Art von Monica Niculescu hatte, so hatte sie fast immer eine Lösung parat. Nach 1.14′ konnte Victoria Azarenka schließlich den 8. Titel ihrer Karriere feiern, den 3. im Jahr 2011. Und den 1. Titel in Luxemburg – 2007 war die damals 18-Jährige in Luxemburg im Viertelfinale an Zvonareva gescheitert. Im ersten Satz landete die Weltranglistendritte schon nach 10′ das erste Break zum 2:1, ein zweites folgte (18′) zum 4:1 und nach einem dritten Break (33′) zum 6:2 war der erste Satz gegessen. Der zweite Satz ging zunächst flott voran, bis sich beim 3:0 einige Schnitzer ins Spiel von Azarenka einschlichen, ohne dass Monica Niculescu wirklich Nutzen daraus ziehen konnte (2:6): „Ich habe heute alles versucht, da war nichts zu machen. Aber ich bin nicht unzufrieden. Zwar war Peking zuvor mein bestes Turnier, aber in Luxemburg habe ich mein bestes Resultat erzielt. Ich hatte hier viele und lange Matches und das hat mir mein Körper heute auch gezeigt. Vor dem Turnier hatte ich nie mit einem solchen Ergebnis gerechnet, zumal bei einem Indoor-Wettbewerb.“
Genau wie im Einzel wurde auch im Doppel die Reihenfolge der Setzliste gewahrt, dies sogar zu 100%. Im Finale trafen die an eins gesetzten Iveta Benesova und Barbora Zahlavova-Strycova auf die an 2 gesetzten Lucie Hradecka (CZE) und Elena Makarova (RUS), mit einem Zweisatzsieg für die beiden Tschechinnen.
Zu Demaart
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