Dienstag13. Januar 2026

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Valverde will sich gegen Sperre wehren

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RADSPORT - Der nach eigener Aussage „wahrscheinlich am meisten kontrollierte Sportler der Welt“, Alejandro Valverde (Foto), muss eine zweijährige, weltweite Dopingsperre absitzen (siehe „T“ von gestern). Der spanische Radprofi will sich dagegen wehren.

Claude Clemens


Dies zunächst vor dem höchsten Schweizer Gericht, dem „Tribunal fédéral suisse“, wenn nötig auch vor dem Europäischen Menschenrechts-Gerichtshof.

Mit welchen Chancen? Schwer zu sagen. Die Reaktionen sind jedenfalls geteilt. Von den meisten Seiten gibt es Beifall, Valverde selbst, sein Team und der spanische Radsport-Verband sehen sich als Opfer einer Kampagne und rufen Verschwörung.

Kein Präzedenzfall

 Zu den Fakten. Valverde ist nach Eisschnellläuferin Claudia Pechstein (Deutschland) der zweite Sportler, der aufgrund von Indizien – und nicht einer positiven Dopingprobe oder eines Geständnisses – zu einer Sperre verurteilt wird. Und dies bis hin zur höchsten Instanz, die es im Sport gibt, dem „Tribunal arbitral du sport“ (CAS) in Lausanne.

 Die Indizien: Aus der hinlänglich bekannten spanischen „Operacion Puerto“ um den Gynäkologen Eufemiano Fuentes gibt es einen Blutbeutel Nr. 18. Das Blut in diesem Beutel enthält nachweislich das künstliche Blutdoping-Mittel Epo. In Italien wurde mittels DNA-Abgleich festgestellt, dass dieses Blut Valverde gehören muss.

 Das CAS macht sich diese Argumentation zu eigen, und da gemäß internationalem Anti-Doping-Regelwerk bereits der Versuch von Doping (mittels einer verbotenen Substanz oder einer verbotenen Methode) zu ahnden ist, wird Valverde gesperrt.

 Ebenfalls Fakt: Von Valverde gibt es keine positive Dopingprobe. Das CAS konnte also nicht – wie gefordert – alle Valverde-Resultate annullieren. Die strafrechtlichen Ermittlungen in der Affäre Puerto begannen übrigens im Mai 2004, zwei Jahre später trat sie zutage.

 Weiterer Fakt: Der Beginn von Valverdes zweijähriger Sperre (1. Januar 2010) ist ob „fehlendem“ genauen Datum eines Vergehens „willkürlich“ festgelegt, aus prozeduralen Gründen ist es eben dieses Datum. Erst ab diesem Datum werden denn auch folgerichtig – auch ohne positive Probe – alle Resultate annulliert, da Valverde ja eigentlich nicht mehr fahren hätte dürfen.

Schwieriger Kampf

Darf sich Valverde aufgrund dieser Tatsachen Hoffnungen machen? Das müssen definitiv Gerichte klären.
Die Affäre zeigt jedenfalls zum wiederholten Male, wie schwierig der Anti-Doping-Kampf ist. Und dass es im ur-eigensten Interesse des Sports ist, sich – nicht nur, aber besonders – im Kampf gegen Doping absolut wasserdichte Regeln zu geben.

MEHR INFOS:
www.tas-cas.org

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www.uci.ch