Donnerstag1. Januar 2026

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Uruguay: Rache für Suarez-Rekordstrafe

Uruguay: Rache für Suarez-Rekordstrafe

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Das große Problem von Uruguay kennt der Achtelfinalgegner nur zu gut: Auch bei Kolumbien fehlt in Falcao der Superstürmer. Doch der Rekordbann von Beißer Luis Suárez trifft die „Celeste“ nicht nur sportlich. Ein ganzes Land fühlt sich angegriffen.

„Wir sind alle Suarez!“ – ganz Uruguay erklärt die Rache für die WM-Rekordstrafe des Stürmerstars zur nationalen Aufgabe. Nach der ersten Fassungslosigkeit über den Bann seines Angriffsanführers richteten die stolzen Südamerikaner den Zorn auf das Achtelfinale gegen Kolumbien am Samstag (28.06.14/22.00 Uhr MESZ). „Uns kann nichts stoppen“, betonte Kapitän Diego Lugano in einer Art trotziger Regierungserklärung an den Sünder Luis Suarez, das Team und die Fans. „Wir werden weitergehen mit Demut, Einheit, Engagement, Erkenntnis der Fehler und mit erhobenem Kopf.“

Guantanamo?

Der Furor über die bislang nie da gewesene Neun-Spiele-Sperre für die Beißattacke ging nach dem Urteilsspruch der FIFA-Disziplinarkommission jedoch noch über die Landesgrenzen hinaus. „Warum schickt ihr ihn nicht gleich nach Guantanamo?“, spottete Argentiniens früherer Weltstar Diego Maradona über das „unfaire“ Ausmaß der Bestrafung. Es sei „ein unglaubliches Mafia-Ding“. Auch Brasiliens Stürmer Fred ergriff für Suarez Partei, der nationale Verband wollte „sofort“ Einspruch gegen den FIFA-Beschluss einlegen. „Die Sanktion ist eine Aggression gegen die Jungs des uruguayischen Volkes“, ereiferte sich Staatspräsident José Mujica. Auf raschen Erfolg gibt es jedoch keine Aussicht: Mit emotionalen Umarmungen verabschiedete sich der für vier Monate von allen Fußball-Aktivitäten gesperrte Suarez in Natal von den Betreuern der „Celeste“. Während der Ausgeschlossene am Airport von Montevideo neben zahlreichen Fans sogar von Regierungschef Mujica erwartet wurde – wegen des verspäteten Flugs letztlich vergeblich –, landete das Team von Trainer Oscar Tabarez in Rio de Janeiro. Wo vor 64 Jahren im legendären Maracanã der Sensations-Titelcoup gegen Brasilien gelungen war, soll nun irgendwie der Verlust des Offensiv-Fixpunkts kompensiert werden, der im Alleingang für das wichtige 2:1 in der Vorrunde gegen England gesorgt hatte.

Vor ihrer anstehenden Achtelfinal-Aufgabe gegen das leicht favorisierte Kolumbien dachten die Spieler noch an den nun fehlenden 23. Mann im Kader. „Eine Umarmung an Luis, der immer wieder aufsteht und besonders an seine Familie, die am meisten leidet in diesen Fällen“, sendete Lugano als öffentlichen Gruß an Suarez.

Hungrig auf Ruhm

Wie es auch ohne den wichtigsten Angreifer überragend funktionieren kann, hat Kolumbien bei seinem Sturmlauf zum Gruppensieg und ins erst zweite Achtelfinale eindrucksvoll bewiesen. Vor der WM erschütterte der Ausfall von Superstar Radamel Falcao die Mannschaft von Coach José Pekerman. Mit drei Treffern ist der 22-Jährige James Rodriguez allerdings bereits nach drei Spielen zum besten Torschützen in der WM-Geschichte der „Los Cafeteros“ aufgestiegen. „Diese kolumbianische Mannschaft ist hungrig auf Ruhm, darauf, Geschichte zu schreiben, weit zu kommen“, bekräftigte Jackson Martinez.

Die Sympathien im internen Kontinental-Duell hat der Fall Suarez aber zumindest ein wenig in Richtung des zweimaligen Weltmeisters verschoben. Zum Ende seiner TV-Sendung enthüllte Maradona ein T-Shirt mit der Aufschrift: „Luisito, wir sind mit dir.“