Frank Schleck fuhr ein tapferes Rennen und klassierte sich als 26., während Laurent Didier 97. wurde.
Radsport in Zahlen
Paris-Nice, 6. Etappe, Einzelzeitfahren, Rognes – Aix-en-Provence (27 km): 1. Tony Martin (D/HTC) 33:24 Min.; 2. Bradley Wiggins (GB/SKY) + 0:20; 3. Richie Porte (AUS/SAX) + 0:29; 4. Andreas Klöden (D/RAD) + 0:46; 5. Jean-Christophe Peraud (F/AG2R) + 0:55; 6. Lieuwe Westra (NED/VCD) + 0:57; 7. Andrew Talansky (USA/GRM) 1:05, 8. Rein Taaremae (EST/COF) 1:10, 9. Levi Leipheimer (USA/RSH) beide 1:10, 10. Tejay Van Garderen (USA/HTC) 1:29, … 20. Linus Gerdemann (D/LEO) 1:55, 24. Maxime Monfort (B/LEO) 2:03, 25. Jens Voigt (D/LEO) 2:10, 26. Frank Schleck (LUX/LEO) 2:11, 72. Bruno Pires (POR/LEO) 3:33, 82. Brice Feillu (F/LEO) 3:42, 90. Jakob Fuglsang (DEN/LEO) 3:53, 97. Laurent Didier (LUX/SAX) 4:01, 153. Wouter Weylandt (B/LEO) 5:56
Gesamtwertung: 1. Martin 24:59:47 Std.; 2. Klöden 0:36 Min.; 3. Wiggins 0:39; 4. Taaramae 1:10; 5. Peraud 1:14; 6. Leipheimer 1:29; 7. Janezj Brajkovic (SLO/RSH) 1:32; 8. Samuel Sanchez (E/EUS) 1:37; 9. Xavier Tondo Volpini (E/MOV) 1:51; 10. Bauke Mollema (NED/RAB) 1:57; … 14. Monfort 2:22, 16. Schleck 2:30, 25. Gerdemann 3:51, 66. Pires 19:09, 67. Voigt 19:14, 70. Didier 19:37, 120. Fuglsang 38:01,123. Feillu 38:32, Weylandt 51:00
Tony Martin hielt Wort. Der Deutsche, der als Favorit in das 27 km lange Zeitfahren von Rognes nach Aix-en-Provence ging, gewann die Prüfung überlegen und setzte sich wie erwartet auch an die Spitze der Gesamtwertung. Martin fuhr mit einer derartigen Maestria, dass er das Rennen förmlich „erdrückte“ und den Zweiten, Bradley Wiggins, um 20 Sekunden distanzierte.
Tony Martin, der am 23. April 26 Jahre alt wird, gewann in diesem Jahr bereits die Algarve-Rundfahrt. Am Sonntag wird er seinen Namen „sauf accident“ auch ins Palmarès von Paris-Nice schreiben. „Für mich ist das ein wunderbarer Tag“, meinte Martin beim Siegerinterview. „Mein Hauptanliegen war der Etappenerfolg. Dass damit auch das ‚Maillot jaune‘ verbunden war, macht die Sache noch angenehmer. Ich will das Gelbe Trikot nun bis nach Nice ins Schlussziel tragen. Aufpassen muss ich hauptsächlich auf die RadioShack-Mannschaft.“
„Ja, wir können mit Klöden, Brajkovic und Leipheimer drei Plätze unter den Ersten belegen, doch ist das noch lange nicht gleichbedeutend mit einem Podium“, meinte Alain Gallopin, der sportliche Leiter des amerikanischen Teams. „Tony Martin ist für mich der stärkste Zeitfahrer, und darum überrascht mich das Ergebnis auch nicht sonderlich. Wir hätten höchstens von einem Fehler des Deutschen profitieren können. Dieser aber teilte sein Rennen sehr gut ein.“
In der Gesamtwertung hat Martin nun 36 Sekunden Vorsprung auf Andreas Klöden und 39″ auf den Briten Bradley Wiggins. Obwohl noch zwei Etappen zu fahren sind, ist kaum anzunehmen, dass es größere Änderungen an der Spitze geben wird. Sollte alles glatt für Martin laufen, wäre er der vierte Deutsche, der Paris-Nice gewinnt. Vor ihm stiegen Rolf Wolfshohl (1968), sein derzeitiger „Vize“ Andreas Klöden (2000) und Jörg Jaksche (2004) auf die höchste Stufe des Podiums.
Schlecks Steigerung
Keine Chancen mehr auf einen Sprung aufs Treppchen, aber noch auf einen Platz unter den ersten zehn hat Frank Schleck, der insbesondere im zweiten Teil des Zeitfahrens eine sehr gute Leistung bot.
Bei der Zwischenzeit nach 15 km hatte der Leader des Leopard-Trek-Teams als 40. genau wie Matteo Carrara 1’32» Rückstand auf Martin. Auf den letzten 12 km büßte Schleck nur 39 Sekunden auf den Etappensieger ein und rückte auf den 26. Platz nach vorn. Carrara dagegen war auf diesem Streckenabschnitt 21″ langsamer.
Im zweiten Teil des Rennens profitierte Schleck zum Teil davon, dass der eine Minute später gestartete Amerikaner Levi Leipheimer ihm schnell auf den Fersen war. Nach 17 km hatte der RadioShack-Fahrer schon 49 Sekunden auf den Luxemburger wettgemacht. Auf den letzten 12 km aber büßte Schleck nur mehr elf Sekunden auf Leipheimer ein. Der Luxemburger fuhr praktisch im Sog des Amerikaners über den Strich. In der Gesamtwertung verbesserte er sich auf den 16. Platz mit 2’30» Rückstand auf Leader Tony Martin.
Keine großen Verschiebungen
Laurent Didier seinerseits baute im zweiten Teil des „contre-la-montre“ ab. Bei der Zwischenzeitnahme lag er auf Platz 79 mit 1’57» Rückstand, 12 km später war er auf den 97. Rang mit 4’01» Verspätung zurückgerutscht. Im Gesamtklassement belegt Didier zurzeit den 70. Platz auf 19’37». Die beiden letzten Teilstrecken von Paris-Nice sind mit etlichen Schwierigkeiten gespickt.
An große Verschiebungen aber glaubt keiner mehr, umso mehr als der letzte Anstieg am Samstag 64 km vor dem Ziel ansteht, während die Schlussetappe am Sonntag nur knappe 124 km aufweist.
Eine große Unbekannte ist allerdings die Witterung, die entgegen den Vorjahren diesmal nicht besonders freundlich an der Côte d’Azur sein soll. Es wird bei der sogenannten „Course au soleil“ mit bedecktem Himmel und auf dem letzten Teilstück sogar mit Regen gerechnet.
Am Samstag von Brignoles nach Sophia Antipolis (215 km) müssen die Fahrer über fünf Koppen (Côte des Tuillières, km 47; Côte du Mont Méaulx, km 63; Côte de Cabris, km 102; Col du Ferrier, km 112; Côte de Gourdon, km 151), am Sonntag von Nice nach Nice (124 km) stehen ebenfalls fünf Anstiege auf dem Programm (Côte de Duranus, km 33; Col de Châteauneuf, km 55; Col de Calaïson, km 70; La Turbie, km 94; Col d’Eze, km 108).
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können