2009 rief der Lizenzinhaber „World Triathlon Corporation“ (WTC) mit dem Ironman 70.3 ein zweites Standbein ins Leben, wobei diese Variante nichts Neues ist und früher Halbdistanz hieß, also eine halbe Ironmandistanz. Der Name 70.3 entspricht den amerikanischen Maßen mit 1,2 Meilen Schwimmen, 56 Meilen Rad und 13,1 Meilen Laufen, was in der Addition 70,3 Meilen ergibt. Im Europäischen gleichbedeutend mit 113 Kilometern.
Beim Ironman Luxemburg handelt es sich um die 70.3-Variante, die zusehends an Interesse gewinnt. Im Großherzogtum schlug die Nachricht eines Ironman jedenfalls voll ein und die allgemeine Begeisterung war riesengroß. Gut eine Woche vor dem Startschuss dürfen sich die Organisatoren jedenfalls die Hände reiben, der allgemeine Zuspruch ist da. Und man ist bereit für das Rennen, wie Mitausrichter Christian Weyland dem Tageblatt bestätigte.
Tageblatt: Wie ist die allgemeine Resonanz in Luxemburg ausgefallen?
Christian Weyland: „Der Ironman ist ein neues Event für Luxemburg und wir waren überrascht, wie positiv die allgemeine Resonanz ausfiel. Aus dem In- und auch aus dem Ausland gab es fast nur positive Stimmen. Wir konnten uns mit dem Tourismusministerium zusammentun, um gemeinsam die Moselgegend aufzuwerten. Die Kooperation mit den verschiedenen Gemeinden verlief ebenfalls tadellos. Natürlich gab es auch Kritik, insbesondere von Anwohnern aus den betroffenen Gegenden. Aber in den vielen Telefonaten trafen wir dann doch auf reichlich Verständnis.“
„T“: Sind noch Startplätze frei?
C.W.: „Ja, aber man kann sich nur noch bis diesen Sonntag anmelden. Aus logistischen Gründen können wir keine späteren Einschreibungen mehr annehmen. Mit Rücksprache auf die Lizenzgeber haben wir unser Teilnehmerfeld auf 1.800 Triathleten limitiert. Es war uns aber bewusst, dass wir diese Anzahl im ersten Jahr nicht erreichen können, weil wir die Veranstaltung erst am 1. März geöffnet haben, was für die Saisonplanung ein später Termin ist. Aktuell (Stand Mittwochmorgen, die Red.) liegen wir bei 1.260 Einschreibungen.“
„T“: Warum fallen die Startgebühren mit 250 bzw. 300 Euro nach dem 1. August so hoch aus?
C.W.: „Das ist eine Frage, die uns oft gestellt wurde. Der hohe Preis hat mehrere Gründe, vor allem aber logistische. So schlägt das Catering für die Athleten vor und nach dem Rennen mit 60, 70 Euro pro Person zu Buche. Hinzu kommt ein wertvolles Athleten-Package mit Rucksack, Schwimmkappe usw. Wir wollen einfach, dass sich die Teilnehmer wohlfühlen und der Wettbewerb zum Erlebnis wird. Außerdem haben wir uns mit dem Preis an die internationalen Richtlinien gehalten, wir verlangen aber die niedrigsten Gebühren in Europa.“
„T“: Mit Thomas Hellriegel steht ein ganz großer Name in der Startliste, der Deutsche stand in Hawaii viermal auf dem Podium und konnte den legendären Ironman 1997 gewinnen. Wird Thomas Hellriegel definitiv antreten?
C.W.: „Wir waren bemüht, neben Dirk Bockel noch einen weiteren großen Namen für unser Rennen zu gewinnen. Da bot sich der Name Thomas Hellriegel an, der immer noch eine große Popularität hat und der mit Luxemburg verwurzelt ist. Der Koblenzer hat in Echternach einen seiner allerersten Triathlons bestritten. Thomas hat auch nicht lange gezögert und den Kontrakt unterschrieben.“
„T“: Kann man noch mit weiteren Cracks in Remich rechnen?
C.W.: „Ja, man kann. Kurzfristig haben noch einige Athleten bei uns angefragt. Ich denke, wir werden ein hochkarätiges Frauenfeld aufbieten können. So will die Belgierin Sofie Goos nach Luxemburg kommen, die dreifache Gewinnerin des Antwerpener Ironman will hier ihre Qualifikation für Hawaii realisieren. Oder aber Anja Beranek, die Ende Juli den Schweizer Ironman in Zürich gewannen, für die Europameisterin soll es die Generalprobe für Hawaii sein. Und nicht zu vergessen die mehrfache Olympiateilnehmerin Anja Dittmer, die Deutsche ist erst seit Kurzem auf die lange Strecke gewechselt. Bei den Männern will sich Horst Reichel in Luxemburg ebenfalls auf Hawaii vorbereiten, er würde neben Dirk Bockel und Axel Zeebroek den Favoritenkreis bilden.“
„T“: Es haben sich aber auch erstaunlich viele Luxemburger angemeldet, darunter etliche Neulinge. Belebt der Ironman den Triathlonsport in Luxemburg neu?
C.W.: „Ja, das stimmt und das freut uns auch, weil es von vorneweg eines der erklärten Ziele war. Wir haben deshalb auch früh die Zusammenarbeit mit dem Triathlonverband gesucht. Wir wollten allen den Sport mit einem großen Event wieder näher bringen. Und wir haben auf eine ähnliche Wirkung wie beim ING-Marathon gehofft, der auch viele neue Läufer hervorgebracht hat. Es hat uns aber erstaunt, dass es so viele Meldungen von Athleten gab, die zuvor nie im Triathlon im Einsatz waren. Über diesen Weg haben wir der FLTri einige neue Lizenzen beschert.“
„T“: Wird es auch in Zukunft einen Ironman Luxemburg geben?
C.W.: „Natürlich. Zum einen erhält man keine Lizenz für nur ein Jahr und wir haben uns mit der WTC auf mehrere Veranstaltungen verständigt. Zum anderen ist die meiste Arbeit schon getan, die Radstrecke wurde in hunderten von Stunden hergerichtet, die Organisation und die Zusammenarbeit mit den Gemeinden und den öffentlichen Instanzen hat Spaß gemacht. Warum sollten wir also aufhören. Lediglich im Datum könnte es eine Verschiebung geben, weil wir uns nach dem internationalen Wettkampfkalender richten müssen.“
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