Nach einer zweijährigen Zwangspause hatten sich insgesamt 195 Degenspezialisten zum Saisonhöhepunkt in Kairo versammelt. Als einziger Vertreter des luxemburgischen Fechtverbandes ging es für Flavio Giannotte zunächst darum, die Vorrunde zu überstehen. Mit einer makellosen 6:0-Bilanz, die gleichbedeutend war mit einem sechsten Platz (Index), katapultierte er sich direkt in die Runde der besten 64.
Es ist mir dann doch gelungen, trotz Schlaf- und Energiemangel, mental über meinem Körper zu stehen
Danach sah es in den Stunden vor dem Auftakt allerdings nicht aus. „Ich bin richtig, richtig froh, das Hauptfeld erreicht zu haben. Das kommt etwas unerwartet, zumal ich mich nach dem Abendessen, zusammen mit meinem Trainer Maurice Pizay, in der Nacht mehrmals übergeben musste. Am Morgen waren wir beide platt und wussten nicht, was uns erwarten würde. Es ist mir dann doch gelungen, trotz Schlaf- und Energiemangel, mental über meinem Körper zu stehen.“
Dann kam er auf die Duelle zu sprechen: „Gegen starke Fechter aus Schweden, den USA und Südkorea konnte ich mich überraschend deutlich durchsetzen. Schwieriger waren die Duelle gegen den Slowaken und den Konkurrenten aus Hongkong, die ich jedoch nach hartem Kampf für mich entscheiden konnte“, schilderte der Escrime-Sud-Fechter den schwierigen, aber erfolgreichen Beginn seines Arbeitstages.
Ziel: Unter die besten 32
Mit einem Erfolg im letzten Gefecht gegen Mohammad Rezaei wäre der Sprung ins Hauptfeld geschafft. „Nach 30 Sekunden lag ich bereits mit 0:3 gegen den Iraner im Hintertreffen. Beim Stand von 2:4 habe ich es mit einem letzten Kraftakt geschafft, das Duell noch mit 5:4 zu meinen Gunsten zu drehen. Ich weiß nicht, ob ich, im Falle einer Niederlage, noch die Kraft gehabt hätte, zwei weitere Runden zu bestreiten“, so der 27-jährige, der es im 1/32-Finale mit Barat Guliyev zu tun bekommt. Der Athlet aus Aserbaidschan steht in der Weltrangliste auf Position 322.
Flavio Giannotte, der auf Rang 146 abgerutscht ist, kann sich demnach berechtigte Hoffnungen auf den Einzug in die Runde der besten 32 machen. „Mein Ziel ist es, jetzt zumindest das erste Match am Dienstag zu gewinnen, um mir einen Platz unter den besten 32 zu sichern“, so der Luxemburger, der jetzt das Luxusproblem hat, seinen Flug umbuchen zu müssen, da er ein paar Tage länger in Kairo verweilen darf.
Zu Demaart
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