Als Sarah Rolko und Raphaël Stacchiotti vor drei Jahren dem Alter der Junioren-Europameisterschaften entwachsen waren, hegte sogar Nationaltrainer Ingolf Bender die Befürchtungen, dass sich das Großherzogtum für einige Zeit aus den Finalen und Halbfinalen der internationalen Nachwuchsmeisterschaften verabschiedet hätte. Nur zwei Jahre später sollten alle Befürchtungen zerstreut werden, denn vor Jahresfrist bei den JEM in Antwerpen schwamm Julie Meynen einmal in ein Finale und einmal in ein Halbfinale. Bei der JEM 2013 kann die SL-Schwimmerin jetzt sogar Geschichte schreiben und die Heimreise mit einer Medaille antreten.
Das JEM-Programm
Mittwoch (10.07.13): Jil Einhorn 50 m Brust, Julien Henx 50 m Delfin, Julie Meynen 100 m Freistil, Pit Brandenburger 400 m Freistil.
Donnerstag (11.07.13): Julien Henx 100 m Freistil, Pit Brandenburger 100 m Freistil, Jil Einhorn 200 m Brust.
Freitag (12.07.13): Julie Meynen 200 m Freistil.
Samstag (13.07.13): Julie Meynen 50 m Freistil, Julien Henx 200 m Freistil, Pit Brandenburger 200 m Freistil, Jil Einhorn 100 m Brust, Pit Brandenburger 100 m Brust, gemischte Staffel 4×100 m Lagen.
Sonntag (14.07.13): Julien Henx 50 m Freistil, Julie Meynen 50 m Schmetterling.
510 Schwimmer
Gastgeber der „40th LEN European Junior Championships“ ist Poznan in Polen. Für das runde Jubiläum der Junioren-EM sind 510 Schwimmer gemeldet, 285 Jungen und 225 Mädchen, das sind 24 Teilnehmer mehr als 2012 in Belgien. Mit 43 Nationen ist ein Land mehr gemeldet und mit 1.446 Meldungen erleben die JEM ein Plus von 67 Starts.
Die Teilnehmerzahl der FLNS hat sich in den letzten beiden Jahren jeweils verdoppelt: 2011 in Belgrad trat Jackie Banky ganz allein an, 2012 in Antwerpen waren mit Julie Meynen und Julien Henx zwei Schwimmer eingeschrieben und bei den Titelkämpfen in Poznan tritt Luxemburg mit vier Athleten an.
Insgesamt präsentiert sich der Sommer 2013 sehr eifrig, in den kommenden Wochen werden die Schwimmer gleich bei vier internationalen Wettbewerben gefordert, neben den JEM sind dies die Universiade in Kasan (RUS, 6.-17. Juli), das „European Youth Olympic Festival“ in Utrecht (NL, 16.-17 Juli) und schlussendlich die Weltmeisterschaften in Barcelona (ESP, 28. Juli-4. August). „Diese Fülle an international hochkarätigen Events innerhalb weniger Wochen ist äußerst selten und stellt uns sowohl sportlich als auch logistisch vor große Herausforderungen“, blickte Christian Hansmann, Technischer Direktor der FLNS voraus. „Zeitgleich bereiten wir die vier Teams in verschiedenen Trainingslagern auf die Wettkämpfe vor.“
Erwartungen
Das luxemburgische Quartett setzt sich aus den beiden letztjährigen JEM-Teilnehmern und zwei Neulingen zusammen. Jil Einhorn und Pit Brandenburger (beide SL) konnten sich erstmals vor sechs Wochen bei den JPEE in Luxemburg in Szene setzen und gewannen beide eine Medaille mit der Staffel, Brandenburger sogar Dreifachgold. Einhorn ist der Youngster im Team, ihr ist es vorbehalten, die Junioren-EM zu eröffnen, die 50 m Brust der Mädchen sind die erste Disziplin, die in Polen geschwommen wird. Insgesamt tritt die 15-Jährige (feierte am Samstag Geburtstag) dreimal im Brustschwimmen an, wobei ihr eine Top-30-Platzierung (unter 45 Teilnehmerinnen) zuzutrauen ist. Vor allem aber geht es bei Jil Einhorn darum, Wettkampferfahrung auf diesem Niveau zu sammeln.
Gleiches trifft auf Pit Brandenburg zu, der allerdings mit seinem JPEE-Gold mit breiter Brust antritt. Der 17-Jährige (wird im August volljährig) schwimmt in Poznan dreimal im Freistil (100-400 m) und die 100 m Brust. Auch von Brandenburger kann man einen vorderen Platz im letzten Drittel erwarten.
Höher liegen die Erwartungen indes bei Julien Henx, der vor Jahresfrist seine Topform wegen einer Virusinfektion im Vorfeld leider nicht ganz abrufen konnte. Der Düdelinger bestreitet bei der JEM ebenfalls vier Einsätze, die kurzen Freistilstrecken und die 50 m Delfin. In den Meldelisten der 50 m und 100 m Kraul wird Henx auf einem 24. bzw. 23. Rang geführt, wobei die Abstände zu einem Halbfinale kein Ding der Unmöglichkeit sind. Das Gleiche trifft auf den Delfin-Sprint zu. Rechnet man den Ehrgeiz eines Julien Henx hinzu, dann darf man sich auf die drei Rennen freuen.
Träume
Getoppt wird der Düdelinger von seinem weiblichen Pendant, Julie Meynen. Die 15-Jährige (wird am 19. August 16) wird in den Meldelisten dreimal im Freistil auf einem Finalplatz geführt, über 50 m auf Platz fünf und über 100 m und 200 m auf Platz sechs. Zieht man in Betracht, dass sich Meynen bei ihren großen Aufgaben immer wieder steigern und ihre Rekorde purzeln lassen konnte, dann darf man im Luxemburger Lager ein bisschen von einer Medaille träumen, über 50 m Kraul würden 4/100 fehlen (gegenüber ihrer zukünftigen Klubkameradin in Plymouth, Ruta Meilutyte), über 100 m Kraul würden 33/100 und über 200 m Kraul exakt 2″ fehlen zur Bronzemedaille.
Und die Konkurrenz muss die angegebenen Zeiten erst einmal schwimmen. „Last but not least“ kann Julie Meynen als 16. der Meldeliste auch noch das Finale über 50 m Delfin erreichen, wo auch „nur“ 35/100 fehlen. Vor einem Jahr erreichte sie mit vier Landesrekorden, einem Finale (50 m Kraul) und einem Halbfinale (50 m Delfin) jedenfalls ein klasse Ergebnis und eine Julie Meynen will ihre Resultate immer verbessern. Die Nerven hierfür hat die SL-Athletin.
Zu Demaart
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