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Rudishas phänomenaler Weltrekord

Rudishas phänomenaler Weltrekord

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Am Donnerstag war Bolt-Show, Teil II, bei Olympia 2012 angesagt – und ein Kenianer mischte munter mit: David Rudisha lief im Alleingang zu einem phänomenalen 800-m-Weltrekord.

Eine knappe Stunde später war der jamaikanische Supersprinter dran. Usain Bolt gewann die 200 m überzeugend – ohne Weltrekord – vor zwei Landsleuten und spendete nach Abschluss seiner Ehrenrunde Rudisha, der in dem Moment gerade aufs Podium gerufen wurde, den verdienten Beifall.

Insgeheim war er ja erhofft worden, der 800-m-Weltrekord. Allen voran vom Organisationschef der Spiele höchstpersönlich, Lord Sebastian Coe. Der war vor 31 Jahren als erster Mensch unter 1.42 Minuten gelaufen. Am Donnerstag lief David Lekuta Rudisha als erster unter 1.41. Bei seinen zwei Weltrekord-Verbesserungen 2010 in 1.41.09 und 1.41.01 war er bereits nur knapp vorbeigeschrammt, in London durchbrach er in 1.40.91 die magische Grenze.

Dies in einem Rennen von der Spitze weg, nur auf sich alleine fokussiert und sich keine Fragen stellend. „Unglaublich“ sagte der erst 23-jährige Kenianer, der Sebastian Coe („einer der größten olympischen Siege“) als seinen Freund bezeichnet: „Dass ich gewinnen würde, daran hatte ich keinen Zweifel. Das Wetter war gut, also beschloss ich, den Rekord zu attackieren.“ So einfach ist das also …

In Rudishas Sog lief Nijel Amos (Botswana/18) als Zweiter in 1.41.73 Junioren-Weltrekord, Timothy Kitum (Kenia/17) wurde in 1.42.53 Dritter. Der letzte Finalist lief im wohl schnellsten 800-m-Rennen aller Zeiten noch in 1.43.77 Minuten ins Ziel.

Legende

Über 200 m erreichte Usain Bolt sein Ziel („Ich will eine Legende werden“): Noch nie hatte jemand beide Sprint-Titel bei Olympia verteidigt. In 19.32 Sekunden bei 0,4 m Rückenwind, seiner drittschnellsten Zeit überhaupt, wurde der 25-Jährige diesmal stärker gefordert von Landsmann Yohan Blake als noch über 100 m. Blake wurde Zweiter in 19.44 Sekunden, als Dritter machte Warren Weir (beide 22 Jahre jung) in 19.84 das Jamaika-Triple perfekt.

Bolt lief bereits in Siegerpose über den Zielstrich, verschenkte vielleicht noch einige Hundertstel. Er wird es wohl verschmerzen können. „Ich habe getan, was ich mir vorgenommen hatte. Ich bin nun eine Legende, und der größte noch lebende Athlet. Und Jamaika hat außerdem bewiesen, dass wir die größte Sprint-Nation sind. Ich muss nun nichts mehr beweisen. Jetzt werden wir noch ein bisschen Spaß haben und versuchen, auch die 4×100 m gewinnen“, fand Usain Bolt in einer ersten Stellungnahme kaum genug Superlative für seine Leistung. Dem einzigen US-Amerikaner im Finale, Wallace Spearmon, blieb in 19.90 nur Blech. Europameister Christophe Lemaitre aus Frankreich wurde in 20.19 Sechster. Spearmon sprach aus, was auch vielleicht Lemaitre gedacht hat: „Diese Jungs sind im Moment auf einem anderen Planeten.“

Im Zehnkampf der Männer vollzog derweil US-Shootingstar Ashton Eaton nach der verletzungsbedingten Aufgabe von Altmeister Roman Sebrle nun endgültig und symbolisch mit einer olympischen Goldmedaille die Wachablösung. Der erst 24-Jährige, der am 23. Juni Sebrles Weltrekord von 9.026 auf 9.039 Punkte gesteigert hatte, siegte souverän vor Landsmann Trey Hardee.