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Romain Schneider: «Tolle Spiele»

Romain Schneider: «Tolle Spiele»

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Kurz nach dem knappen Vorlauf-Aus von Raphaël Stacchiotti zog Sportminister Romain Schneider im Gespräch mit Journalisten "à chaud" eine Bilanz seiner ersten Olympischen Spiele.

Herr Schneider, wie fällt Ihre Bilanz dieser 30. Olympischen Sommerspiele aus Luxemburger Sicht aus?

Romain Schneider: «Ich glaube, dass es für uns tolle Spiele waren. Es gab eine Reihe Highlights, niemand hat richtig enttäuscht. Einige taten sich vielleicht schwerer als andere. Marie Muller ist natürlich herausragend, aber auch die Schwimmer waren stark. Gilles Muller spielte trotz Niederlage ein Match auf hohem Niveau.»

Es war Ihre olympische Premiere, wie haben Sie diese erlebt?

«Was mir auffiel, war, dass sich hier wirklich eine große Sport-Familie eingefunden hat, die vielen Nationen kommen alle gut miteinander aus, ‚et ass e flott Zesummesinn‘. Wirklich so, wie ich mir den olympischen Gedanken vorgestellt hatte. Die Hektik ist allerdings riesig, das hätte ich so nicht unbedingt erwartet. Was meine Person angeht, so hat alles bestens geklappt. Man muss einfach sehen, dass hier Tausende und Abertausende Leute sind; wir sind nicht alleine da und stehen nicht im Mittelpunkt. Was die Verkehrssituation angeht, sind vielleicht noch Verbesserungen möglich.»

Sie wollten alle Luxemburger Sportler sehen, haben das auch getan und zugunsten von Christine Majerus deshalb sogar auf die Anwesenheit bei einem möglichen Bronzemedaillen-Gewinn verzichtet. Was war Ihr schönster Wettkampf?

«Marie Muller, auch wenn ich nachmittags nicht mehr da war. Dies, weil man gesehen hat, wie sie sich reingesteigert, reingekämpft hat. Der erste Kampf war noch etwas verhalten. Dann spürte man förmlich: da geht was, da ist was drin. Und auch ohne mich, denke ich, dass genügend Leute da waren, die mitgefiebert und Daumen gedrückt haben.»

Würden Sie auch einen Moment als den enttäuschendsten bezeichnen wollen?

«Immer wenn man knapp an einem ‚exploit‘ vorbeischlittert, ist dies eine Enttäuschung. Unter dem Gesichtspunkt würde ich sagen: als ich die SMS-Nachricht von Marie Mullers verpasster Medaille bekam; gerade eben das knappe Scheitern von Raphael Stacchiotti; und die zwei verpassten Matchbälle von Gilles Muller. Das waren drei schwere Momente.»

Luxemburg wird nie ein Event in der Größenordnung von Olympia organisieren können, das ist klar. Was ist Ihrer Meinung nach und angesichts der existierenden Sportstätten für das Großherzogtum das höchste der Gefühle?

«Also, die Spiele der kleinen Staaten Europas sind schon eine Herausforderung, ‚dat ass net evident‘. Möglich erscheinen mir Ein- oder Zwei-Tages-Events, wie beispielsweise eine Rad- oder Cyclocross-WM. Alles, was länger dauert, wo man wirklich viele Hotels braucht, das wird schwer …»

… schnelle Zwischenfrage: vielleicht eine Judo-WM, die dauert vier Tage?

«Das könnte auch noch hinhauen. Auf jeden Fall kürzer als eine Woche. Vielleicht auch Events in speziellen Einrichtungen, die wir haben, wie z.B. das nationale Kegelzentrum oder das nationale Boulodrom. Im Kegelzentrum findet ja auch bald eine internationale Jugendmeisterschaft statt.»

Welche Ideen nehmen Sie von hier mit für den Luxemburger Sport?

«Ich habe mich u.a. mit dem liechtensteinischen Sportminister getroffen sowie mit Ministerkollegen aus Belgien. Eine eindeutige Feststellung: Unsere Sportler müssen sich regelmäßig international messen, auch zwischen Olympia. Und auf vier Jahre gesehen haben wir derzeit einige junge Sportler mit sehr viel Perspektiven, auf die wir das anwenden müssen. Sei es im Radsport, im Schwimmen oder auch im Tischtennis.»