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Orkan in Anfield

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FUSSBALL - Der Wechsel an der Spitze kam nicht unerwartet, genau wie das Sturmtief über England, überraschend waren dennoch der Untergang von Arsenal in Liverpool und das torlose Unentschieden von Manchester City bei Norwich.

Drei Teams streiten sich um die Meisterschaft, drei um den vierten Platz, sprich die Teilnahme an der Champions League, und zehn Vereine kämpfen gegen den Abstieg.

Dazwischen findet man Manchester United. United-Fans finden das überhaupt nicht lustig. Immerhin, vielleicht bleibt ihnen auch die Europa League und damit ein weiterer Albtraum erspart.

Wie man gegen Manchester United besteht, weiß mittlerweile jeder Manager in der Premier League. Man sichert hinten ab, nutzt die Freiräume im Mittelfeld und lässt geduldig Eckbälle und Flanken über sich ergehen. Gegen Fulham zählte die Presse insgesamt 81 Flanken. Irgendwie brachte United den Ball zweimal im Tor unter. Das war auch nötig, denn Uniteds Abwehr ist in jedem Spiel für mindestens zwei Gegentore gut. Auch wenn sie sich diesmal bis zur 93. Minute Zeit nahm.

Noch plan- und hilfloser als United spielte Arsenal eine Halbzeit in Liverpool. Mertesacker, beweglich wie eine Wanderdüne und deutscher Fußballexport in der Diesel-Klasse, trottete bei jedem Angriff von Liverpool hinterher, als wollte er sich für Manchester United empfehlen. Özil, der das Spiel lenken sollte, vergeigte jeden Ball und leitete einige sehenswerte Angriffe von Liverpool ein. Später kam noch Podolski, deutscher Export in der Karnevals-Klasse, aber Arsenal war da schon längst das Lachen vergangen. Arsène Wenger weiß, dass seine Mannschaft diese Saison nie mehr so schlecht aussehen wird wie Samstag in Liverpool. Er fluchte auf Elsässisch, lästerte gegen das Wetter und wusch seinen Spielern den Kopf, wie es einst Sir Ferguson tat und was ein Moyes besser auch einmal tun sollte, bevor seine Bosse das Gleiche mit ihm tun. Arsenal hat Aussicht auf Besserung. Denn am Mittwoch kommt Manchester United, derzeit als Aufbaugegner überall ein willkommener Gast und mit nur wenig Aussicht auf Besserung.

Verständnis

Laut Mourinho ist Chelsea noch nicht reif für die Meisterschaft und Brendan Rodgers verbietet seinen Liverpooler Spielern, von der Meisterschaft zu reden. Manchester City, das offen zugibt, Meister werden zu wollen, bleibt jetzt schon im zweiten Spiel hintereinander torlos und Arsenal muss sich erst von den Prügel bei Liverpool erholen.

In der Abstiegsfrage sind die Clubs entschlossener. Swansea opferte seinen Manager Laudrup und keiner versteht, warum, und dann besiegt man den verhassten Rivalen Cardiff und alle verstehen, dass es gut war, Laudrup zu feuern. West Ham gewinnt erneut und niemand versteht es, am allerwenigsten Sam Allardyce. Sunderland gewinnt in Newcastle und verliert dann gegen Hull, und das versteht auch niemand.

Bei Aston Villa versteht niemand, was Manager Lambert sagt, bei Chelsea geht es Mourinho ähnlich mit seinem schottischen Masseur, bei West Brom versteht der neue Manager kein Englisch, genau wie der Manager von Southampton. Der kommende Managertyp in der Premier League wird ein Dolmetscher sein, der Fußball spielen kann und etwas von Taktik versteht. Das trifft auf Wenger und Mourinho zu. Wäre Moyes doch nur Dolmetscher geworden!