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Ohne Royals, Charme und Schlips

Ohne Royals, Charme und Schlips

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Das FA-Cup-Finale bestätigte ein Team im Aufwind und zeigte, wie eine andere in biederen Durchschnitt abgleitet. Liverpool, das diese Saison in der Meisterschaft schon 13 Mal verlor, bestätigte gegen Chelsea seinen bisherigen Saisonverlauf.

Dass Carroll für Liverpool den Anschlusstreffer erzielte, gehört zur unfreiwilligen Komik des Fußballs, dass der Chelsea-Torhüter später mit einer Glanzparade gegen Carroll den Ausgleich verhinderte, war umso umstrittener.

Neutrale Zeitgenossen werden einwenden, dass der Ball mindestens so weit über der Linie gewesen war wie beim dritten Tor Englands gegen Deutschland in Wembley. Damals, 1966, war der Ball natürlich drin, andernfalls hätte der Schiedsrichter das Tor nicht gegeben. Und das Tor von Lampard 2010 in Südafrika, das konnte keins gewesen sein, weil der Schiedsrichter eben nicht auf Tor erkannte. Die Logik des Fußballs ist so einfach wie seine Regeln. Logisch, dass der Finanzdirektor von Liverpool sich freut, mit der eingesparten Siegprämie kann er Manager Dalglish eine neue Garderobe kaufen. Dalglish zeigte dem Dress-Code von Wembley die kalte Schulter, kam ohne Anzug und ohne Schlips und schlurfte im Trainingsanzug über den Rasen von Wembley.

Vielleicht war es aus Wut über das Fernbleiben der Royals. Keine Queen, kein Charles, keine Kate, nicht einmal der übliche Herzog von Windsor. Sogar Pippa fehlte, obwohl mindestens drei Spieler von Chelsea sie in ihrem Adressbuch haben.

Der Erfolg gibt allen recht

Die Meisterschaft in der Premier League ist so gut wie entschieden. ManU müsste am Sonntag bei Sunderland gewinnen und City zuhause gegen QPR höchstens unentschieden spielen. Es würde die Saison auf den Kopf stellen, zumal United in den letzten drei Wochen alles unternommen hat, um nicht Meister zu werden. City ist ein Meister mit Imageproblemen. Eskapaden, Kapriolen, Blechschäden, Arbeitsverweigerung und interne Handgreiflichkeiten. Mancini stand den Entgleisungen seiner Spieler hilflos gegenüber. Den Besitzern von City wird es egal sein, der Erfolg gibt allen recht, das weiß sogar Sir Alex.

United fehlte nicht viel zur Meisterschaft, aber es reichte, um sich in der Champions League zu blamieren. Dort steht Chelsea im Finale. Unter dem netten Di Matteo spielt man wieder erfolgreich, mit Glück und auch mit Gewalt. Wie die „Inglorious Basterds“, ein Kommando in besonderer Mission. In Wembley ging es um den Cup. In München, hinter den feindlichen Linien, geht es um die Wurst.