Für Tristan Bache, seinen französischen Trainer, kommt dieser Erfolg nicht von ungefähr. „Als ich vor vier Jahren zum luxemburgischen Verband wechselte, trainierte der damals zwölfjährige Noah fünf Mal pro Woche. Heute hat sich sein Trainingspensum verdoppelt und er ist zudem regelmäßig im Fitnessbereich der Coque, wo er von den Diensten des LIHPS (Luxembourg Institute for High Performance in Sports) profitiert, und bei Franck Muller, dem Sportpsychologen des Sportlycée, anzutreffen. Wir überlassen nichts dem Zufall. Diese intensive Betreuung führt dazu, dass Noah bereits heute ein kompletter Spieler ist, den man nur schwer aus der Ruhe bringen kann und der sich schnell an unterschiedliche Spielsituationen anzupassen vermag. Gegen seinen Halbfinalgegner Nathan Nguyen setzte er sich trotz technischer Unterlegenheit dank seiner mentalen und physischen Stärke durch.“
Seit seinen Anfängen gilt der junge Luxemburger als kreativer Spieler. Sein unorthodoxer Spielstil macht ihn für seine Gegner stets unberechenbar. Hinzu kommt seine hohe Grundschnelligkeit, die ihn zusammen mit William Wang zu einem großen Hoffnungsträger im Nachwuchsbereich macht. „Noah hatte im Jahr 2022 bereits ein Viertelfinale, ein Halbfinale und ein Finale bei bedeutenden internationalen Jugendturnieren erreicht. Sein grandioser Erfolg in Hoensbroek setzte dem Ganzen die Krone auf. Er wird ab jetzt versuchen, diese Leistungen bei den U19 zu bestätigen. Wenn alles gut läuft, kann er auch in dieser Alterskategorie zu den Besten gehören. Parallel dazu wird er in naher Zukunft bereits Erfahrungen im Seniorenbereich sammeln. Langfristig halte ich die Top 70 der Welt für ein realistisches Ziel, das er anstreben kann. Das würde bedeuten, dass er am olympischen Turnier in Los Angeles teilnehmen würde“, sagt der Coach.
Einige hoffnungsvolle Talente
Dass solche Ziele nun ins Auge gefasst werden, zeigt, wie stark sich Badminton hierzulande entwickelt hat. Seitdem Frédéric Mawet 2016 als Technischer Direktor eingestellt wurde, wurde der Verband komplett umstrukturiert, wovon nicht nur die Vereine, sondern vor allem auch die Kaderspieler profitieren. Sie finden in der Coque und im INS hervorragende Trainingsbedingungen vor und werden von einem gut ausgebildeten Trainerstab betreut. Mawet: „Noah hat im vergangenen Jahr bei den U17 viel besser abgeschnitten als alle anderen Kaderspieler vor ihm. Er zählt zu Recht zu den besten Spielern Europas. Sein Potenzial ist zudem noch nicht ausgeschöpft und wir können in Zukunft viel von ihm erwarten, auch wenn es kein Selbstläufer wird. Erfolg in den Jugendklassen zu haben, bedeutet nicht automatisch, dass man auch bei den Erwachsenen erfolgreich sein wird.“
Kim Schmidt, die vor kurzem 19 Jahre alt geworden ist, hat 2022 erste achtbare Erfolge im Seniorenbereich erzielt und belegt bereits Platz 218 der Frauen-Weltrangliste. Ähnliches erhofft man sich von Wang, der jedoch derzeit von Verletzungen gebremst wird. Andere Talente wie etwa Mara Hafner und Kinga Toth-Kuthy hoffen, 2023 in ihrem zweiten Jahr bei den U17 an Warnings Leistungen anknüpfen zu können.
Letzterer zeigt sich sehr zufrieden: „Das letzte Jahr ist für mich außergewöhnlich gut gelaufen. Nachdem ich beim EYOF (European Youth Olympic Festival) das Viertelfinale erreicht hatte, wurde mir die Ehre zuteil, die luxemburgische Fahne zu tragen. Der Finalsieg in Holland gegen den spielstarken Franzosen Arthur Chardain ist aber noch höher einzustufen. Ausschlaggebend für meine Erfolge sind die guten Trainingsbedingungen und die Möglichkeiten, die mir das Sportlycée bietet. Ich kann meinen Sport gut mit der Schule kombinieren und an zahlreichen Turnieren teilnehmen, auch wenn sie während der Schulzeit stattfinden. Wenn das in Zukunft weiterhin so gut funktioniert, kann ich meine Leistungen von den U19 bei den Senioren bestätigen.“ (jn)
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