Wahlweise zeigen die Fotomontagen den Schotten mit weit aufgerissenem Mund als Protagonisten in Edvard Munchs expressionistischem Meisterwerk „Der Schrei“ oder als gekreuzigter Hauptdarsteller in der Monty-Python-Adaptation „Life of David“ („He’s not the moyesiah, he’s a very naughty boy“).
Keine Frage: Der Schotte durchläuft beim englischen Renommierklub eine äußerst unschöne Phase. Am Sonntag verlor United im heimischen Old Trafford 0:3 gegen den FC Liverpool, es war der vorzeitige Tiefpunkt einer bislang missratenen Premieren-Saison. In der Liga haben die Red Devils inzwischen 18 Punkte Rückstand auf die Spitze, im FA Cup und im Ligapokal sind sie bereits ausgeschieden.
Kraftakt
Es bleibt die Champions League – und da benötigt Manchester nach der 0:2-Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel bei Olympiakos Piräus einen echten Kraftakt im zweiten Aufeinandertreffen am Mittwochabend (19.03.14 / 20.45 Uhr). „Es ist sehr schwer, drei Tore in diesem Wettbewerb zu schießen, aber wir haben das schon geschafft und glauben fest daran, es erneut schaffen zu können“, betonte Moyes und verbreitete Zweckoptimismus.
Dass die Gäste als frischgebackener Meister der griechischen Super League mit breiter Brust in den Nordwesten Englands reisen, macht die Aufgabe nicht leichter. Klar ist, dass sich United nicht noch einmal so eine Leistung wie im Hinspiel leisten kann. „So schlecht waren wir in Europa noch nie, wir haben uns überhaupt nichts verdient“, hatte Moyes nach der Partie in Griechenland mit gesenktem Kopf eingestanden.
Sollte die Leistung im Rückspiel nicht besser werden, droht Moyes zeitnah das Aus nach nicht einmal neun Monaten. Intern soll der Vorstand um Joel Glazer, dem Sohn des amerikanischen Eigners Malcolm Glazer, die kommenden drei Partien gegen Piräus, bei West Ham United am Samstag und das prestigeträchtige Stadtderby gegen City am Dienstag bereits als Endspiele für den 50-Jährigen deklariert haben. In Louis van Gaal scheint ein Nachfolger sogar schon gefunden zu sein.
Villas-Boas zu Zenit
Im zweiten Spiel am Mittwochabend (19.03.14) trifft Borussia Dortmund auf Zenit St. Petersburg. Die Russen haben in der Person des Portugiesen André Villas-Boas einen Nachfolger des vor einer Woche entlassenen Italieners Luciano Spalletti gefunden. Beim Spiel heute in Dortmund sitzt der 36-Jährige, der 2011 den FC Porto zum Gewinn der Europa League geführt hat, aber noch nicht auf der Bank. Wie der Club gestern auf seiner Internetseite mitteilte, wird Villas-Boas ab morgen seinen Vertrag für zwei Spielzeiten (bis 2015/16) antreten.
St. Petersburg hatte Spalletti nach den zuletzt enttäuschenden Leistungen mit dem 2:4 im Hinspiel gegen Dortmund und nur einem Sieg in sechs Ligaspielen entlassen. Danach hatte Interimscoach Sergej Simak übernommen, aber auch unter seiner Leitung gab es am Wochenende ein 0:1 gegen ZSKA Moskau.
Achtelfinale
Rückspiele
Dienstag (18.03.14):
20.45 Uhr: Chelsea – Galatasaray Istanbul 2:0
(Hinspiel: 1:1)
Real Madrid – FC Schalke 04 3:1
(Hinspiel: 6:1)
Mittwoch (19.03.14):
20.45 Uhr: Manchester United – Olympiakos Piräus
(Hinspiel: 0:2)
20.45 Uhr: Borussia Dortmund – Zenit St. Petersburg
(Hinspiel: 4:2)
Bereits gespielt:
Atletico Madrid – AC Mailand 4:1
(Hinspiel: 1:0)
Bayern München – Arsenal 1:1
(Hinspiel: 2:0)
FC Barcelona – Manchester City 2:1
(Hinspiel: 2:0)
Paris SG – Bayer Leverkusen 2:1
(Hinspiel: 4:0)
Viertelfinale (Hinspiele 1./2. – Rückspiele 8./9. April) – Auslosung 21. März
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