Marc Biwer
Wobei die Hierarchie beim F91 klar geregelt wird, der Ex-Nationaltrainer wird den Titel „Directeur sportif général“ tragen, F91-Coach Marc Grosjean den Titel „Directeur sportif“. Damit ist auch klar, dass Hellers der Chef von Grosjean sein wird. Hellers und Romain Schumacher, offiziell als „membre du CA“ vorgestellt (inoffiziell Manager), erklärten aber unisono, dass Guy Hellers nicht geholt wurde, um Marc Grosjean zu ersetzten, zu keiner Phase. Falls sich die Wege zwischen dem F91 und Grosjean trennen sollten, würde der neue Düdelinger Generalbevollmächtigte vielmehr einen neuen Übungsleiter engagieren.
Schon nach seiner fußballerischen Karriere war Guy Hellers Ende 1999 für sechs Monate beim F91 tätig, bevor die FLF den 46-Jährigen in ihr Boot lotste. Die Düdelinger verhielten sich bei diesem Wechsel vorbildlich und erhielten im Gegenzug das Versprechen, erster Ansprechpartner bei einer eventuellen Trennung zu sein. Beide Parteien unterstrichen aber, dass der F91 nicht der Grund für die Trennung gewesen war. Zudem bestätigte Guy Hellers, dass es andere Kontakte und Angebote gab, ohne aber Namen zu nennen: „Es ist jetzt entschieden und ich blicke nicht zurück, sondern werde mich voll und ganz meiner neuen Aufgabe widmen.“
Als Grund für sein Engagement gab Hellers an, dass er in Düdelingen etwas aufbauen wolle, dass er seine 30-jährige Profi-Erfahrung in den Dienst des F91 und des luxemburgischen Fußballs stellen wolle und dass er immer größeres Interesse an den Projekten des F91 Düdelingen gefunden habe. Siehe auch:
Fußball: Guy Hellers zum F91
Und in dieser Hinsicht wurde Romain Schumacher sehr konkret: „Professionelle und regionale Projekte“. Das regionale Projekt heißt „Benelux League“ (ein noch fiktiver Name). Ein Projekt, das immer konkretere Formen annimmt, da die großen Klubs in den Niederlanden international zurückgefallen sind und die belgischen Klubs mit klammen Kassen zu kämpfen haben. „Bisher hat die UEFA stets bei einer gemeinsamen Liga abgewunken, mittlerweile kommt es zur Annäherung.“ Und das professionelle Projekt liegt demnach auf der Hand, wobei sich Schumacher vollauf bewusst ist, dass in Luxemburg keine acht Vereine für diesen Weg infrage kommen.
In diesem Sinne sieht Guy Hellers zwei Missionen beim F91 zu erfüllen: „Ich werde Marc Grosjean unterstützen, nicht auf sportlichem Plan, wo der Trainer das alleinige Sagen hat, sondern rund um das Team. Zum anderen werde ich versuchen, die Jean-Marie-Konz-Fußball-Akademie aufzubauen.“
Ein Projekt, das der F91 schon einmal angegangen hatte und das kurzzeitig ins Stocken geraten war. Dabei vertraute der Sportdirektor an, dass er dies gemeinsam mit einem Assistenten versuchen wird: „Die Chancen stehen sehr gut, dass mir mein ehemaliger Co-Trainer Ronny Bonvini zur Seite stehen wird.“ Dabei unterstrich Hellers, dass man sich nicht als Konkurrenz zur Monnericher Schule sehe, sondern als Plus: „Wenn wir 20 Spieler ausbilden können und die FLF deren 20, dann sind das zusammen 40, zum Wohl des luxemburgischen Fußballs.“
Zudem lasse man in Düdelingen dem Spieler die freie Wahl, ob man lieber beim F91 die Ausbildung genießt oder beim Verband.
Das langfristige Ziel ist, dass die Düdelinger auf Eigengewächse zurückgreifen können. Die finanziellen Kosten der Fußballschule könnten mit den Transferersparnissen gedeckt werden. Und damit würde man die bisherige Vereinspolitik in ein konträres Ansinnen verändern. Bei der Suche nach neuen Spielern will man sich zukünftig für eine konkrete Position zuerst in den eigenen Reihen umsehen. Um dies zu bewerkstelligen, öffnet sich die F91-Akademie nicht nur für Düdelinger Jugendliche, sondern auch für die im Umkreis und über die Grenzen hinaus.
Bis die ersten Früchte eingefahren werden, kann es aber noch dauern. Acht Jahre wurden in den Raum geworfen. Zumal die genaue Struktur der Fußballschule noch nicht ausgearbeitet wurde. Sicher ist nur, dass Guy Hellers heute (1. Oktober) seine Arbeit in Angriff nehmen soll.
Zu Demaart
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