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Meynen zählte zu den Besten

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Das 17. Euro Meet hat zahlenmäßig alle Rekorde gebrochen. Auch Luxemburg mischte gut mit. Mireia Belmonte und Marco Koch waren die großen Gewinner.

Mit 861 Athleten, 3.459 Einzelmeldungen, 123 Vereinen und 25 Nationen wurde alles in den Schatten gestellt. Aber auch die Qualität gefiel, mit am Ende einem Dreikampf zwischen Deutschland, Spanien und Ungarn. Auch Luxemburg mischte gut mit. Mireia Belmonte und Marco Koch waren die großen Gewinner.

Sieht man von wenigen Gastspielen einer Topmannschaft im Fußball ab, wie Spanien, dann hat Luxemburg im Sport zwei hochklassige Events zu bieten, das Tennisturnier für Damen auf Kockelscheuer und das Euro Meet im Schwimmen.

Wie mittlerweile in jeder Sportart zählt Spanien hier zur absoluten Spitze, die Iberer traten mit ihrer Elite in Luxemburg an, der Deutsche Schwimmerverband war ebenso gut vertreten wie der englische mit seinen verschiedenen Vereinen und Auswahlen. Zudem waren Dänemark, Dubai und auch Ägypten mit sehr guten Schwimmern anwesend. Die 17. Auflage des Euro Meet konnte nahtlos dort anknüpfen, wo die letztjährige Veranstaltung aufgehört hatte, und die zählte zu den besten. Die drei Wettkampftage des Wochenendes standen dem Vorgänger qualitativ in nichts nach, und quantitativ verzeichnete man eine Rekordteilnahme von rund 3.500 Starts. Damit ist das Euro Meet aber an seine Grenzen gestoßen, Insider meinten, man sei sogar darüber hinausgeschossen. Jedenfalls machte die 17. Auflage Lust auf das Euro Meet 2016, das noch besser zu werden verspricht, weil es ein Olympiajahr ist.

2015 kein Olympiajahr

Dass 2015 kein Olympiajahr ist, war denn auch das Manko des Euro Meet 2015, die Topschwimmer traten nicht in ihrer besten Form an, sahen die Veranstaltung als Trainingseinheit an oder als Vorbereitung für die Trials im März hinsichtlich der WM im Sommer, so wie die Spanier. Nichtsdestotrotz gaben die Akteure alles, freuten sich über jede Medaille oder wenn sie einen Rivalen bezwingen konnten. Auch wenn die Zeiten deutlich hinter den Erwartungen lagen, blieb der Einsatz nicht auf der Strecke.

Nutznießer war der FLNS-Schatzmeister, der weit weniger Prämien für Meet-Rekorde auszahlen musste als erwartet. Statt einer neuen Rekordmarke (32) an Rekorden konnten gerade mal 7 Bestzeiten unterboten werden. 2014 waren es 18, aber dies resultiert auch aus der Absage von Katinka Hosszu. Dafür boten die Rennen reichlich Spannung, es fielen etliche sehr knappe Entscheidungen.

Zweite Nutznießer waren die luxemburgischen Schwimmer, da die Meldelisten befürchten ließen, dass man sich oft mit der Zuschauerrolle oder A- und B-Finalen begnügen müsste. Am Ende reichte es trotzdem wieder zu den traditionellen Medaillen. Wobei zu beachten war, dass die FLNS-Schwimmer zum frühen Jahreszeitpunkt ebenfalls nicht in Bestbesetzung antraten, der Unterschied zu den Meldelisten konnte allerdings klar verkleinert werden.

4 Medaillen

Nach den drei Wettkampftagen war der Nationaltrainer zu Recht frohen Mutes: „Für diesen Saisonzeitpunkt waren wir sehr schnell. Und mit vier Medaillen fiel das Ergebnis gut aus. Besonders gefreut hat mich, dass viele Schwimmer schneller waren als 2014.“ Und auch für das Meeting erhob der Nationaltrainer lobende Worte: „Die Organisation klappte vorzüglich. Das ist nicht selbstverständlich für eine Veranstaltung dieses Ausmaßes.“ Tatsächlich klappte alles vor und hinter den Kulissen reibungslos.

Das Ergebnis aus Luxemburger Sicht war mit 4 Medaillen das gleiche wie vor Jahresfrist. Nach 2 Podiumsplätzen von Laurent Carnol schaffte Julie Meynen
am Wochenende dieses Topergebnis und setzte mit Gold im Freistilsprint sogar noch einen drauf.

Die Überraschung war schlichtweg die Bronzemedaille von Jean-François Schneiders, der seinen dritten Frühling erlebt. Pech hatte Laurent Carnol, der über 50 m und 100 m Brust den undankbaren 4. Platz belegte, sich aber mit Bronze über 200 m Brust selbst belohnte. Wie bei fast allen Auswahlschwimmern konnte der Sportler des Jahres 2013 seine Zeiten im Vergleich zu 2014 verbessern, trotz Prüfungsstress und Trainingsrückstand. Einen großen Schritt nach vorne machte in dieser Hinsicht Monique Olivier, nur das Podium fehlte noch. Pech hatte Sarah Rolko, die bei ihrem ersten 50-m-Becken-Einsatz seit 12 Monaten krankheitshalber nicht auf der Höhe war und am gestrigen Sonntag passen musste.

Die größte Steigerung bot ihr Bruder Ricky, der gleich 5 persönliche Bestzeiten schwamm. Bestzeiten boten auch Alicia Turmel (2), Maiti Faber, Pol Mannes, Julie Meynen, Fränz Schneiders, Raphaël Stacchiotti und Eline van den Bossche (je 1). Die einzige „meilleure performance“ (17 Jahre) realisierte Monique Olivier über 800 m Kraul.

Dreikampf Deutschland Spanien Ungarn

International überragte der Dreikampf Deutschland gegen Spanien und Ungarn, die zusammen 28 der 32 Einzeltitel holten. Mit 12 Goldmedaillen (8 bei den Männern) war der DSV top, vor den Spaniern (9, davon 7 bei den Frauen) und Ungarn (7, davon 5 bei den Männern). Nur Dänemark, Frankreich, England und Luxemburg konnten dem Trio mit je einem Sieg in die Suppe spucken. Herausragend waren Mireia Belmonte, auch wenn die spanische Vize-Olympiasiegerin nach hartem Training hundemüde war, und der Deutsche Europameister Marco Koch, mit je dreimal Gold. Paul Biedermann, Gabor Balog, Laszlo Cseh, Melania Costa, Jessica Vall, Zsuzsanna Jakabos und Sonnele Öztürk standen zweimal ganz oben auf dem Podium. Öztürk, mit 16 Jahren jüngste DSV-Schwimmerin bei der EM im Sommer in Berlin, war die größte Überraschung des Euro Meet 2015. Die Berlinerin, Tochter von Alba-Basketballer Teoman Öztürk, überragte alle, und das nicht nur wegen ihrer 1,90 m Größe.

Das Euro Meet 2015 hat Spaß gemacht und die Vorfreude auf die Auflage 2016 geweckt, wenn viele Topschwimmer wieder ihre Olympiaqualifikation auf Kirchberg schwimmen wollen.