Dienstag27. Januar 2026

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Meynen und Rolko: noch zwei Rekorde

Meynen und Rolko: noch zwei Rekorde

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In der Bilanz muss man dem Auftritt des luxemburgischen Quintetts bei den 20. Europameisterschaften auf der Kurzbahn in Chartres ein ganz großes Lob zollen.

Auch ohne seine Nummer eins (Laurent Carnol musste wegen Studien leider passen) konnte die FLNS-Mischung aus drei erfahrenen Schwimmern und zwei Youngsters an die beiden tollen Auflagen von den beiden vorangegangenen Jahren anknüpfen.

Die Resultate vom Wochenende

Vorläufe

50 m Freistil Frauen (37 Teilnehmerinnen): 1. Aliaksandra Herasimenia (BLR) 24.35, 2. Triin Aljand (EST) 24.61, 3. Hanna-Maria Seppäla 24.70, … 17. Anne-Stephanie Dieterle (GER) 25.54, … 20. Julie Meynen (LUX) 25.66 (Landesrekord, mp. 15 J.)

200 m Kraul Männer (57): 1. Pieter Timmers (BEL) 1.43.56, 2. Yannick Angel (FRA) 1.43.97, 3. Evgeny Luganov (RUS) 1.44.23, … 8. Dominic Meichtry (SUI) 1.44.87, … 38. J.-François Schneiders (L) 1.49.20, … 48. Raphaël Stacchiotti (LUX) 1.50.93, … 51. Julien Henx (LUX) 1.51.95

200 m Freistil Frauen (37): 1. Camille Muffat (FRA) 1.53.92, 2. Charlotte Bonnet (FRA) 1.54.59, 3. Katinka Hosszu (HUN) 1.55.35, … 9. Lotte Fries (DEN) 1.58.19, … 32. Julie Meynen (LUX) 2.03.07 (mp. 15 J.)

50 m Rücken Frauen (41): 1. Laure Manaudou (FRA) 27.15, 2. Kira Toussaint (NED) 27.27, 3. Aliaksandra Herasimenia (BLR) 27.40, … 16. Ingbjörg K. Jonsdottir (ISL) 28.25 … 29. Sarah Rolko (LUX) 28.96 (mp. 18 J.)

100 m Rücken Männer (43): 1. Jeremy Stravius (FRA) 51.54, 2. Benjamin Stasiulis (FRA) 51.56, 3. Damiano Lestingi (ITA) 51.79, … 17. Martin Badura (CZE) 53.01, … 37. J.-François Schneiders (L) 54.80

200 m Rücken Frauen (28): 1. Alexianne Castel (FRA) 2.03.95, 2. Simona Baumrtova (CZE) 2.04.32, 3. Daryna Zevina (UKR) 2.04.42, … 8. Kira Toussaint (NED) 2.07.69, … 18. Sarah Rolko (LUX) 2.11.31 (Landesrekord, mp. 18 J.)

50 m Delfin Männer (45): 1. Frederick Bousquet (FRA) 22.74, 2. Andriy Govorov (UKR) 22.99, 3. Vladimir Morozov (RUS) 23.00, … 17. Gilles De Wilde (BEL) 23.64, … 43. Julien Henx (LUX) 25.29

100 m Delfin Frauen (39): 1. Ilaria Bianchi (ITA) 57.82, 2. Zsuzsanna Jakabos (HUN) 58.22, 3. Kimberley Buys (BEL) 58.25, … 16. Lucie Svecena (CZE) 59.71, … 35. Julie Meynen (LUX) 1.03.15 (mp. 15 J.)

100 m Lagen Männer (35): 1. Vladimir Morozov (RUS) 52.42, 2. Emmanuel Vanluchene (BEL) 0.53.72, 3. Martin Kivamagi (EST) 53.74, … 10. Raphaël Stacchiotti (LUX) 54.20, … 16. Boris Stojanovic(SRB) 54.84, … 35. Julien Henx (LUX) 57.40

4×50 m Freistil gemischt (14): 1. Russland 1.31.45, 2. Finnland 1.32.35, 3. Frankreich 1.32.92, 8. Serbien 1.34.25, … 13. Luxemburg 1.36.66 (Henx, Stacchiotti, Rolko, Meynen)

Halbfinals

100 m Lagen Männer (16): 1. Peter Mankoc (SLO) 52.84, 2. Martti Aljand (EST) 53.16, 3. Gal Nevo (ISR) 53.24, 8. Diogo Filipe Carvalho (POR) 53.99, 15. Raphaël Stacchiotti (LUX) 54.50

Am Ende sprangen erneut zwei Halbfinalteilnahmen und vier Landesrekorde heraus. Es war das drittbeste Ergebnis in der luxemburgischen EM-Geschichte (25-m-Becken), vor 2010 gab es lediglich ein Halbfinale zu feiern, Marc Seimetz 1992 in Espoo (FIN).

Zwei Landesrekorde

Die luxemburgischen Schwimmer legten nach dem guten Donnerstag und verhaltenen Freitag am Wochenende noch einmal zu. Am Samstag konnte die Bender-Gang ein zweites Halbfinale präsentieren und am Sonntag packten die beiden Damen im Team noch zwei Landesrekorde drauf. Apropos Sonntag, gestern wurden die 200 m Brust geschwommen und mit einer annähernden Normalform hätte Laurent Carnol ins Finale vorstoßen können, es wäre das dritte in Folge gewesen.

Hervorzuheben aus einer guten luxemburgischen Mannschaft ist die Jüngste im Team. Julie Meynen trat bei ihrer EM-Premiere ohne Scheu auf, legte am ersten Tag einen Landesrekord hin und stand mit diesem Rekord in der Königsdisziplin im Halbfinale. Bei ihren Nebendisziplinen Lagen und Schmetterling (100 m) konnte die 15-Jährige ihre Bestzeiten sehr deutlich unterbieten, was zweimal zu einer „meilleure performance“ in ihrer Altersklasse führte. Zum EM-Abschluss durfte die SL-Schwimmerin dann noch zweimal im Freistil ran und hier war sie wieder in ihrem Element. Beim ersten Sonntagrennen schlug sie im Sprint (50 m) in 25“66 an und lag damit 18/100 unter ihrem Landesrekord vom EM-Test vor einem Monat in Berlin. Im Schlussklassement sollte dies Platz 20 bedeuten, leider rückte sie diesmal nicht (wie über 100 m, als Nationen mit mehr als zwei Athleten vor ihr lagen) ins Halbfinale vor. Mit fehlenden 12/100 stand Julie Meynen aber knapp davor. Und auch über 200 m Freistil konnte sie Bestzeit schwimmen, verbunden mit Rekord in ihrer Altersklasse.

Auch der zweite Youngster konnte bei seiner EM-Premiere sein großes Talent unter Beweis stellen. Julien Henx trat in Chartres in fünf Disziplinen an und fünfmal konnte der Düdelinger eine persönliche Bestzeit schwimmen. Ein sechstes Mal noch mit der Freistil-Staffel. Insbesondere über 100 m Kraul konnte der 17-Jährige mit einer tadellosen Leistung überzeugen. Schade nur, dass Julien Henx trotz dieser tollen Leistung schlecht belohnt wurde und zumeist mit den hinteren Platzierungen vorliebnehmen musste. Aller Anfang ist eben schwer und die Kurzbahn-EM 2012 hatte wie erwähnt ein hohes Niveau zu bieten.

Lichtblick

Ein weiterer Lichtblick in der FLNS-Mannschaft war der Auftritt von Sarah Rolko. Die Rückenschwimmerin, die schon zum vierten Mal dabei war, fand endlich in die Überholspur zurück.

Nachdem ihr zunächst der Verbot der Ganzkörperanzüge und dann eine langwierige Verletzung schwer zu schaffen machten, blühte die 18-Jährige in Chartres richtig auf. Schon über 50 m und 100 m Rücken rückte die SL-Dame ihren Rekorden auf die Pelle und stellte wie über 100 m Lagen einen Rekord in ihrer Altersklasse auf. Am letzten Tag ließ es Sarah Rolko auf ihrer Paradestrecke dann so richtig krachen, als sie über 200 m Rücken ihren eigenen Rekord (von der Kurzbahn-EM 2009 in Istanbul) um 77/100 pulverisierte. Es war ihr erster Rekord in drei Jahre, seit dem Verbot der Hightechanzüge (Anfang 2010). Und auch mit der Staffel stand Sarah Rolko ihre Frau. Bei der Staffelpremiere (gemischt) für Luxemburg fiel das Ergebnis zufriedenstellend aus. Am Samstag lag man über 4×50 m Freistil unter der Vorgabezeit und vor dem ewigen JPEE-Rivalen Island.

Ernüchternd

Das Ergebnis der beiden Routiniers war eher ernüchternd. Dabei hatte es für Jean-François Schneiders verheißungsvoll begonnen, als er am Donnerstag über 200 m Rücken (siehe „T“ vom Freitag) auf Anhieb einen Landesrekord hinlegte. Bei seinen restlichen vier Versuchen blieb der Wiltzer aber von seinen Bestzeiten entfernt, wenn auch nicht übermäßig. Immerhin steht für den 22-Jährigen dieser Rekord plus gute Platzierungen und der Sieg im 200-m-Freistil-Vergleich zu Buche.

Den hatte neben Henx auch Raphaël Stacchiotti verloren. Der Ettelbrücker fiel von der Leistung her gegenüber seinen Mitstreitern ab. Zum Auftakt hatte er auf einen Einsatz in seiner Lieblingsdisziplin (200 m Lagen) verzichtet und in der Folge blieb der 20-Jährige deutlich unter seinen Möglichkeiten.

Zugute halten muss man dem Olympiateilnehmer, dass er die besten luxemburgischen Ergebnisse erzielte. Auf sein Konto ging am Samstag auch die zweite Halbfinalteilnahme über 100 m, wie schon 2010 in Eindhoven und 2011 in Stettin. Ein Raphaël Stacchiotti in Bestform hätte aber nicht nur eine Chance auf eine Finalteilnahme über 400 m Lagen gehabt, sondern auch, mit einer Bestzeit im Halbfinale, sicher das 100-m-Lagen-Finale erreicht.