Donnerstag15. Januar 2026

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Maze und Gisin gewinnen zeitgleich

Maze und Gisin gewinnen zeitgleich

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Das gab’s in der 78-jährigen Geschichte der Alpinen bei Winterspielen noch nie: Zeitgleich teilten sich Tina Maze und Dominique Gisin den Olympiasieg in der Abfahrt.

Viele vermeintliche Favoritinnen waren bereits nicht mehr im Zielraum, als die zeitgleichen Maze und Gisin in der Mittagssonne von Krasnaja Poljana Hand in Hand auf das Podest stiegen.

Gold für Slowenien, Gold für die Schweiz – einen geteilten Olympiasieg wie am Mittwoch gab es in der 78-jährigen Geschichte der Alpinen bei Winterspielen noch nie. Besonders kurios: Sowohl Maze als auch Gisin waren schon bei ihren ersten Weltcup-Siegen nicht die alleinigen Gewinnerinnen. Bronze in der olympischen Abfahrt ging an Lara Gut aus der Schweiz, die sich für ihre Tränen nach dem um 0,10 Sekunden verfehlten Gold wenig später entschuldigte.

Dominique Gisin legte mit Startnummer acht die Bestzeit hin. Immer wieder hielt sie sich bei Attacken auf ihre Top-Zeit die Hand vor den Mund. Als Maze dann zeitgleich ins Ziel kam, jubelte die Schweizerin. „Ein verrückter Tag und eine lange Wartezeit“, erklärte die dreimalige Weltcupsiegerin. Maze, die in der vergangenen Saison nahezu nach Belieben dominiert hatte, sank auf die Knie und küsste den Schnee im Zielraum. Gisin musste sich ein paar Tränchen aus den Augenwinkeln wischen.

Auch erste Weltcup-Siege nicht allein

Nach einer Verletzung vor zwei Jahren war die überraschende Gewinnerin aus der Schweiz nicht mehr an die alte Form herangekommen. Erst durch die Qualifikation für die Olympia-Abfahrt sei sie „aus der Komfortzone“ gekommen, wie sie es selbst nannte. „Jetzt fühle ich mich wieder wie eine Athletin. Das ist für mich eigentlich der schönste Sieg heute“, betonte die 28-Jährige, die in ihrer Laufbahn siebenmal auf dem Weltcup-Podest stand. Den ersten Sieg feierte sie vor fünf Jahren. Zeitgleich war sie damals mit der Schwedin Anja Pärson.

Zusammen mit Nicole Hosp (Österreich) und Andrine Flemmen (Norwegen) wurde es auch für Maze im Oktober 2002 recht eng auf der obersten Stufe des Stockerls. Da war es am Fuße der Olympia-Abfahrt am Mittwoch fast noch geräumig auf der Podeststufe. „Ich denke, das war der perfekte Tag für mich“, frohlockte Maze, die Schultern mit der slowenischen Fahne bedeckt. „Ich kam zu Olympia, um Gold zu gewinnen, und heute habe ich mein Ziel erreicht“, stellte die Gesamtweltcupsiegerin der vergangenen Saison stolz fest.

Bei der Dauer-Gewinnerin des Vorjahres sorgte auch ein Trainerwechsel für den Erfolg. Mauro Pini, einst Privattrainer von Lara Gut, steht seit ein paar Wochen in Mazes Diensten. Nun durfte der Schweizer zusammen mit der extrovertierten 30-Jährigen das Kuriosum bejubeln.