Unter der Leitung des österreichischen Unparteiischen Bosco Milic standen sich Schweden und Luxemburg in Lund gegenüber. Die Ziele der beiden Teams waren sicher verschieden ausgerichtet. Luxemburg wollte endlich seinen ersten Satz im diesjährigen Turnier gewinnen und Schweden war darauf aus, so hoch wie möglich zu gewinnen, um seinen erst am vergangenen Mittwoch eroberten Leaderplatz in der Tabelle gegen Portugal zu verteidigen. Beide Teams stehen punktgleich an der Spitze, mit genau dem gleichen Satzverhältnis und nur im Verhältnis zwischen den gewonnenen und den verlorenen Punkten steht Schweden leicht besser da. Das zeigt, dass jeder Punkt wichtig ist und Schweden Luxemburg sicher keine Geschenke machen würde.
Dementsprechend begann Schweden mit seiner Stammformation und setzte die „Red Lions Ladies“ von Anfang an unter Druck. Hauptsächlich Isabelle Haak und Rebecka Lazic schlugen immer wieder zu, sei es beim Aufschlag oder im Angriff. Schweden führte schon mit 9:2, ehe Luxemburg so langsam im Spiel ankam und sich durch Carla Mulli und Betty Hoffmann zu wehren begann. In dieser Phase gelang es dem Gegner nicht mehr, sich weiter abzusetzen. Zwei Aufschlagserien von Vilma Andersson und Rebecka Lazic besiegelten dann das Luxemburger Schicksal im ersten Satz (25:11). Auffallend war, dass bisher keins der beiden Teams sich auf eine gute Annahme stützen konnte, nur Mulli brauchte sich hier keine Vorwürfe zu machen.
Einige Nummern zu groß
Im zweiten Satz gelang Luxemburg ein etwas besserer Start. Man konnte einige Zeit in Reichweite des Gegners bleiben, ehe dann Haak aufdrehte. Doch den zwischendurch gestiegenen Vorsprung konnte Luxemburg ein weiteres Mal quasi wettmachen, ehe sich Schweden endgültig absetzte. Am Samstag war dem Aufschlag des Gegners einfach nicht beizukommen. Nur sehr wenige Fehler sowie lange Serien mit einer Menge Assen machten es Luxemburg sehr schwer, sein Spiel aufzuziehen. Mit 25:13 ging auch Satz zwei an die Skandinavierinnen.
Im dritten Set brachten die Trainer Fabio Aiuto und Ben Angelsberg dann Giulia Tarantini für die Kapitänin Nathalie Braas im Zuspiel. Ihre Schwester Lilly, die dieses Mal weniger effektiv spielte als gegen Portugal, überließ ihren Platz Camille Esselin. Doch viel änderten diese Maßnahmen nicht. „Wir mussten das ganze Spiel über immer dem Punktestand hinterherlaufen, weil wir in jeden Satz schlecht, teilweise sogar katastrophal, gestartet sind. Wir haben viel zu viele individuelle Fehler gemacht und so standen wir uns immer wieder selbst im Weg, um ins Spiel zu kommen. Es war kein gutes Spiel, wir brauchen uns nichts schönzureden. Wir haben zwar nie aufgegeben und das rechnen wir den Mädchen hoch an, doch Schweden war heute gleich ein paar Nummern zu groß“, schlussfolgerte Angelsberg. So langsam werden auch die Spielerinnen müde. Die vielen Begegnungen seit dem 25. Mai, die Anreisen zu den Spielen, nur selten mit direkter Verbindung, hinzukommt noch die Hitze in den Hallen.
Als am Samstagabend dann Portugal mit 1:3 in Slowenien unter die Räder kam, konnte Schweden seine Tabellenführung festigen. Am Vorabend des Nationalfeiertags treten die „Red Lions Ladies“ nun in Estland an, ehe am kommenden Sonntag die Silver League mit dem Heimspiel gegen Slowenien zu Ende geht.
Im Überblick
Statistik:
Schweden – Luxemburg 3:0 (25:11, 25:13, 25:14)
Schweden: L. Andersson (2), Wasserfaller (9), R. Lazic (10), I. Haak (22), V. Andersson (1), A. Haak (7), Libero: Brink, Auswechselspielerinnen: Malm, Topic (1), Gustafsson (1), Larsson, Van Leusen; 11 Mannschaftsfehler
Luxemburg: Mulli (11), Hoffmann (7), Schneider (4), Braas (1), L. Tarantini, Koos (3), Libero: Martin, Welsch, Auswechselspielerinnen: Esselin (1), G. Tarantini; 22 Mannschaftsfehler
Bereits gespielt:
Slowenien – Luxemburg 3:0
Luxemburg – Estland 0:3
Luxemburg – Schweden 0:3
Portugal – Luxemburg 3:0
Luxemburg – Portugal 0:3
Schweden – Luxemburg 3:0
Tabelle:
1. Schweden 7 Spiele/17 Punkte/20:7 Sätze, 2. Portugal 7/14/18:10, 3. Slowenien 6/9/11:12, 4. Estland 6/8/12:14, 5. Luxemburg 6/0/0:1
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