Donnerstag15. Januar 2026

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Katinka Hosszu und Marco Koch Weltklasse

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SCHWIMMEN - Als „Grand Premier Cru“ hatte Nancy Kemp-Arendt die 16. Auflage des „Euro Meet“ auf Kirchberg geadelt und die FLNS-Präsidentin sollte recht behalten.

Nicht nur, dass von Freitag bis Sonntag in puncto Teilnehmerzahlen ein neuer Rekord erzielt wurde, auch die 33 Rennen sollten absolute Spitzenklasse bieten, mit einer ganz breiten Spitze, knappen Entscheidungen
und den obligatorischen Überraschungen.

Das Überangebot an Klasse hatte leider auch seinen Nachteil: „Bei so einem starken Feld war es für uns schwer, so viele A- und B-Finalen zu erreichen wie in den Jahren zuvor“, analysierte Ingolf Bender nach einem gelungenen Euro Meet. Der Nationaltrainer sah dabei Licht und Schatten in seinem Team. Zu den Lichtblicken zählte Laurent Carnol, der zwei Medaillen sammelte (Silber und Bronze) und sich auf seiner Paradestrecke nur dem Vizeweltmeister Marco Koch geschlagen geben musste. Der Deutsche legte allerdings über 200 m Brust eine Weltklassezeit hin.

Carnol schafft EM-Norm

Und über 100 m Brust schwamm Giedrius Titenis persönliche Bestzeit, um sich knapp vor dem Luxemburger zu platzieren. Laurent Carnol schaffte in diesem Rennen die Norm für die EM im Sommer in Berlin: „Die hat mir noch gefehlt, es war für mich ein erfolgreiches Wochenende.“ Auch die 100 m Brust wurden von Marco Koch gewonnen, der damit allen Vorschusslorbeeren gerecht wurde und sich zu den Topstars der Euro-Meet-Geschichte zählen darf.

Der zweite herausragende Stern des Euro Meet 2014 glänzte schon einmal vor zwölf Monaten. Wie im letzten Jahr nahm Katinka Hosszu an sämtlichen 16 Einzelentscheidungen teil. Anders als vor Jahresfrist (11 Siege) sollte die Ungarin diesmal „nur“ acht Goldmedaillen gewinnen. Und dennoch war die „eiserne Schwimm-Lady“ reifer als 2013, als sie in Luxemburg die Premiere ihres „Volleinsatzes“ zeigte. Gestärkt mit zwei Weltmeistertiteln, schwamm Katinka die Große ihre stärksten Disziplinen konzentriert und schaffte dabei gleich acht Meet-Rekorde. Sie ist schon eine Nummer, die Katinka Hosszu.

Henx krönt seine Leistung

Namentlich alle Höchstleistungen aufzuzählen geht nicht, erwähnt seien Paul Biedermann, der in Luxemburg ein starkes Comeback nach einem Jahr Pause hinlegte, die junge französische Hoffnung Charlotte Bonnet, ein Steffen Deibler, eine Dorothea Brandt und eine sehr starke israelische Nationalmannschaft, die beispielsweise über 100 m Rücken die vier ersten Plätze belegte. Enttäuschend war eigentlich nur der WM-Dritte Matti Mattson (FIN), der beide Brustfinalen verpasste.

Wie in einem guten Kitschroman gab es den krönenden Abschluss in der Königsdisziplin. Die beiden 100-m-Kraul-Rennen am Sonntag waren an Spannung nicht zu überbieten (genau wie die neu ins Programm aufgenommene gemischte Lagenstaffel), mit jeweils einem Wimpernschlagsieg. Und mittendrin Julien Henx. Der Düdelinger stand überraschend im Finale der 100 m Freistil und krönte damit sein gutes Meeting.

Henx schaffte am Ende dreimal ein B-Finale und einmal ein A-Finale, schwamm jeweils immer persönliche Bestzeit und durfte sich am Ende über zwei EM-Qualifikationen (100 m und 200 m Kraul) freuen. „Julien gehörte zu den Guten“, freute sich Ingolf Bender mit. „Aber es war nicht alles gut. Von einigen jüngeren Schwimmern hätte ich schon persönliche Bestzeiten erwartet, aber dem war nicht so. Das sind wir nicht gewöhnt. Julie und Raphaël haben allerdings eine andere Saisonplanung.“

Raphaël Stacchiotti unterirdisch

Wobei das Ergebnis schon sehr unterschiedlich war. Während die Auftritte von Raphaël Stacchiotti für einen Mann seines Kalibers unterirdisch waren, blieb Julie Meynen nicht weit von ihren Bestzeiten entfernt. Die Schwimmerin aus Portsmouth (GBR) verfehlte nur das A-Finale über 100 m Kraul knapp, konnte aber das B-Finale gewinnen. Dreimal stand die SL-Schwimmerin im Finale und belohnte sich mit einer Silbermedaille im Freistilsprint, nur 2/100 über ihrem Landesrekord. Von den 13 angekündigten (nach Meldeliste) A-Finalen wurden aber nur sieben erreicht sowie fünf von neun B-Finalen. Zweifacher A-Finalist war Fränz Schneiders, der zeigen konnte, dass er nicht zum alten Eisen gehört: „Ich bin sehr zufrieden und noch immer motiviert.“

Von den jungen Athleten konnte besonders Cristina Angelidis mit fünf persönlichen Bestzeiten (bis zu 11″) ins Wohlwollen des Trainers schwimmen. Ricky Rolko und Bram Lamberts schafften drei persönliche Bestzeiten, Eline van den Bossche zwei und Monique Olivier eine.

Deren Chrono hatte es aber in sich, denn Olivier lag über 400 m Kraul 4″49 unter ihrem Landesrekord, den sie vor zwei Wochen in Antwerpen geschwommen war.