In Chartres begannen die 20. Europameisterschaften auf der Kurzbahn, am Wochenende darauf werden die Landesmeisterschaften in Bonneweg geschwommen, und ab dem 12. Dezember wird eine FLNS-Mannschaft die Luxemburger Farben bei der Kurzbahn-WM in Istanbul vertreten.
Die Resultate
Vorläufe
100 m Freistil Frauen (41 Teilnehmerinnen): 1. Veronika Popova (RUS) 53.63, 2. Jeannette O. Gray (DEN) 53.67, 3. Charlotte Bonnet 53.68, 21. Julie Meynen (LUX) 55.72 (Landesrekord/mp 15 J.).
100 m Rücken Frauen (41): 1. Kira Toussaint (NED) 57.98, 2. Kimberly Buys (BEL) 58.15, 3. Laure Manaudou (FRA) 58.24, 18. Iuliia Larina (RUS) 1.00.89, 25. Sarah Rolko (LUX/mp 18 J.) 1.01.40.
50 m Freistil Männer (40): 1. Vladimir Morozov (RUS) 21.23, 2. Frederick Bousquet (FRA), 21.31, 3. Florent Manaudou (FRA), 21.40, 19. Flori Lang (SUI), 22.12, 40. Julien Henx (LUX) 23.06.
200 m Rücken Männer (37): 1. Peter Bernek (HUN) 1.50.72, 2. Radoslaw Kawecki (POL) 1.52.45, 3. Benjamin Stasiulis (FRA) 1.53.18, 8. Pedro Diogo Oliveira (POR) 1.54.17, 22. J.-Franç. Schneiders (L) 1.57.38 (Landesrekord).
Halbfinals
100 m Freistil Frauen (16): 1. Charlotte Bonnet 53.04, 2. Veronika Popova (RUS) 53.12, 3. Jeannette Ottesen Gray (DEN) 53.61, 8. Patricia C. Ortega (ESP) 54.31, 16. Julie Meynen (LUX) 55.91.
Das Programm am Freitag (23.1.12):
50 m Rücken: Schneiders, 50 m Delfin: Meynen, 400 m Lagen: Stacchiotti, 100 m Lagen: Meynen, Rolko, 100 m Freistil: Schneiders, Henx, 4×50 m Lagen: Rolko, Stacchiotti, Meynen, Schneiders.
Insgesamt sind bei der EM in Chartres 500 Schwimmer eingeschrieben, die für 34 europäische Länder auf Medaillenjagd gehen werden. Stärkste Delegation ist die Heimmannschaft, die Franzosen schicken 45 Schwimmer in die Rennen, u.a. die drei Olympiasieger Camille Muffat, Yannick Agnel und Florent Manaudou.
Bei den 50-m- und 100-m-Rennen gelangen die 16 Schnellsten ins Halbfinale, auf der längeren Strecke entfällt das Halbfinale und die acht Vorlaufbesten stoßen direkt ins Finale vor.
Ohne Carnol
Das fünfköpfige FLNS-Team muss in Chartres ohne Laurent Carnol auskommen. Aus dem erfolgreichen Quartett der letzten zwei Jahre konnte Nationaltrainer Ingolf Bender aber auf Sarah Rolko, Jean-François Schneiders und Raphaël Stacchiotti zurückgreifen, die von den beiden Youngstern Julie Meynen und Julien Henx unterstützt werden. Und der Auftritt der Luxemburger im „Odyssée“ sollte nicht zur Odyssee werden, denn das Ergebnis des ersten Tages war alles andere als eine Irrfahrt.
Dem Düdelinger wurde die Ehre zuteil, die Kurzbahn-EM 2012 zu eröffnen, Julien Henx trat auf Bahn 3 des 1. Vorlaufs über 50 m Kraul an, dem ersten Rennen des Auftakttages. Henx, jüngster Teilnehmer in dieser Disziplin, konnte seine persönliche Bestzeit um 1/100 unterbieten, womit der 17-Jährige aber leider nicht über den letzten Platz hinauskam.
Soll erfüllt
Wesentlich besser sollte es Sarah Rolko ergehen, die über 100 m Rücken antrat, das 4. Rennen dieser Europameisterschaften. Die SL-Schwimmerin belegte im 2. Vorlauf auf Bahn 3 den 3. Platz, konnte ihre EM-Zeit vom vergangenen Jahr in Stettin um fast 1″ (99/100) verbessern und blieb bei ihrem 25. Platz nur 42/100 über ihrem Rekord. Zum Halbfinaleinzug fehlten 51/100 und zur Vorlaufsiegerin Lucie Sveccena (CZE) nur 28/100. Prominenteste Teilnehmerin in diesem Rennen war die Rückkehrerin Laure Manoudou (FRA).
Als Dritter im Bunde trat Fränz Schneiders im 5. Rennen über 200 m Rücken an, und sein Wettkampf wies viele Parallelen zum Vorjahr auf. Wie 2011 war das Rennen mit 37 Schwimmern besetzt, die beiden Vorlaufschnellsten waren die gleichen, und mit Rang 22 konnte der Wiltzer seinen Platz aus Stettin verteidigen. In der Endabrechnung war das Rennen aber schneller und der Abstand zu einem Finalplatz größer. Schneiders schaffte aber noch eine Parallele, vor Jahresfrist konnte er den Landesrekord von der EM 2010 in Eindhoven unterbieten und am Donnerstag den Rekord aus Stettin, um 0,09″.
Mit diesem Rekord hatte die FLNS-Truppe schon einmal das Soll für den ersten EM-Tag erfüllt. Dieses Ergebnis sollte der Benjamin der Mannschaft noch toppen können, als Julie Meynen im 11. Tagesrennen einen zweiten Landesrekord schwimmen konnte. Auch die SL-Schwimmerin war jüngste Teilnehmerin über 100 m Kraul, startete auf der ungünstigen Bahn 8 des 5. Vorlaufs und schlug in 55″72 als Sechstplatzierte an. Siegerin wurde die beliebte Finnin Hanna-Maria Seppäla, die schon öfter am Euro-Meet auf Kirchberg teilnahm. Das Chrono von Julie Meynen lag exakt 9/100 unter der Rekordmarke, die sie im April in Ettelbrück hingelegt hatte, und spülte sie auf den 21. Platz im Gesamtklassement. Da vor ihr aber vier Französinnen, vier Russinnen und drei Norwegerinnen lagen und maximal zwei Schwimmer pro Nation weiterkommen, stand die 15-Jährige beim Abendprogramm im Halbfinale. In diesem Semi war die Aufregung für Julie Meynen dann wohl doch zu groß, denn auf Bahn 8 des 2. Halbfinals reichte das junge Talent nicht mehr an seine Zeit vom Morgen heran.
Fader Beigeschmack
Raphaël Stacchiotti hatte am Donnerstag überraschenderweise auf einen Einsatz auf seiner Paradestrecke verzichtet. Vielleicht wohlwissend, dass die Form nicht stimmt, weil er sich im WM-Aufbau befindet. So oder so, eine Entscheidung mit einem faden Beigeschmack. Für das Erreichen des Finales über 200 m Lagen hätte der Ettelbrücker seinen Rekord um 11/100 unterbieten müssen, an einem „normalen“ Tag kein Ding der Unmöglichkeit.
An den letzten drei EM-Tagen ist das EM-Quintett jeweils integral im Einsatz. Bis auf Julien Henx treten morgen alle zweimal an, Fränz Schneiders sogar dreimal. Denn in Chartes ist Luxemburg sogar zweimal bei den Staffeln vertreten, den gemischten.
Zu Demaart
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