«Die Hymne zu hören, zu spielen und zu treffen, das sind Momente, die sich nur schwer in Worte fassen lassen», berichtete der Stürmer, dessen Premierentreffer beim 1:2 gegen Argentinien jedoch nicht mit einem Punktgewinn belohnt wurde.
Vor dem zweiten Gruppenspiel gegen Nigeria in der Nacht zum Sonntag sieht der 29-Jährige sich und seine Teamkollegen um Roma-Mittelfeldmann Miralem Pjanic daher in der Pflicht. «Aus den kommenden Partien wollen wir mehr rausholen, denn wir haben eine Menge Selbstvertrauen.»
Dabei saß er gegen Argentinien erst mal nur auf die Bank. Der Mann, der Bosnien mit dem 1:0 gegen Litauen nach Brasilien verhalf, bekam erst spät seine Chance – nutzte die aber konsequent. Vorlage Senad Lulic, kurzer Antritt, lange Ecke, Tor. «Das war ein unglaubliches Gefühl», gab Ibisevic zu.
Für Punkte gegen Messi & Co. reichte das Tor zwar nicht. Es machte aber Mut. «Wir sind nicht so vermessen, uns auf Augenhöhe mit einem Team wie Argentinien zu sehen», sagte Zvjezdan Misimovic: «Aber wenn wir wieder so spielen, dann können wir hier in Brasilien definitiv etwas erreichen.» Der im Startspiel noch verletzt fehlende Sejad Salihovic sieht es ähnlich: «So müssen wir weitermachen, dann haben wir gegen Iran und Nigeria eine Chance.»
800. WM-Spiel
Nigeria rechnet im 800. Spiel der WM-Geschichte mit einer offensiv ausgerichteten Elf um Topstar Edin Dzeko von Manchester City. «Die meiste Zeit war ich gegen Iran beschäftigungslos, aber gegen Bosnien wird es definitiv anders werden, dafür bin ich bereit», sagte Torwart Vincent Enyeama. In Dzeko und Ibisevic habe Bosnien «einen dynamischeren Angriff» und werde sich nicht zurücklehnen wie im Iran-Spiel. Gegen die Asiaten hatten die Afrikaner 0:0 gespielt.
Für beide Teams geht es also darum, die Chance auf Rang zwei der Gruppe F hinter Argentinien zu wahren. Bosnien will darüber hinaus zur Völkerverständigung im eigenen Land beitragen.
18 Jahre nach dem Ende des Bosnien-Krieges ist die junge Nation nicht geeint, mehr als ein Drittel der Bevölkerung sind bosnische Serben. Die leben in ihrem eigenen, autonomen Gebiet und drücken in der «Republika Srpska» eher dem Nationalteam Serbiens die Daumen als der Mannschaft von Safet Susic. Ibisevic jedenfalls will, dass sich das auch durch Erfolge in Brasilien ändert: «Wir wollen zeigen, dass das Nationalteam von Bosnien-Herzegowina funktioniert und das Land sollte es auch.»
Zu Demaart
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