In beiden ging es um die Entscheidung, den im Dezember auslaufenden Vertrag von Nationaltrainer Frédéric Georgery nicht zu verlängern.
Während die Athleten sich vor allem über die Art und Weise beschwerten, wie diese Entscheidung getroffen worden ist, legten die Vertreter der „Commission sportive“ die Gründe für ihren Schritt dar.
Das sagten die Athleten
„Die FLAM nennt uns keine Gründe für ihren Entscheid – was sie auch nicht muss, aber sie soll sich dann auch nicht erwarten, dass wir den Mund halten.“ Mit diesem Satz von Eric Aach lässt sich die Pressekonferenz der 50 Athleten und deren Eltern am Donnerstagabend im Amphitheater der Coque resümieren.
Für sie ging es am Donnerstag darum, den Journalisten die Fragen mit auf den Weg zu geben, auf die sie in den letzten Wochen keine Antworten erhalten haben. „Wir haben selbstverständlich mit Frédéric darüber geredet, er hat uns versichert, dass er sich nichts vorzuwerfen hat,“ so Judoka Denis Barboni.
Lynn Mossong, WM-9. In 2011, ging auf die rezenten Leistungen der Kaderathleten ein. Für die 25-Jährige, die ihren Sport mittlerweile hauptberuflich ausübt, stellt sich die Frage, ob die FLAM mit ihrer Entscheidung im Sinne des Luxemburger Judosports gehandelt habe – so wie es den Athleten schriftlich mitgeteilt worden ist.
Zudem habe die FLAM die Beziehung zwischen Nationaltrainer und Verband bemängelt, einen Vorwurf, den die Athleten nicht durchgehen lassen wollten. Erst mit der Einstellung des zweiten professionellen Nationaltrainers, Wolfgang Amassou, hätte sich die Lage verschlechtert. Als großes Problem sahen einige der Eltern zudem die Zusammensetzung der Gremien des Verbandes. Eine Entscheidung der „Commission sportive“ würde in der Judo-Kommission nie zu weiteren Diskussionen führen, da die Besetzungen quasi identisch seien.
Schlussfolgernd fordere man einen Dialog mit dem Verband, da die Athleten zwar nicht unbedingt einen neuen Trainer boykottieren wollten, sich allerdings nicht vorstellen können, weiter unter verschiedenen „décideurs“ zu arbeiten.
Das sagt die FLAM:
Auch die FLAM-Verantwortlichen sahen sich wegen anhaltenden Vorwürfen und aufstehenden Fragen gezwungen, sich in einer Pressekonferenz über die Gründe des Endes der Zusammenarbeit zu äußern.
Dabei sollte vor allem der menschliche Aspekt großen Anteil am Entscheid der drei Gremien – der Commission sportive, der „Commission judo“ und des „Comité directeur“ – haben. Nach nun sechs Jahren seien die Athleten abhängig von ihrem Trainer geworden, was sich an ihren derzeitigen Reaktionen zeige.
„Die Athleten wurden instrumentalisiert, Frédéric Georgery nutzte die Sportler zu seinem persönlichen Vorteil aus“, so Stelmes weiter, der hinzufügte, das die Kündigungsdrohungen des Belgiers von 2009 so manchen Athleten destabilisiert hätten. Auch die Judokas haben in diesem Zusammenhang versucht, den FLAM-Präsidenten davon zu überzeugen, den Forderungen der Nationaltrainer nachzukommen.
Zudem wird dem Trainer vorgeworfen, den Gremien und Verbandsmitgliedern sowie den verbliebenen Freiwilligen mangelnden Respekt zukommen zu lassen. Georgery habe einigen Verbandsmitgliedern einen Kompetenzmangel vorgeworfen.
Die FLAM-Verantwortlichen gaben zu, diese Entscheidung wohl definitiv zu spät getroffen zu haben. Man habe nie die sportlichen Qualitäten des Trainers in Frage gestellt, der menschliche Aspekt ließe allerdings die sechs der sieben Stimmen gegen eine Vertragsverlängerung erklären.
Positiv ist jedenfalls, dass am 30. August eine Aussprache beider Parteien vorgesehen ist.
(Christelle Diederich/Tageblatt.lu)
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