Der Bogenschütze eröffnet die Spiele 2012 in London für das Großherzogtum schon vor der Eröffnungsfeier, am Freitag um 10.00 Uhr Luxemburger Zeit in der Qualifikation des Recurve-Wettbewerbs im altehrwürdigen Lords Cricket Ground (erstes Spiel 1814).
Ja, es sind tatsächlich schon acht Jahre her, dass Henckels seine ersten Olympischen Spiele bestritt. Auch in einem außergewöhnlichen Rahmen, im Panathinaikon-Stadion, aber eben auch als 19-Jähriger, der 55. in der Qualifikation wurde und in der ersten K.o.-Runde ausschied: «Seitdem hat sich viel geändert, sehr viel.» Wohl war, lag die Motivation doch am Boden und trat Henckels zwei Jahre lang nur noch national in Erscheinung: «‚Mir hunn traineiert wéi d’Gecken, mat mengem koreaneschen Trainer, zwielef Stonnen den Dag.‘ Schießtechnisch war mein Niveau so hoch wie nie, aber mental klappte es nicht. Im Training schoss ich wie ein Gott, aber im Wettkampf … Heute betreibe ich nicht so viel Aufwand, bin aber mental viel stärker.»
„Du Idiot“
Sagt ein heute 27-Jähriger (28 am 30. August), der gereift wirkt und am Mittwoch bei der Generalprobe im speziell hergerichteten Cricket-Stadion auch sehr gelöst wirkte. Verständlich, lief es doch «überraschenderweise ziemlich gut. Die letzten zwei bis drei Wochen hatte ich ein bisschen Probleme, meine linke Schulter war instabil. Heute (Mittwoch, d. Red.) war’s ganz gut.»
Auch die Kulisse beeindruckte Henckels nicht: «Die beiden Stadien sind schwer zu vergleichen, Athen war noch ‚historischer‘. Das hier ist einfach riesig groß, und neu, da beim Test-Event letzten Oktober die Tribünen nicht standen.» Das «Stadion im Stadion» ist in der Tat beeindruckend, 4.500 Zuschauer können zusehen, wenn sich je zwei Schützen im direkten Duell der K.o.-Runden gegenüberstehen. Die Qualifikation am Freitag wird auf dem Trainingsgelände geschossen; am Mittwoch war aber der einzige Tag, an dem sich die Schützen mit den Bedingungen im Stadion vertraut machen konnten.
Dass Jeff Henckels dies am Mittwoch tun durfte, führt der Schütze des GT Strassen aber nicht auf seine zweijährige Auszeit zurück: «Viel geholfen hat mir, dass ich die Qualifikation für Peking 2008 nicht geschafft hatte. Bis dahin hatte ich vieles für irgendwie ’selbstverständlich‘ genommen, wenn ich etwas wollte, klappte es auch. Aber da sagte ich mir ‚du Idiot‘ …, so der 27-Jährige über sein olympisches Comeback.
Dem er allgemein ganz optimistisch entgegensieht, ohne „übertriebene Verbissenheit», wie vor acht Jahren. Man darf gespannt sein. Denn seinen Qualifikationsplatz ergatterte der Luxemburger, der in der Weltrangliste als 36. geführt wird, immerhin als WM-Sechster 2011.
Zu Demaart








Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können