Dienstag13. Januar 2026

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FUSSBALL: War das der Titel, Herr Muller?

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Jeunesse-Coach Jacques Muller nennt UNK - F91 als warnendes Beispiel

Mit ihrem 3:0-Auswärtssieg in Petingen zog Jeunesse wieder am F91 in der Tabelle vorbei und sieht sich nun nur noch 90 Minuten am Freitag gegen Rümelingen  bevor, um den Titel in der BGL  Ligue zu gewinnen. Es wäre der 28. in der Geschichte. / Christophe Junker

Tageblatt: Darf man Ihnen bereits zum Titel gratulieren?
Jacques Muller: „Noch nicht, sicher noch nicht. Es warten noch 90 Minuten auf uns. Bestes und warnendes Beispiel ist doch die Partie Käerjeng gegen den F91. Rümelingen ist abgestiegen, kann ohne Druck aufspielen. Die zweite Halbzeit haben sie am Sonntag Déifferdeng 03 dominiert. Einfach wird es nicht.“

„T“: Der ehemalige Jeunesser Manuel Cardoni sitzt auf der USR-Trainerbank …
J.M.: „Vielleicht sorgt Düdelingen für zusätzliche Motivation. Das wäre zu verstehen und normal, so ist eben das Business. Man muss immer versuchen, alle Strippen zu ziehen, um erfolgreich zu sein. Es geht am Freitag schließlich um den Meistertitel.“

„T“: Ihr Team hat zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit dem Druck des F91 standgehalten. Nach dem Sieg gegen Hesperingen nun das 3:0 in Petingen. Die mentale Stärke scheint zu stimmen.
J.M.: „Sie waren revoltiert nach dem 0:4 in Düdelingen. Dieser Knacks war nicht einfach wegzustecken. Danach haben wir ganz korrekte Spiele abgeliefert. Bis zum 2:5 in Differdingen. Da ging alles schief. Wir müssen eigentlich die Tore machen, Differdingen aber macht sie. Daher sage ich jetzt: ‚Chapeau, wéi meng Equipe zwee Mol réagéiert huet. An et huet och net gestëmmt, datt Péiteng schonn an der Vakanz war. Do ass et dowidder gaang, et sinn der och do an d’Schanke ginn.‘ Wir legten die richtige Einstellung an den Tag, hatten den Erfolg früh auf unserer Seite, was auf dem extrem schlecht bespielbaren Platz sehr wichtig war. Treten wir mit derselben Mentalität gegen Rümelingen an, habe ich keine Angst.“
„T“: Welche Gefahren laufen Sie noch, den Titel nicht zu gewinnen?
J.M.: „Darüber machen wir uns keine Gedanken. Mit 70 Prozent werden wir nicht antreten, das würde mit Sicherheit nie und nimmer reichen. Auch werden die Spieler nicht überdreht sein. Wir wissen, dass sehr viele auf der ‚Grenz‘ sein werden. Die wollen, dass wir ihnen etwas bieten. Das wissen wir, und das wollen wir auch erfolgreich tun.“

„T“: Der Jubel nach dem Sieg in Petingen war bereits meisterlich …
J.M.: „Eine große Last fiel von den Schultern der Spieler. Da ist es normal, dass man sich nach einem Sieg so freut. Vor allem weil der F91 beim 9:0 uns in Monnerich mit aller Macht zeigen wollte, wie eindrucksvoll er auftreten kann.“

„T“: Vertrauen Sie auch auf Fola, Gegner des F91?
J.M.: „Es wird viel spekuliert, auch nach der Fusionsgeschichte. Jeder weiß, wie die Vereine zueinander stehen. Fakt ist, dass auch Fola drei Punkte braucht.“ 


De Gord‘ seet 

Glückwunsch und willkommen zurück

Jeunesse wird Meister und Jeff Strasser beendet seine professionelle Laufbahn. Beide Themen sind für mich persönlich der Rede wert.

Jeunesse schafft es dieses Jahr, die Archidominanz des F91 Düdelingen der vergangenen fünf Jahre zu brechen. Ein tolles Jahr für die „alte Dame“ aus Esch! Schade, dass ich selbst nicht mehr aktiv bin, denn eine Meisterfeier in Esch ist immer etwas extra Schönes … davon kann ich ein Lied singen.

Ob Jeunesse „guten“ oder „schlechten“ Fußball gezeigt hat, muss egal sein. Man wird nicht Meister mit schlecht spielen oder nur weil andere Mannschaften zu viele „dumme“ Punkte haben liegen lassen. Eine Meisterschaft dauert fast ein ganzes Jahr und wer am Ende ganz oben steht, der hat es – ohne Wenn und Aber – ganz einfach verdient. Am Freitag wird die „Grenz“ gut besucht sein, dem Showdown steht nichts mehr im Wege. Von meiner Seite aus jetzt schon herzlichen Glückwunsch! Etwas gewagt, aber was soll da noch passieren? Oder!?

Anderes Thema, fast genauso wichtig. Jeff Strasser hat seine Profikarriere beendet. Jeff wird als einer der erfolgreichsten luxemburgischen Fußballprofis in Erinnerung bleiben. Mit stark wuscheligem Haar – heute ist beiderseits von unserer Haarpracht nicht mehr viel übrig geblieben – kreuzten sich unsere Wege sehr früh auf dem Verlorenkost bei Union. Bereits damals war Jeffs unbändiger Wille erkennbar. Er war einzigartig und sein Weg nach Metz kam nicht überraschend. Dort entwickelte er sich zum kompletten Fußballer. Trotz seines Spitznamens „Goofy“ (seine Füße!!! … hahaha) und der daraus entstandenen „speziellen“ Technik, mauserte sich Jeff zum Stammspieler in Metz. Seine internationale Karriere nahm ihren Lauf. Die meisten trauten ihm diese Karriere nicht zu. Er aber hat es allen gezeigt und es geschafft. Sein Wille und eine vorbildliche Einstellung waren ein Garant für eine schöne Profikarriere. Trotz seines Status, ist Jeff immer bodenständig geblieben.

Seine Wurzeln hat er nie vergessen.

Ein toller Fussballer kommt zurück.

Und ein toller Freund …Gordon Braun