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FUSSBALL / Bundesliga / Rummenigge: Finger weg, Schalke

FUSSBALL / Bundesliga / Rummenigge: Finger weg, Schalke

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Felix Magath will den Bayern die Meisterschale noch vor der Nase wegschnappen, doch der Rekordmeister aus München hat für Schalke 04 lediglich Spott übrig. „Es gab da einmal einen Spot eines Schalker Sponsors: Nur schauen, nicht anfassen! Damit ist doch alles gesagt“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nach einer 7:0-Gala gegen Hannover 96. Die Botschaft: Finger...

Der Verfolger, der nach dem 3:1-Pflichtsieg gegen Borussia Mönchengladbach weiter zwei Punkte Rückstand hat, versucht es mit der ureigenen Taktik der Bayern: Spitzen, Sprüche und Sticheleien – Magath legte jegliche Zurückhaltung im Titelkampf ab.

„Wir haben eine gute Chance, Meister zu werden. Die Bayern sind hautnah am Endspiel der Champions League. Sie werden deshalb noch Punkte lassen“, sagte er. „Unsere Chance, mit drei Siegen den Titel hierher zu holen, ist groß. Das ist jetzt unser Ziel. Und wir sind auf alle Fälle nah dran.“ Ganz egal, wer dem Meistertrainer ein Mikrofon entgegenstreckte, er bekam Auszüge der „Verunsicherungsoffensive“ der Königsblauen zu hören. „Die Bayern fühlen sich unter Druck. Die Champions League nimmt Konzentration“, sagte Magath, drehte sich um und legte nach: „Ich gehe davon aus, dass sie bereits am Samstag in Gladbach nicht gewinnen. Das ist für den FC Bayern nicht so wichtig wie ein Champions-League-Halbfinale.“

Umso glücklicher war man beim Rekordmeister, dank des überragenden Superstars Arjen Robben (drei Tore und zwei Vorlagen) eine perfekte Antwort gegeben zu haben. 7:0 – Stiche ins Schalker Herz, sieben Kampfansagen an Olympique Lyon in der Champions League. „Das war Spaß auf dem Rasen – Spaß für die Fans, aber auch Spaß für den Trainer“, sagte Bayern-Coach Louis van Gaal nach dem höchsten Liga-Sieg seit dem 7:0 gegen Wattenscheid 09 (24. November 1990).
96, das war das Kuriose, glaubt auch nach der 90-minütigen Demütigung an den Klassenerhalt. Trotz allem. „Wir sind einen Punkt hinter Relegationsplatz 16, daran müssen wir uns jetzt festhalten“, sagte Sportdirektor Jörg Schmadtke. Trainer Mirko Slomka hatte die Vorführung aber tiefer getroffen. „Für die erste Liga habe ich einen laufenden Vertrag. Es ist aber nicht so, dass ich sage: Ich bleibe auf jeden Fall“, sagte er.

Kampf um Platz drei

Den Sprung auf Platz drei verpasste dagegen mit viel Pech Borussia Dortmund. Die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp kam gegen 1899 Hoffenheim nur zu einem mageren 1:1 (0:0), der Ausgleich durch Vedad Ibisevic fiel erst in der 89. Minute. Zudem verlor Dortmund gleich zwei Spieler wegen Verletzungen. Nuri Sahin erlitt einen Nasenbeinbruch, bei Mohamed Zidan besteht der Verdacht auf Kreuzbandriss.
Neuer Tabellendritter ist jetzt Werder Bremen. Der Pokalfinalist besiegte Meister Wolfsburg – nach zweimaligen Rückstand – noch mit 4:2.

Für Leverkusen wird die Situation nach dem 1:2 beim VfB Stuttgart immer prekärer. Die Werkself, die monatelang die Tabelle angeführt hat und auf Champions-League-Kurs war, rutschte auf Rang vier ab. Der VfB ist auf vier Zähler herangerückt.

Auch beim Hamburger SV hängt der Haussegen schief. Lediglich die Aussicht auf ein Europa-League-Finale im eigenen Stadion scheint Trainer Bruno Labbadia und das Team nach dem 0:1 gegen den FSV Mainz 05 noch zu einen. Der HSV ist in Gefahr, die Qualifikation für die Europa League zu verpassen. Und Labbadia weiß, dass seine Tage in der Hansestadt dann wohl gezählt sind.

Der SC Freiburg liegt wieder auf dem Relegationsplatz – dank eines 2:1-Sieges im „Abstiegsendspiel“ gegen den 1. FC Nürnberg. Trainer Robin Dutt stürmte nach dem Schlusspfiff mit erhobenen Armen auf den Platz und gönnte sich „120 Sekunden Ausgelassenheit“. Dann warnte er vor verfrühtem Jubel: „Mir hat keiner gesagt, dass wir gerettet sind. In der nächsten Woche wird wieder eine Mannschaft jammern. Ich hoffe, dass nicht wir das sind.“ In Nürnberg, das jetzt punktgleich mit Freiburg ist, beginnt das große Zittern.

Das hat auch beim ebenfalls punktgleichen VfL Bochum längst eingesetzt – nach dem 0:2 beim definitiv geretteten 1. FC Köln droht der unnötigste Abstieg der Vereinsgeschichte. Den Spielern schlug die Wut der treuesten Fans entgegen – „völlig zu Recht“, wie Kapitän Philipp Bönig sagte.

Hertha BSC Berlin steht schon mit einem Bein in der zweiten Liga. Trotz zweimaliger Führung kam das Schlusslicht nicht über ein 2:2 (2:1) bei Eintracht Frankfurt hinaus und hat drei Spiele vor Schluss fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. 

Bundesliga im Stenogramm 

1. FC Köln – VfL Bochum 2:0 (1:0)
Zuschauer: 46.000; Tore: 1:0 Tosic (15.), 2:0 Tosic (78.)

VfB Stuttgart – Bayer Leverkusen 2:1 (1:1)
Zuschauer: 41.500; Tore: 0:1 Kießling (13.), 1:1 Cacau (29.), 2:1 Cacau (85.); Gelb-Rote Karte: Barnetta (Leverkusen, 19., wiederholtes Foulspiel)

VfL Wolfsburg – Werder Bremen2:4 (2:1)
Zuschauer: 30.000 (ausverkauft); Tore: 1:0 Dzeko (18.), 1:1 Frings (38., Elfmeter), 2:1 Grafite (40.), 2:2 Pizarro (49.), 2:3 Frings (62.), 2:4 Almeida (75.)

Schalke 04 – Mönchengladbach 3:1 (2:1)
Zuschauer: 61.673 (ausv.); Tore: 1:0 Rakitic (8.), 1:1 Bobadilla (16.), 2:1 Farfan (45.+1.), 3:1 Rakitic (47., Elfmeter)

Hamburger SV – FSV Mainz 050:1 (0:1)
Zuschauer: 55.292; Tor: 0:1 Bancé (20.)

SC Freiburg – 1. FC Nürnberg 2:1 (1:0)
Zuschauer: 24.500 (ausv.); Tore: 1:0 Maroh (4., Eigentor), 2:0 Cissé (60.), 2:1 Maroh (79.)

Bayern München – Hannover 967:0 (3:0)
Zuschauer: 69.000 (ausv.); Tore: 1:0 Olic (22.), 2:0 Robben (30.), 3:0 T. Müller (44.), 4:0 Olic (49.), 5:0 Robben (50.), 6:0 T. Müller (62.), 7:0 Robben (90.+1.)
Dortmund – 1899 Hoffenheim 1:1 (1:0)
Zuschauer: 80.000 (ausv.); Tore: 1:0 Valdez (57.), 1:1 Hummels (89., Eigentor)

Frankfurt – Hertha BSC Berlin2:2 (1:2)
Zuschauer: 49.800; Tore: 0:1 Kacar (17.), 1:1 Korkmaz (37.), 1:2 Raffael (42.), 2:2 Russ (63.)