Montag12. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

FORMEL 1: Wie einst beim GP von Luxemburg

FORMEL 1: Wie einst beim GP von Luxemburg

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Doppelsieg und doppelte WM-Führung für Webber und Vettel / Schumacher bestraft

1, 2, 3: Beim Fast-Heimspiel in Monaco landeten ausschließlich mit Renault-Aggregaten betriebene Autos auf dem Podium. Das hatte es zuletzt 1997 auf dem Nürburgring gegeben, und zwar beim Großen Preis von Luxemburg.

Als Robert Kubica Platz drei und das Red-Bull-Duo Mark Webber und Sebastian Vettel schon den Doppelsieg und die doppelte WM-Führung feierten, gab es für Michael Schumacher schlechte Nachrichten von der Rennleitung.

Der Mercedes-Pilot verlor nachträglich seinen sechsten Platz beim Großen Preis von Monaco, den er durch ein Überholmanöver in der letzten Kurve gegen Fernando Alonso geholt hatte. Weil dies aber hinter dem Safety-Car verboten ist, brummten ihm die Kommissare nach Rennende eine 20-Sekunden-Strafe auf, durch die er auf Rang zwölf zurückfiel.

Den „Bullen“ war das relativ egal, auch wenn ihr schärfster Verfolger Alonso dadurch zwei Punkte näher gerückt ist. Sie freuten sich über einen perfekten Tag. Der Australier Webber feierte in den Straßenschluchten seinen zweiten Sieg innerhalb von acht Tagen und übernahm damit vor seinem punktgleichen Teamkollegen Vettel die Führung in der Gesamtwertung. „Der zweite Platz war am Ende für mich das Optimum. Ich bin sehr glücklich und habe viele Punkte geholt“, sagte Vettel: „Besonders zu Beginn des Rennens und nach den Safety-Car-Phasen konnte ich mit Mark nicht mithalten. Für die nächsten Rennen bin ich aber sehr zuversichtlich, ich glaube, dass es dann wieder anders aussieht.“

Webber war nach seinem Erfolg überwältigt: „Das ist absolut unglaublich, der größte Tag in meinem Leben. Hier zu gewinnen, ist etwas ganz Besonderes.“ Dagegen gab es bei den Silberpfeilen von Mercedes lange Gesichter. Denn neben der Strafe für Rekordweltmeister Schumacher gab es für „Lokalmatador“ Nico Rosberg beim Saisonhöhepunkt im Fürstentum nur Rang sieben. Schumacher war sich vor der Untersuchung der Rennkommissare noch keines Fehltritts bewusst, nachdem er eiskalt einen Fehler von Ferrari-Pilot Alonso ausgenutzt hatte und auf Rang sechs vorgerückt war. „Ich kann keine Strafe sehen, aber vielleicht haben wir etwas übersehen“, hatte Schumacher unmittelbar nach dem Rennen noch mit Unschuldsmiene gesagt: „Das Team hatte mir gesagt, dass die Strecke frei ist. Deshalb hatte ich meine Reifen auch so aufgewärmt und gehofft, dass mir noch jemand eine Chance gibt.“

Übrigens: Keine 100 Meter von der Stelle des illegalen Überholmanövers entfernt war der Rekordweltmeister einst wegen der „Park-Affäre“ einmal mehr zum Schummel-Schumi geworden. Mercedes hielt sich fristgerecht innerhalb einer Stunde nach dem Urteil die Möglichkeit einer Berufung offen. Der Rennstall hat jetzt 48 Stunden Zeit, um tatsächlich Einspruch einzulegen. Aus Teamkreisen hieß es, dass eine mögliche Berufung allerdings nicht gegen die Strafe, sondern die Entscheidung an sich gerichtet wäre.

Kubica zufrieden

Mit dem 33 Jahre alten Webber, der bei seinem insgesamt vierten GP-Erfolg erstmals in Monaco triumphierte und auch zum ersten Mal in seiner Karriere die WM anführt, und Vettel durfte der Pole Robert Kubica zur Siegerehrung in die Loge von Fürst Albert. Vettel hatte dem Renault-Piloten mit einem Blitzstart den zweiten Platz entrissen. „Das war heute der Schlüssel zum zweiten Platz. Da Überholen hier unmöglich ist, habe ich danach eigentlich mehr in die Rückspiegel geschaut. Ich wusste, wenn ich keinen Fehler mache, kommt Robert nicht vorbei“, sagte Vettel.

Kubica, der im letzten freien Training zur Bestzeit gerast war, konnte sich allerdings auch über Platz drei freuen: „Ich wusste dass es schwierig werden würde, von der linken Seite zu starten, wo einfach mehr Schmutz ist. Trotzdem ist Platz drei ein exzellentes Resultat für uns“, so der Toppilot des Rennstalls von Gerard Lopez. Wermutstropfen war allerdings der Ausfall von Witali Petrow, der nach einem Unfall im Qualifying im Rennen von einem Plattfuß zurückgeworfen wurde.

Erster Red-Bull-Verfolger ist Alonso, der nach dem Verzicht auf die Qualifikation aus der Boxengasse gestartet war und sich bis auf Rang sechs nach vorne kämpfte. Mit 75 Zählern liegt er drei Punkte hinter Webber und Vettel (beide 78), die ihr Team auch in der Konstrukteurswertung von Rang drei an die Spitze katapultierten.

Weltmeister und Vorjahressieger Jenson Button (Großbritannien/70) verlor seine WM-Führung, weil er schon in der dritten Runde ausschied. 

FORMEL 1 IN ZAHLEN

Grand Prix von Monaco in Monte Carlo (78 Runden à 3,340 km/260,520 km): 1. Mark Webber (Australien) Red Bull 1:50:13,355 Std. (Schnitt: 141,814 km/h); 2. Sebastian Vettel (Deutschland) Red Bull + 0,448 Sek.; 3. Robert Kubica (Polen) Renault + 1,675; 4. Felipe Massa (Brasilien) Ferrari + 2,666; 5. Lewis Hamilton (England) McLaren- Mercedes + 4,363; 6. Fernando Alonso (Spanien) Ferrari + 6,341; 7. Nico Rosberg (Deutschland) Mercedes + 6,651; 8. Adrian Sutil (Deutschland) Force India + 6,970; 9. Vitantonio Liuzzi (Italien) Force India + 7,305; 10. Sébastien Buemi (Schweiz) Toro Rosso + 8,199; 11. Jaime Alguersuari (Spanien) Toro Rosso + 9,135; 12. Michael Schumacher (Deutschland) Mercedes + 25,712; 13. Witali Petrow (Russland) Renault + 5 Runden; 14. Karun Chandhok (Indien) Hispania + 8 Runden; 15. Jarno Trulli (Italien) Lotus + 8 Runden

Ausfälle: Nico Hülkenberg (Deutschland) Williams (1. Runde/Unfall); Jenson Button (England) McLaren-Mercedes (3. Runde/Motorschaden); Pedro de la Rosa (Spanien) Sauber (22. Runde/Defekt); Timo Glock (Deutschland) Virgin (23. Runde/Defekt); Lucas di Grassi (Brasilien) Virgin (26. Runde/Defekt); Kamui Kobayashi (Japan) Sauber (27. Runde/Defekt); Rubens Barrichello (Brasilien) Williams (31. Runde/Unfall); Heikki Kovalainen (Finnland) Lotus (59. Runde/Defekt); Bruno Senna (Brasilien) Hispania (59. Runde/Defekt)

Schnellste Rennrunde: Sebastian Vettel (Red Bull) 1:15,192 Min.

Startaufstellung (eine Runde = 3,340 km): 1. Mark Webber (Red Bull) 1:13,826 Minuten, 2. Robert Kubica (Renault) 1:14,120, 3. Sebastian Vettel (Red Bull) 1:14,227, 4. Felipe Massa (Ferrari) 1:14,283, 5. Lewis Hamilton (McLaren) 1:14,432, 6. Nico Rosberg (Mercedes) 1:14,544, 7. Michael Schumacher (Mercedes) 1:14,590, 8. Jenson Button (McLaren) 1:14,637, 9. Rubens Barrichello (Williams) 1:14,901, 10. Vitantonio Liuzzi (Force India) 1:15,170, 11. Nico Hülkenberg (Williams) 1:15,317, 12. Adrian Sutil (Force India) 1:15,318, 13. Sebastien Buemi (Toro Rosso) 1:15,413, 14. Witali Petrow (Renault) 1:15,576, 15. Pedro de la Rosa (Sauber) 1:15,692, 16. Kamui Kobayashi (Sauber) 1:15,992, 17. Jaime Alguersuari (Toro Rosso) 1:16,176, 18. Heikki Kovalainen (Lotus) 1:17,094, 19. Jarno Trulli (Lotus) 1:17,134, 20. Timo Glock (Virgin) 1:17,377, 21. Lucas di Grassi (Virgin) 1:17,864, 22. Bruno Senna (Hispania) 1:18,509, 23. Karun Chandhok (Hispania) 1:19,559, 24. Fernando Alonso (Ferrari) ohne Zeit

WM-Stände

Fahrer-Wertung:
1. Mark Webber 78
2. Sebastian Vettel 78
3. Fernando Alonso 75
4. Jenson Button 70
5. Felipe Massa 61
6. Robert Kubica 59
7. Lewis Hamilton 59
8. Nico Rosberg 56
9. Michael Schumacher 22
10. Adrian Sutil 20
11. Vitantonio Liuzzi 10
12. Rubens Barrichello 7
13. Witali Petrow 6
14. Jaime Alguersuari 3
15. Sébastien Buemi 1
16. Nico Hülkenberg 1

Team-Wertung:
1. Red Bull 156
2. Ferrari 136
3. McLaren-Mercedes 129
4. Mercedes 78
5. Renault 65
6. Force India 30
7. Williams 8
8. Toro Rosso 4

Nächstes Rennen: Grand Prix Türkei am 30. Mai in Istanbul