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FIFA öffnet Akten

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Mit kleinen Schritten aus der größten Krise der Geschichte: Der korruptionsgeschädigte Fußball-Weltverband FIFA setzt zur Aufarbeitung seiner Skandale auf die Hilfe externer Experten und gewährt nach jahrelanger Weigerung nun doch Einblick in die ISL-Gerichtsakten.

„Vielleicht gibt es einige Menschen in der FIFA, die korrupt sind, aber die Institution FIFA ist nicht korrupt“, sagte der umstrittene Verbandschef Joseph Blatter am Freitag nach der Sitzung der FIFA-Exekutive in Zürich.

Einen Rücktritt schloss er nach der zweitägigen Krisensitzung der FIFA-Regierung aus; mit einem Zweijahresplan will er dem Verband das Überleben sichern: „Ich hoffe, wir schaffen es schon vorher, den guten Ruf wieder herzustellen und wieder glaubwürdig zu sein.“

Reformen

Die Revolution blieb aus, aber immerhin wurden erste Reformen eingeleitet. In einem sogenannten Good-Governance-Komitee werden externe Experten wie Juristen, Sponsoren oder Politiker vertreten sein. Sie sollen Verfehlungen der Vergangenheit aufdecken und Maßnahmen für die Zukunft entwickeln. Das Gremium, von Blatter nach seiner skandalumtosten Wiederwahl Anfang Juni als Lösungskommission initiiert, soll noch 2011 mit den Aufräumarbeiten beginnen. Vier weitere Arbeitsgruppen werden geschaffen, die die FIFA aus der schlimmsten Krise ihrer 107-jährigen Geschichte führen sollen.

Korruptionsvorwürfe gegen mehrere Top-Funktionäre und der Verdacht auf Bestechung bei der umstrittenen WM-Vergabe an Russland (2018) und Katar (2022) hatten den Verband in Schieflage gebracht. Als weitere Konsequenz aus den Skandalen der Vergangenheit wird das Ethikkomitee umgebaut. In Zukunft wird es zwei getrennte Kammern geben: Anklage und Gericht.

Einblick in die Akten

Zudem gab Blatter bekannt, dass die FIFA nach jahrelanger Weigerung nun doch Einblick in die Akten aus der ISL-Bestechungsaffäre gewähren werde. Damit könnten die Namen von hochrangigen Funktionären publik werden, die von der mittlerweile bankrotten Vermarktungsagentur ISL bestochen worden sein sollen und bis heute anonym geblieben sind. „Der Fall ISL hat schon viel Unruhe verursacht. Heute hat das Exekutivkomitee auf meine Bitte beschlossen, diese Akte zu öffnen. Das ist eine Akte mit rechtlichen Auswirkungen, und wenn Maßnahmen zu ergreifen sind, wird das nicht das Exko tun, sondern eine externe Organisation“, erklärte der 75 Jahre alte Schweizer. Bei den Beschuldigten soll es sich um die Exko-Mitglieder Ricardo Teixeira (Brasilien), Nicolás Leoz (Paraguay) und Issa Hayatou (Kamerun) handeln. Auch der Name des früheren FIFA-Präsidenten João Havelange soll in den Akten auftauchen. Alle Betroffenen bestreiten die Vorwürfe.