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Empörung wegen Entscheidung

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Viele Experten waren fassungslos nach der Goldmedaille für die Russin Sotnikowa. Sie hatten Vancouver-Olympiasiegerin Kim Yu-Na eindeutig vorn gesehen und fordert wie viele mehr Transparenz bei der Wertung

Das umstrittene Eiskunstlauf-Gold der 17 Jahre alten Russin Adelina Sotnikowa in Sotschi hat weltweit für große Empörung gesorgt. Viele Experten forderten, die Anonymität der Jury aufzuheben. Sie hatten die Olympia-Zweite Kim Yu-Na aus Südkorea vorn gesehen, auch die Dritte Carolina Kostner aus Italien sei zu schlecht weggekommen.

Die französische Sportzeitung «L’équipe» titelte «Skandal – die Punktrichter haben Russland das erste Einzelgold geschenkt, aber Adelina Sotnikowa hat es nicht verdient.» Das südkoreanische Blatt «Korea Times» fragte in der Freitagsausgabe polemisch «Skandal oder Eislauf?», der italienische «Corriere dello Sport» wertete das Urteil als «Unrecht».

Putin jubelte

Ganz anders reagierte Wladimir Putin. Der Präsident des Gastgeberlandes der Winterspiele gratulierte Sotnikowa in pathetischen Worten: «Ganz Russland ist stolz auf dich.» Sie habe bewiesen, welche Qualität das russische Eiskunstlauf-Team in den vergangen Jahren erreicht habe. Viele Kritiker mutmaßen, dass dieser Triumph die Enttäuschung nach dem Aus der Eishockey-Spieler übertünchen soll.

Ein Einspruch gegen das Urteil ist nicht möglich. «Die Wertung ist unantastbar, sie ist wie eine Tatsachenentscheidung nicht anfechtbar», sagte Peter Krick, Eventmanager der Internationalen Eislauf-Union (ISU), der dpa. Intern würden zwei Preisrichter die Wertung der Jury analysieren und einen Bericht abliefern.

«Eine Katastrophe»

Nach Olympia wird sich die ISU bei ihrem Kongress im Juni in Irland dem Thema Anonymität der Jury erneut annehmen müssen. Der amerikanische Eiskunstlauf-Verband stellte schon vor vier Wochen den Antrag, wieder die Nationalitäten und Bewertungen der Juroren offenzulegen. «Das wäre eine Katastrophe für unsere Sportart. Wir wollen nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen», sagte dagegen Krick.

Im nach dem Paarlauf-Skandal von Salt Lake City 2002 veränderten Benotungssystem wollte man die Juroren auch vor dem Druck der eigenen Länder schützen. Verbände können derzeit nicht einsehen, wie ein Preisrichter aus ihrem Land gewertet hat. Eine mögliche Veränderung könnte der Verzicht auf Verbandsfunktionäre und deren Verwandte im Preisgericht sein. «Funktionäre sind immer befangen», meinte Krick.

So saß die Ehefrau des Generaldirektors des russischen Eiskunstlauf-Verbandes, Alla Schechowtsewa, in der Jury. Besonders kritisch beäugt wurde auch, dass der Ukrainer Juri Balkow, der wegen versuchter Absprachen bei den Winterspielen 1998 in Nagano für ein Jahr gesperrt war, wieder dabei war.