Die Läuferinnen Xenia Rischowa und Julia Guschtschina zeigten sich am Dienstag empört über die Berichterstattung über ihren Kuss auf die Lippen und den Verdacht, sie unterhielten ein lesbisches Liebesverhältnis. Sie seien am Samstag nach ihrem Sieg in der 4×400-m-Staffel bei der Leichtathletik-WM in Moskau einfach überwältigt gewesen, sagte Rischowa der Nachrichtenagentur ITAR-TASS.
Der Kuss wurde von Medien und Aktivisten als Protest gegen Russlands Anti-Homosexuellen-Gesetz gewertet. Nach dem Sieg küsste Rischowa ihre Kollegin Tatjana Firowa; auf dem Podest berührten sich dann die Lippen von Rischowa und Guschtschina. «Ich und Julia sind beide verheiratet und haben in keiner Weise eine Beziehung», erklärte die 26-jährige Athletin Rischowa. Auch ihre 30-jährige Kollegin Guschtschina zeigte sich über die Berichterstattung erstaunt: «Ich verstehe nicht, wie alles so in den Schmutz gezogen werden kann.»
Umstrittenes Gesetz
Von der Kontroverse um das Anti-Homosexuellen-Gesetz in Russland habe sie nichts mitbekommen, sagte Guschtschina weiter: «Ich war vollkommen auf meine Leistung bei den Wettkämpfen fokussiert.»
Positive Äußerungen über Homosexualität in Anwesenheit von Minderjährigen oder auch im Internet stehen in Russland unter Strafe. Das umstrittene Gesetz war trotz internationaler Kritik im Juni von Präsident Wladimir Putin unterzeichnet worden.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können