Nocerino und Boriello, italienische Nationalspieler, sollen West Ham verstärken. Mata soll Moyes bei Manchester retten. Was Mata kann, sah man letzte Saison bei Chelsea, was er bei Manchester United bewirken wird, hängt vom Manager und den Mitspielern ab. Mata ist gut, sagen die Fans und fragen, ob United gut genug für Mata ist. Bei Moyes ist man sich da nicht mehr so sicher. Arsène Wenger beklagt sich über diesen Transfer. Immerhin, rechnet der Franzose aus, habe Mata vorher mit Chelsea schon zweimal gegen United gespielt und sei für Mourinho keine Bedrohung mehr. Wenger hat seine eigene Logik und die Lacher auf seiner Seite.
Ein Differdinger in der Championship Division
Jahrzehntelang hatte der einzige Beitrag Differdingens zum weltweiten Sportgeschehen in der Lieferung der berühmten Grey-Träger bestanden, mit denen vor allem in den USA riesige Sportarenen mit Schiebedach gebaut wurden. In Bolton, im Nordwesten Englands, unweit von Manchester, steht das Reebok-Stadion, das nicht mit Stahl aus Differdingen gebaut wurde. Dort wird dennoch vielleicht ein anderer Differdinger Export auflaufen, vielleicht, aber warum nicht? Es heißt, Boltons Manager Dougie Freedman habe Yannick Bastos beobachten und sich von dessen Qualitäten überzeugen lassen. Ein Luxemburger in der zweiten englischen Profiliga, genannt Championship, wo sich jede Saison 24 Mannschaften verbissen, erbarmungs- und humorlos bekämpfen, das hat es bisher noch nicht gegeben und verdient deswegen, entsprechend herausgestellt zu werden.
Natürlich wird Bastos weniger Luxemburger Zuschauer nach Bolton anlocken, als wenn er nach München zur Lulima gegangen wäre, um dort die Schäferhunde der Stars Gassi zu führen. Aber auch Bolton hat seine Reize, nicht zuletzt, weil es so nahe an Manchester liegt.
Kleiner Reisetipp: mit dem Flugzeug nach Manchester, dann mit dem Auto auf die M6, danach über die M62 und M61 hinauf nach Bolton. Vorsicht, man fährt hier links, wie auf einer deutschen Autobahn, nur in England ist das Vorschrift und die meisten halten sich dran … Wenn Sie einen Betonbau sehen, der vermuten lässt, dass er Platz für eine große Rasenfläche hat, dann muss es das Reebok-Stadion sein. Vorsicht, sind die Tore besonders hoch, dann sind Sie auf einem Rugby-Platz gelandet, ist der Rasen besonders gepflegt und die Spieler laufen in weißen Pullis herum, während die Zuschauer Gurken-Sandwiches essen, dann sind Sie bei einem Cricket-Spiel gelandet und sollten leise sprechen, denn Sie könnten wegen Ruhestörung belangt werden. Das finden Sie bei der Lulima nicht, dafür gibt’s dort Schäferhunde, Weißwurst, Bierseligkeit, Bälle und Hosen in Leder und beheizte Toiletten.
Bolton spielte von 2001 bis 2012 durchgehend in der Premier League und stieg dann ab. Derzeit liegt das Team auf dem 18. Platz, vier Punkte vor einem Abstiegsplatz. Viermal gewann Bolton den FA Cup, zum letzten Mal 1958. Zweimal spielte man im UEFA-Cup. Zumindest in Sachen langweilige Europa League brauchen Bolton und Bastos für die kommenden Jahre nichts zu befürchten.
Zu Demaart
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