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Ein Comeback auf höchstem Niveau

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Für die Sportlerin des Jahres 2012, Marie Muller, steht am kommenden Dienstag einer ihrer Saisonhöhepunkte auf dem Programm: Die Luxemburgerin steht in Rio auf dem Tatami und möchte sich bei der Weltmeisterschaft bei der Elite zurückmelden.

Nach ihrem außergewöhnlichen fünften Platz bei den Olympischen Spielen in London im vergangenen Jahr musste sich Sportsoldatin Marie Muller der damals überfälligen Schulteroperation unterziehen. Dem langen Heilungsprozess folgten eine Goldmedaille bei den Spielen der kleinen Staaten im Juni und Silber beim European Cup in Sindelfingen Ende Juli. Dennoch wird es für Muller eine Reise ins Ungewisse, denn auf Weltniveau hat sie seit der Olympiade nicht mehr gekämpft. Eine Prognose gibt es wegen der oft entscheidenden Auslosung ohnehin nicht.

Ein Duo für Rio

Mit zwei Athletinnen wird Luxemburg in der kommenden Woche bei der Weltmeisterschaft in Rio vertreten sein. Neben Olympionikin Marie Muller (-52 kg) hat die FLAM ebenfalls Lynn Mossong (-70 kg) berufen.

Die Auslosung für beide Judokas findet am Sonntagnachmittag statt. Muller kämpft am Dienstag, Mossong am Freitag, 30. August. In unserer Dienstagsnummer werden wir noch einmal auf die Auslosung und die Chancen der beiden Luxemburgerinnen eingehen.

Tageblatt: Wann geht die Reise nach Rio los, und hast du bereits alle Koffer gepackt?

Marie Muller: „Morgen früh (gestern Morgen; das Gespräch wurde bereits am Montag geführt; d.Red.) von Luxemburg aus über Amsterdam nach Brasilien. Wir werden gegen 18.00 Uhr Ortszeit in Rio landen. Gepackt ist noch nicht alles, das werde ich jetzt noch erledigen müssen.“

„T“: Wie sieht dein Programm in Brasilien aus?

M.M.: „Am Montagabend ist das Wiegen, sonntags wird bereits ausgelost. Wir werden noch versuchen, zwei Judo-Einheiten zu absolvieren und ich muss noch Gewichtstraining machen.“

Wettkampfspannung

„T“: Worauf legst du in der Woche vor einem so großen Turnier Wert?

M.M.: „Für mich ist es wichtig, Wettkampfspannung aufzubauen. Ich muss in die richtige Stimmung kommen, aggressiv werden. Das geschieht durch Training und durch Fokussieren auf das Turnier. In meinem Kopf gehe ich die wichtigen Dinge noch einmal durch und arbeite auf die Wettkämpfe hin.“

„T“: Wie steht es mittlerweile um deine Schulter?

M.M.: „Die Schulter ist noch nicht wieder bei 100 Prozent … Bei den Kämpfen stört es mich aber nicht. Ich bin zufrieden mit der Entwicklung. Ich verspüre noch manchmal Schmerzen, aber das kann ich ausblenden. Wir werden sehen, wie weit ich komme und wie schwer die Belastung in Rio ausfällt …“

„T“: Was kannst du über die Lehrgänge und die Medaille in Sindelfingen berichten?

M.M.: „In Luxemburg war in den Ferien nicht viel los. Deshalb haben wir während fünf Wochen an vier internationalen Lehrgängen teilgenommen. Es war von den unterschiedlichsten Niveaus alles dabei. Für mich war es wichtig, mich wieder ranzukämpfen. Sindelfingen war natürlich super, die vielen gewonnenen Kämpfe waren eine Bestätigung für meine Entwicklung der letzten Monate.“

„T“: Für viele Sportler waren die JPEE das Highlight des Jahres. Sind dir die Weltmeisterschaften vielleicht noch wichtiger?

M.M.: „Die Spiele waren in Luxemburg, es war ein tolles Erlebnis vor der eigenen Haustür. Die Weltmeisterschaften sind etwas anderes. Es ist ein anderes Niveau. Für mich kommt die WM vielleicht ein bisschen zu früh. Ein paar internationale Turniere als Vorbereitung wären sicherlich besser gewesen. Ich lege meinen Fokus eher auf die EM Ende des Jahres. Bis dahin kann ich noch an Weltcups teilnehmen und Punkte für die Weltrangliste sammeln.“

„T“: Wegen der Auslosung ist es eigentlich unmöglich, eine Prognose aufzustellen. Wie ist dein Gefühl für die WM und was hast du dir vorgenommen?

M.M.: „Das ist ganz schwer zu sagen, da ich dieses Jahr noch nicht auf diesem Niveau gekämpft haben. Vieles hängt eben von der Auslosung, aber auch von der Tagesform ab. Alle anderen haben den Vorteil, dass sie während der Saison schon gegeneinander gekämpft haben und sich deswegen kennen. Zudem haben sie schon Turniere mit den neuen Wettkampfregeln bestritten.“

„T“: Hast du einen Wunsch für die Auslosung?

M.M.: „Nein. Wenn ich mir nämlich wünsche, nicht gegen eine Bestimmte zu fallen, wird das meine Erstrundengegnerin …“

„T“: Und was steht nach der WM auf deinem Programm?

M.M.: „Eine Woche Urlaub in Rio. Ab Oktober geht es dann wieder richtig los mit den Turnieren und Lehrgängen, denn ich muss mich in der Weltrangliste wieder nach oben kämpfen, da ich durch meine Verletzung viele Plätze verloren habe.“