In diesem Jahr wurde der „grünen Hauptstadt“ Europas (2012 ausgezeichnet) eine ganz besondere Ehre zuteil, Vitoria-Gasteiz war Gastgeber der Weltmeisterschaften 2012 über die langen Distanzen. Auf dem Programm standen 4 km Schwimmen, 120 km Rad und 30 km Laufen. Mit nur 30 Männern bei der Elite fiel das Teilnehmerfeld relativ klein aus.
Die WM-Ergebnisse
Männer:
1. Chris McCormack (AUS) 5:29:47
2. Eneko Llanos (ESP) 5:31:39
3. Dirk Bockel (LUX) 5:34:54
4. Emil Dalgaard (DEN) 5:38:39
5. Martin Krnavek (CZE) 5:44:47
Die Qualität dieser Gruppe, die um 8.30 Uhr rund um das wunderschöne Parkgelände die WM in Angriff nahm, war dementsprechend höher. Topfavorit war Eneko Llanos, der sich vor heimischem Publikum besonders hervortun wollte. Sein größter Herausforderer war der Australier Chris McCormack; „Crowie“ zeichnete sich 2007 und 2010 als Gewinner des legendären Ironman Hawaii aus. Ebenfalls zum Favoritenfeld zählte der Weltmeister 2010, Sylvain Surdie (F).
Referenz
Bei dieser WM wurde auch ein Luxemburger zum Kreis der Podiumskandidaten gezählt: Dirk Bockel trat mit der Referenz von zuletzt zwei Siegen in Regensburg und am Chiemsee an. Zu bewältigen war zunächst eine Schwimmrunde im See Ullibarri Bamboa. Eine Disziplin, die dem „Leoparden“ liegt. Im spanischen Gewässer lief es aber nicht so gut, Bockel lag nach den 4 km „nur“ auf Platz 7 (51’25») mit fast 2′ Rückstand auf den schnellsten Schwimmer, Emil Dalgaard (DEN): „Mein Schwimmen war wirklich nicht gut, keine Ahnung, woran es gelegen hat. Der Rückweg war ziemlich lang, im letzten Drittel habe ich aber noch einmal alles gegeben.“ Dennoch gab es für den Luxemburger eine erfreuliche Erkenntnis: „Als ich aufs Rad gestiegen bin, wurde mir zugetragen, dass McCormack und Llanos hinter mir lagen. Das war schon mal nicht schlecht.“
Auf den beiden Radrunden konnten sich Dalgaard und Martin Krnavek (CZE) absetzen, nach der ersten Runde wiesen beide einen Vorsprung von 3′ auf eine dreiköpfige Verfolgergruppe auf, mit drei der Favoriten: Sudrie (schied später im Laufen aus), Llanos und auch Dirk Bockel. McCormack lag zu diesem Zeitpunkt auf Platz 7, weitere 60″ dahinter. Der Luxemburger genoss diesen Parcours: „Die Landschaft war wunderschön und an der Strecke standen enorm viele Zuschauer. Das war eine wundervolle Erfahrung.“ Auf der zweiten Runde der hügeligen Strecke mit zwei Anstiegen auf 511 m und 597 m machten die Verfolger Ernst: „Ich fühlte mich gut, deshalb habe ich die Wattzahl noch einmal erhöht.“ Leidtragender war vor allem der Tscheche, der fast noch von der Bockel-Gruppe eingefangen wurde (Knarvek belegte am Ende Platz 5) und der Vorsprung des Dänen schrumpfte auf eine Minute.
Bronzemedaille
Das Bockel-Trio konnte indes seinen Vorsprung auf Chris McCormack auf anderthalb Minuten ausbauen. Aber auch dieser Vorsprung sollte den Australier nicht einschüchtern. Neben Llanos der beste Läufer im Feld, kassierte „Crowie“ auf den 4 Runden einen Gegner nach dem anderen, um nach 30 km mit der schnellsten Laufzeit (1.44’55») den Weltmeistertitel zu gewinnen. Eneko Llanos zeigte auf seiner Heimstrecke zwar einige Schwächen (1.48’18»), den 2. Platz ließ sich der Spanier aber nicht nehmen.
Für Dirk Bockel ist Laufen nicht die Lieblingsdisziplin, doch der 36-Jährige biss sich durch (1.51’32») und schaffte als Drittplatzierter tatsächlich den erhofften Podiumsplatz: „Ich bin unheimlich glücklich und stolz auf diese Bronzemedaille, es war ein unglaublich harter Tag. Zumal es mit dem Schwimmen nicht gut begann. Aber ich bin froh, eine Medaille für Luxemburg geholt zu haben.“
Zu Demaart
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