David Rudisha hat bei der Leichtathletik-WM ein straffes Programm vor sich. In der kommenden Woche will der Weltmeister und Olympiasieger in Moskau mehrere Interviews geben, mit kleinen Kindern trainieren und einen Fan-Nachmittag besuchen. Das Einzige, was der Kenianer nicht tun kann, ist beim 800-Meter-Rennen mitzulaufen und seinen dritten großen Titel in vier Jahren zu gewinnen. Denn der am Knie verletzte Rudisha gehört genau wie 100-Meter-Weltmeister Yohan Blake (Jamaika), Hochspringerin Blanka Vlasic (Kroatien) oder auch der deutsche Speerwurf-Titelverteidiger Matthias de Zordo zu den vielen Stars, die diese WM aus den unterschiedlichsten Gründen verpassen.
Für die spektakulärsten Absagen haben dabei die Dopingfahnder gesorgt. Ex-Weltmeister Tyson Gay (USA), der ehemalige Weltrekordler Asafa Powell (Jamaika), 1.500-Meter-Olympiasiegerin Asli Cakir Alptekin (Türkei) oder Sprint-Königin Veronica Campbell-Brown (Jamaika) wurden alle im Vorfeld der WM positiv getestet und dürfen deshalb von heute Samstag an nicht im Luschniki-Stadion starten. Der Präsident des Weltverbandes glaubt aber trotzdem: „Jeder positive Fall beschädigt die Leichtathletik nicht, sondern macht sie stärker“, sagte Lamine Diack in einem dpa-Interview. „Ich glaube nicht, dass die jüngsten Doping-Fälle ein schwerer Schaden für die Weltmeisterschaften oder unsere Sportart sind.“
Inflation an Großereignissen
Die Inflation an großen Meisterschaften macht es einigen Athleten leichter, mal eine WM auszulassen. Mittlerweile finden Welt- und Europameisterschaften im Zwei-Jahres-Rhythmus statt. Selbst wer diesmal in Moskau nicht dabei ist, kann noch einmal Welt- (2015) und zweimal Europameister (2014, 2016) werden, bevor 2016 in Rio de Janeiro die nächsten Olympischen Spiele beginnen.
Folglich sind auch immer weniger angeschlagene Athleten bereit, für einen WM-Start ihre Gesundheit zu riskieren.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können