Besonders Ronny, der seit seinem sechsten Lebensjahr auf dem Eis zuhause ist, hat als Kapitän eine wichtige Rolle innerhalb des Teams. Er gilt als Sprachrohr zwischen Trainer, Vorstand und der Mannschaft. Nach drei absolvierten Spielen bei der mittlerweile dritten „Heim-WM“ hier auf Kockelscheuer zieht er eine sportliche Zwischenbilanz und redet über den Allgemeinzustand des Eishockeys hierzulande.
Tageblatt: Wie lautet dein sportliches WM-Fazit bis hierhin?
Ronny Scheier: «Auch wenn Bulgarien unserem Team spielerisch überlegen war, wäre ein besseres Ergebnis durchaus möglich gewesen. Nordkorea hat uns leider von Anfang an den Schneid abgekauft und uns mit seinem schnellen Kombinationsspiel überhaupt keine Chance gelassen. Der Spielplan war nicht auf unserer Seite, da wir ohne Ruhetag sofort gegen die beiden Turnierfavoriten spielen mussten.»
Im Spiel gegen die Vereinigten Arabischen Emirate gab es dann den erlösenden ersten Sieg. Ist Platz drei jetzt das realistische Ziel?
«Mit Georgien und Hongkong warten jetzt noch zwei schwächere Teams auf uns, dennoch ist der dritte Platz noch nicht gesichert. Vor allem Hongkong ist unangenehm zu spielen und hat gegen Nordkorea ordentlich mitgehalten. Trotzdem möchten wir vor heimischem Publikum nun unbedingt den dritten Platz erreichen.»
Was fehlt Luxemburg, um das gleiche Niveau wie Bulgarien und Nordkorea zu erreichen und um den Aufstieg mitzuspielen?
«Wir haben hierzulande limitierte Eiszeiten und Trainingseinheiten auf Kockelscheuer, was die Sache erschwert. Außerdem sind wir alle Amateure und gehen nebenher zur Schule oder zur Arbeit. Bei Bulgarien spielen beispielsweise drei Vollprofis, die letztendlich auch den Unterschied ausmachen.»
Lohnt sich der ganze organisatorische Aufwand für eine solche WM hier in Luxemburg?
«Der Aufwand lohnt sich zu 100 Prozent. Die Unterstützung durch die Fans in der Halle stimmt, das Eishockey wird in der Öffentlichkeit wahrgenommen und nicht zuletzt begeistern sich immer mehr Jugendliche für Eishockey. Nach einer solchen WM im eigenen Land ist das allgemeine Interesse einfach größer.»
Gibt es im Jugendbereich genügend Nachwuchs und ist die Jugendarbeit zufriedenstellend?
«Wir haben in den letzten Jahren viel Zuwachs, besonders durch luxemburgische Jugendliche, bekommen. Eine solche WM hilft enorm, noch mehr Kinder für diesen Sport zu begeistern. Bei den Huskies, dem Nachwuchsteam der Tornados, wird enorm viel Zeit in die Jugendarbeit investiert, was sehr wichtig für die Zukunft des Sports hierzulande ist. Schließlich sollen diese Jungs irgendwann einmal im Nationalteam in unsere Fußstapfen treten.»
Im Überblick
4. Spieltag
Freitag (11.04.14):
12.30: V.A.E. – Nordkorea
16.00: Hongkong – Bulgarien
19.30: Georgien – Luxemburg
5. und letzter Spieltag
Samstag (12.04.14):
12.30: Bulgarien – Nordkorea
16.00: V.A.E. – Georgien
19.30: Luxemburg – Hongkong
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